Gerade erst hatte das Schuljahr begonnen, da sollten die Schülerinnen und Schüler des Alexandrinum schon ihre Stimme abgeben – für eine Partei! Ach ja, es würde ja bald der Deutsche Bundestag gewählt.
Aber Jugendliche unter 18 Jahren dürfen doch gar nicht wählen gehen? Doch, bei der U18-Wahl schon!
Und diese findet bewusst vor der „echten“ Bundestagswahl statt, weil sie zum einen das Politikbewusstsein der jungen Menschen schärfen, zum anderen aber auch ein Signal an die Politik senden will: Alle Parteien sollen wissen, wie Kinder und Jugendliche wählen würden, würde ihre Stimme zählen.
Unsere Schülerinnen und Schüler kamen in großen Scharen, und mitunter mussten sie im Wahlbüro auch anstehen für ihr demokratisches Recht. Mit leuchtenden Augen warfen sie ihren Stimmzettel in die Wahlurne.

Das Ergebnis war zum Teil verblüffend, in jedem Falle aber interessant:
Würden junge Menschen bis 18 Jahre den Bundestag wählen, so wären die Grünen am Alexandrinum (18,1 %), in Coburg (17,1 %), ja in ganz Bayern (17 %) die zweitstärkste Kraft nach der CSU, die aufgrund eines Zuspruchs von bayernweit 37,4 Prozent – am Alexandrinum sogar 45,1 Prozent – auf einen Koalitionspartner angewiesen wäre. Die SPD wäre auf Platz 3 verdrängt. Die AfD bekäme deutlich weniger Zuspruch als von den aktuell Wahlberechtigten – mit nur 6,6 Prozent in Coburg wäre sie noch hinter der FDP, aber im Bundestag vertreten. Dafür flöge die Linke mit nur 3 Prozent aus dem Bundestag.

Die Prioritäten der jungen Menschen unter 18 Jahren liegen wohl anders als die der aktuell wahlberechtigten Bevölkerung. Angst vor Überfremdung gibt es bei ihnen weniger – Sorge um eine intakte Umwelt dafür umso mehr.