Kinder sind neugierig. Die meisten Eltern können das wohl bestätigen. Insbesondere mit Naturphänomenen und deren experimentellen Untersuchungen kann man Kinder recht schnell begeistern und eine frühe naturwissenschaftliche Leidenschaft im Sinne von Alexander von Humboldt erwecken. Leider besteht im normalen Unterrichtsalltag nicht immer die Möglichkeit, diesem Forscherdrang der Kinder vollumfänglich gerecht zu werden. Vorgegebene Lehrpläne mit fest verankerten Inhalten und verbindlichen Leistungserhebungen bestimmen den Schulalltag der Kinder. Diese Tatsache wird nicht nur von den Schülern und deren Eltern, sondern auch von den Lehrern sehr bedauert.

Die Idee

Es ist daher nicht verwunderlich, dass am Alexandrinum – vor ziemlich genau einem Jahr – die Idee aufkam, eine so genannte Forscherklasse zu gründen. Impulsgeber war der erst kurz zuvor ins Amt berufene Schulleiter Stephan Feuerpfeil höchstpersönlich, der selbst auch ein enthusiastischer Mathematik- und Physiklehrer ist. Die Idee war, für interessierte und begeisterungsfähige Fünftklässler am Nachmittag fakultativ sogenannte Forscherstunden anzubieten. Unter der Leitung von Frau Gründel fand sich schnell ein motiviertes Team aus Lehrkräften, die ganz verschiedene Fragestellungen aus dem MINT-Bereich, also den naturwissenschaftlichen Fächern, zusammengetragen haben. Es ergaben sich Themen, wie z.B. „Feuer und Flamme“, „Was genau machen eigentlich die Bienen?“, „Sterne mal anders“ oder auch „Warum werden im Herbst die Blätter bunt?“. Alle waren begeistert von der Idee und auch die enormen Anmeldezahlen von besonders naturwissenschaftlich interessierten Kindern bestätigen die Idee dieses zusätzlichen Angebots am Alexandrinum.

Erste Eindrücke und der Lockdown

Die Vorfreude der Kinder am ersten Schultag war groß und schon nach der ersten Forscherstunde im Chemielabor waren die Kinder in ihrem Enthusiasmus kaum noch zu bremsen. Verknüpft mit einer durchdachten Planung war natürlich die Hoffnung, dass – nach den letztjährigen Einschränkungen – im neuen Schuljahr ein normales Arbeiten in der Schule möglich sein wird. Der Lockdown hat uns hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber immerhin konnten bereits bis zu den Weihnachtsferien ganz verschiedene Forschungsfelder gemeinsam mit den Kindern bearbeitet werden und auch während der Schulschließung gab es ein zusätzliches Online-Angebot für die recht ungeduldigen kleinen Forscher, das auch von fast allen Kindern angenommen wurde.

Alle hoffen nun, dass die Einschränkungen der letzten Wochen bald ein Ende haben werden und dass es dann für das Forscherteam am Alexandrinum voller Tatendrang in die nächste Runde gehen kann. Denn so vielfältig und reichhaltig wie die Natur selbst sind natürlich auch die noch offenen Fragen, so dass es allen Beteiligten sicher nicht langweilig werden wird. Und ganz besonders freuen wir uns auch schon auf die Neuanmeldungen kleiner neugieriger Forscher aus den vierten Klassen.

Das Forscherteam vom Alex


Eine häufige Frage: Wie werden die Klassen gebildet?

Damit Kinder mit ihren Freunden aus der Grundschule zusammen bleiben können, auch wenn einige in der Forscherklasse sind und andere nicht, haben wir in diesem Schuljahr zwei Forscherklassen  gebildet. Jede besteht zu gleichen Teilen aus „Forschern“ und Schülern, die dieses Programm nicht in Anspruch nehmen. Wir haben bei der Bildung nahezu alle Wünsche nach einer gemeinsamen Klasse bei der Anmeldung umsetzen können.

Dadurch können alte Freundschaften erhalten bleiben und neue entstehen, denn wir wissen alle: Gemeinsame Interessen verbinden!