Im Rahmen der bayerischen Verfassungsviertelstunde fand am Gymnasium Alexandrinum Coburg am 11. November die erste Veranstaltung der vierteiligen Vortragsreihe „Auf ein Wort mit dem Grundgesetz“ statt. Die 11. Klassen durften sich dabei über den Besuch von Lukas Fest und Elias Kormann, beide wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoranden der Universität Bayreuth, freuen.
In ihrem abwechslungsreichen Vortrag führten die Referenten die Schülerinnen und Schüler zunächst in die Grundrechte und verfassungsrechtlichen Fragen rund um das Bürgergeld ein. Schritt für Schritt beleuchteten sie zentrale Themen unseres Grundgesetzes – von der Meinungsfreiheit über den Aufbau und die Bedeutung der Verfassung bis hin zu Fragen sozialer Gerechtigkeit.
Besonders spannend wurde es bei den Diskussionen rund um die Grundrechte als Abwehrrechte gegen den Staat und die Grenzen der Freiheit. Mit historischen Beispielen – etwa einem Bild des Coburger Marktplatzes aus den 1930er Jahren – wurde deutlich, wie eng Demokratie und Grundrechte miteinander verbunden sind.
Auch aktuelle Themen kamen zur Sprache: Anhand konkreter Fälle wie dem Freibadeintritt oder der Höhe des Bürgergelds, zeigten die Referenten, wie juristische Prinzipien wie Verhältnismäßigkeit, Menschenwürde und das Sozialstaatsprinzip in der Praxis wirken. Besonders lebhaft diskutiert wurde die Frage, ob und wann Kürzungen von Leistungen gerechtfertigt sein können – und wo die Grenze zum Verfassungsverstoß verläuft.
Am Ende blieb festzuhalten: Das Grundgesetz ist kein fernes, abstraktes Regelwerk, sondern betrifft das tägliche Leben jedes Einzelnen. Dank der anschaulichen Erklärungen und der offenen Fragerunde erhielten die Schülerinnen und Schüler einen greifbaren Einblick in die Bedeutung von Freiheit, Gleichheit und sozialer Verantwortung in unserer Demokratie.
Ein gelungener Auftakt der Reihe – und ein lebendiges Beispiel dafür, wie Verfassungsbildung im Schulalltag spannend vermittelt werden kann.