Eben noch mit der Familie gefrühstückt und schon ist man in dem vierhundert Kilometer entfernten Berlin. So ungefähr begann der Morgen des 21. Juli 2018 für die vier 10. Klassen, denn uns trennten nur wenige Stunden Fahrt von der lang erwarteten Hauptstadtexkursion. Wir fühlten sofort die Großstadthektik, die wie ein Gewitter auf uns zukam.

So eilten wir in „Kleinstadtklassen“ am Nachmittag zum Museum „Story of Berlin“, welches die langjährige und von zahlreichen Schicksalsschlägen geprägte Geschichte der Metropole auf eine ergreifende Weise erzählt. Dazu gehören auch die diktatorischen Zustände im Osten der Stadt seit dem Bau der Berliner Mauer bis zum Ende der SED-Herrschaft im Jahre 1989. Deshalb besuchten wir die Gedenkstätte Hohenschönhausen, die zur Zeit der DDR das Zentrum des Stasi-Terrors war und als brutales Gefängnis für alle Andersdenkenden benutzt wurde. Dabei zeigte uns die Lebensgeschichte eines ehemaligen Gefangenen, der sich schließlich als eine wahre Berühmtheit herausstellte, wie wichtig jegliche Formen der Freiheit sind.
Immer noch im „Ostsektor“ machten wir einen Stadtrundgang und fuhren zunächst zum Alexanderplatz, von wo aus wir – vorbei am Roten Rathaus, dem Dom und der Baustelle des Neubaus des Berliner Stadtschlosses – zur Prachtstraße „Unter den Linden“, zum Brandenburger Tor (wo natürlich Dutzende Fotos geschossen wurden), zum Potsdamer Platz und letztendlich zum US-amerikanischen „Ausgang“ aus Ostberlin – dem Checkpoint Charlie liefen.

Am nächsten Tag stand der Deutsche Bundestag auf dem Programm. Das geplante Gespräch mit Herrn MdB Hans Michelbach kam leider kurzfristig nicht zustande, jedoch hatten wir Gelegenheit mit seinem Pressesprecher zu diskutieren.

Am Vormittag des vorletzten Tages statteten wir dem Medizinhistorischen Museum der Charité einen Besuch ab und waren überwältigt von der Sammlung an Präparaten und den damit verbundenen Krankheitsbildern, von welchen niemand wusste, dass sie existieren.
Am Nachmittag verließen wir das Bundesland Berlin und besuchten den traum- und märchenhaften Schlosspark Sanssouci in Potsdam, der durch seine Architektur für uns die Epoche des Absolutismus wiederbelebte.
Wieder in Berlin ging es am Abend noch in den angesagten Club „Matrix“, wo wir unsere übriggebliebene Energie bis 24 Uhr durch Tanzen loswerden konnten.

Berlin schafft es jeden durch seine Größe und sein multikulturelles Bewusstsein von sich zu überzeugen, sodass man sich dort wie zuhause fühlt!