Begabtenprogramm
Was ist Begabtenförderung?
Über den eigenen Tellerrand schauen, Angebote wahrnehmen, die über den Fächerkanon des Gymnasiums hinausgehen und sowohl dem Wissensgewinn als auch der Persönlichkeitsbildung dienen – das ist das Ziel der Begabtenförderung.
„Wie erschafft man Künstliche Intelligenz?“, „Woher weiß das Auto, dass ich bremse?“, „Wie die Börse funktioniert“, „MUT – Mädchen und Technik“ oder „Wasserstoff – der Energieträger der Zukunft“ – dies sind nur wenige Beispiele für Veranstaltungstitel aus einem umfangreichen und vielseitigen Programm, das das SchülerForschungsZentrum (SFZ) Oberfranken auch im Schuljahr 2025/26 im Angebot hat. Das Besondere dabei ist, dass diese Kurse zwar Teil der Begabtenförderung sind, aber alle Schülerinnen und Schüler – unabhängig von ihrem Notendurchschnitt – daran teilnehmen können. Weitere Informationen für Interessierte finden sich dazu auf der Seite des TAO-Schülerforschungszentrum Oberfranken.
Für Schülerinnen und Schüler, die aufgrund sehr guter schulischer Leistungen in das Begabtenförderungsprogramm aufgenommen werden konnten, werden Begabtenförderkurse durch die MB-Dienststelle eingerichtet.
Eine Übersicht über die in Oberfranken für das Schuljahr 2025/26 zur Wahl stehenden Kurse, Kursbeschreibungen und allgemeine Informationen zur Begabtenförderung finden Sie auf der entsprechenden Seite des Kultusministeriums (Abschnitt „Module der Regionalen Begabtenförderung
Kurse am Alexandrinum
Wir bieten seit Jahren Pluskurse und Begabtenförderungsprogramme für besonders Leistungsstarke an.
Beispiele aus dem aktuellen Schuljahr und den vergangenen Jahren:
- „Von Rom nach Paris – wie viel Latein steckt in Französisch?“ 2025/26
- Ich weiß, dass ich nicht(s) weiß – Einführung ins Philosophieren 2024/25
- Doppelte deutsche Diktaturerfahrung 2023/24
- „3D-Graphik“ 2022/23
- „Die Honigbiene als Schnittstelle zwischen Gesellschaft, Ökologie und Landwirtschaft“ 2021/22
- „Must-reads of English world literature“ – Regionale Begabtenförderung in Oberfranken 2017/18 am Alexandrinum
- „Ich und die Anderen …“ – Regionale Begabtenförderung in Oberfranken 2016/17 am Alexandrinum
Unsere Schülerinnen und Schüler bei externen Veranstaltungen
- Mathematische Problemlösungsstrategien und Beweistechniken
- Von Bienen und Rätseln: Unsere Abenteuer im Rahmen des Begabtenförderprogramms
- Die Deutsche Schülerakademie in Papenburg 2024 – Erfahrungsbericht von Viola Oßler
- Deutsche Schülerakademie – Erfahrungsberichte von Emilia Schagerl und You Wei Liu
- „Die Welt verstehen – aktuelle internationale Politik“ und „Projekt Energiewende in Deutschland – wo stehen wir, wo müssen wir hin, wie schaffen wir das?“ auf Kloster Banz
- Forensik am Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim: „Chemie des Todes oder: mit forensischen Mitteln dem Verbrechen auf der Spur“
- Das Seminar „Rapid Prototyping mit Mikrocontrollern“
- Der Workshop „Herausforderungen und Perspektiven in der Humanmedizin“ am Coburger Klinikum
Die Berichte sind unten auf dieser Seite zu finden.
Verantwortliche Lehrkraft
OStRin Weiser
Wenn man an MINT und berühmte Forscher denkt, kommen einem oft Namen wie Albert Einstein, Nikola Tesla oder Dmitri Mendeleev in den Sinn. Doch auch Frauen haben einen bedeutenden Beitrag zur Wissenschaft geleistet. So entdeckte Marie Curie beispielsweise die Elemente Radium und Polonium und prägte den Begriff der Radioaktivität – eine Erkenntnis, die bis heute für Medizin, Chemie und Physik von großer Bedeutung ist. Genau mit diesen Themen beschäftigten wir uns in diesem Jahr im Begabtenkurs „Mädchen und MINT“ am Dientzenhofer-Gymnasium Bamberg.
Mein Ziel im Kurs war es, mehr über MINT-Fächer zu erfahren und zu erleben, wie vielfältig und spannend diese Bereiche sein können. Bei einem der Treffen wurde beispielsweise ein Weihnachtsbaum beleuchtet. Dabei lernte ich, wie LED-Lichter funktionieren und worin der Unterschied zu herkömmlichen Glühbirnen liegt.
Ein weiteres Highlight war der Besuch der Hochschule Coburg. Dort erhielt ich eine kurze Führung und spannende Einblicke in das Thema Mikrochips.
Im Rahmen der Begabtenförderung beschäftigte ich mich außerdem mit bedeutenden Wissenschaftlerinnen wie Marie Curie, Katherine Freese und Rachel Carson. Auch praktische Projekte kamen nicht zu kurz: Ich gestaltete T-Shirts mit Druckverfahren und arbeitete mit einer Lasercutter-Maschine.
Im Bereich Chemie wurde ebenfalls experimentiert. Ich lernte den sicheren Umgang mit dem Bunsenbrenner und führte anschließend eigene Versuche durch, bei denen ich Glukose in verschiedenen Lebensmitteln nachwies.
Abschließend kann ich sagen, dass mir der Kurs nicht nur viele neue Kenntnisse vermittelt hat, sondern mir auch gezeigt hat, wie spannend und abwechslungsreich MINT-Fächer sein können. Ich konnte selbst ausprobieren, experimentieren und Neues entdecken. Der Begabtenkurs „Mädchen und MINT“ war für mich eine sehr wertvolle Erfahrung, die mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Marina Kozlova, Klasse 7a
Als ich mich für zwei Kurse zur Begabtenförderung angemeldet habe, dachte ich kurz: Muss ich jetzt besonders ernst schauen? Zum Glück nicht. Stattdessen habe ich zwei Kurse erlebt, die dann einfach genial waren.
Der erste war Improvisationstheater am Gymnasium Casimirianum mit Frau Hoepfel. Leitfach Deutsch, aber nicht so, wie man es aus dem Klassenzimmer kennt. Wir waren eine kunterbunte Gruppe von der 6. bis zur 9. Jahrgangsstufe und ungefähr alle zwei Monate haben wir uns in Szenen gestürzt, die es zwei Minuten vorher noch gar nicht gegeben hat. Ich habe gelernt, dass ein verpatzter Einsatz kein Drama ist, sondern oft der lustigste Moment des Tages. Außerdem habe ich Menschen kennengelernt, die ich sonst nur von Weitem gesehen hätte. Irgendwann merkte ich: Impro ist nicht nur Theater, sondern ein Training für das echte Leben – schnelle Entscheidungen, aufmerksam zuhören und wenn Plan A streikt, einfach auf Plan B oder Plan C umsteigen.

Der zweite Kurs trug den schönen Titel „Über das Schreiben“. Der Schriftsteller Ben Rakidžija leitete den Online-Schreibworkshop. In der Ankündigung stand etwas von kleinen Experimenten, Spaß und einem Augenzwinkern – und genau so war es. Wir starteten mit Mini-Übungen, die uns ganz schön herausforderten: eine Szene nur mit Geräuschen beginnen, einen Ort beschreiben, ohne das Wort „Ort“ zu benutzen oder die Perspektive eines Gegenstands einnehmen. Aus „Ich weiß nicht, was ich schreiben soll“ wurde ziemlich schnell „Moment, mir ist da gerade etwas eingefallen“, und schwupps war die Seite nicht mehr leer, sondern voll mit Ideen. Mein Bleistift hatte dermaßen Schreiblaune, dass er nur widerwillig zum Spitzer-Stopp angehalten hat. Obwohl der Workshop eher für die 8. bis 10. Klassen gedacht war, habe ich mich nie fehl am Platz gefühlt. Der Tag verging wie im Flug! Was von beiden Erlebnissen bleibt, passt in einen Satz: Trau dich, anzufangen, auch wenn du noch nicht weißt, wohin es geht – denn genau dort warten die besten Überraschungen. Das Impro und das Schreiben haben mich mutiger gemacht. Ich bin sicherer geworden, wenn ich vor anderen spreche und geduldiger, wenn ein Text nicht sofort so will wie ich.
Am Ende dieser zwei Kurse habe ich nicht nur neue Leute kennengelernt, sondern auch Seiten an mir, die vorher ein bisschen schüchtern waren. Ich danke Frau Hoepfel für die Bühne ohne Drehbuch, allen Mitspielern für die legendären spontanen Ideen und Ben Rakidžija für die freundlichen Stupser in Richtung „Einfach anfangen“. Mein Fazit: Begabtenförderung klingt vielleicht erst einmal anstrengend, ist dann aber wie ein Abenteuer für Kopf und Herz. Nächstes Jahr? Unbedingt wieder. Ich bringe Humor, Neugier und einen frisch gespitzten Bleistift mit.
Hilda Koch, Klasse 7d
Am Ende des vergangenen Schuljahres hatte ich die Möglichkeit, an der 16-tägigen Deutschen Schüler Akademie im kleinen Örtchen Veckenstedt teilzunehmen. Dabei verbrachte ich meine Tage hauptsächlich im Kurs „To Infinity and beyond“. In diesem setzten wir uns mit dem historischen Umgang mit dem Unendlichen auseinander, das lange als paradox galt. Wir betrachteten die Kontraste von Endlichkeit und Unendlichkeit anhand zentraler Konzepte der Analysis wie reelle Zahlen, Konvergenz, Stetigkeit und Vollständigkeit. Darauf aufbauend widmeten wir uns unendlich dimensionalen Strukturen, die mir einen neuen Blickwinkel auf die Mathematik ermöglichten, losgelöst von der Schulmathematik. Oft hatten wir die Gelegenheit, in kleinen Gruppen an mathematischen Problemen zu arbeiten und Beweisverfahren zu führen. Jeder konnte zudem eine kleine Präsentation halten, die auf der Grundlage von Fachliteratur selbst erarbeitet wurde.
Jedoch vermittelt die DSA viel mehr als nur fachliches Wissen. Die andere Hälfte des Tages verbrachte man meist damit, Schlaf nachzuholen, sich auszutauschen oder an den sogenannten „KüAs“, den kursübergreifenden Aktivitäten, teilzunehmen. Von Orchester und Stricken über U-Boot-Surfen und Judo bis hin zum Halbmarathon war fast alles dabei – es wurde also nie langweilig.
Es gab aber auch „kursfreie” Tage: den Exkursionstag und die Rotation. Am Exkursionstag konnte man zwischen einem Ausflug nach Halberstadt oder Marienborn und einer Wanderung durch den Harz wählen. Ich habe an der 25 Kilometer langen Wanderung teilgenommen. Diese war landschaftlich wunderschön, wäre da bloß nicht der Regen gewesen… Am Rotationstag hörte man von jedem der anderen vier Kurse ein Referat über das jeweilige Kurswesen. So konnte man kurz in interessante Themen der Psychologie, Astronomie, Kartografie und Medizin eintauchen.
Für mich war es eine sehr bereichernde Erfahrung. Die DSA ist eine tolle Möglichkeit, um liebe Menschen kennenzulernen und ganz nebenbei sein Fachwissen zu erweitern!
Emma Baetz, 13. Klasse
Wir haben uns in diesem Schuljahr für das Begabtenseminar „Medienethik“ am Casi angemeldet. Unsere Lehrerin Frau Schmidt begleitete uns wunderbar durch ihren Kurs. Unsere Gruppe umfasste drei Schülerinnen vom Alex und 6 Schülerinnen und Schüler vom Casi. Wir haben sehr viel in Bezug auf Fake News gelernt. Außerdem begleiteten uns weitere Profis durch das Jahr. So lernten wir beispielsweise Leon Eberhardt, einen ehemaligen Schüler des Casis und heutigen Influencer, kennen. Dieser erzählte uns von seinem Politik-Kanal. Zuletzt besuchte uns Christian Limpert, welcher ein ARD-Korrespondent aus Tel Aviv ist. Er veranschaulichte uns, wie sein Alltag in Tel Aviv aussah, und berichtete, wie ein Redakteur arbeitet. Besonders einprägsam ist für uns dabei gewesen, wie versteckt die Quellen angegeben werden. Wir hatten außerdem auch das Glück, dass Herr Limpert uns die damalige Lage während des Krieges mit sehr gutem Videomaterial verständlich erklärte. Im Mai hielt Herr Klaus Ott einen Vortrag über Journalismus, welcher sehr interessant war. Außerdem hatten wir das Glück als einzige Schülerinnen der Mittelstufe und Unterstufe an diesen Vorträgen neben den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe teilzunehmen. Eine für uns ebenfalls sehr hilfreiche Stunde für unsere kommenden Jahre am Alex war die, in der wir das Auswerten von Diagrammen geübt haben. In der Winterzeit brachte Frau Schmidt uns leckere Lebkuchen mit, leider verletzte sie sich, und deshalb konnte der Kurs nicht so oft wie geplant stattfinden. Ein weiter Grund, warum wir jedem, der die Möglichkeit hat, empfehlen würden, an dem Begabtenförderungsprogramm teilzunehmen ist das Kennenlernen von Schülerinnen und Schülern aus anderen Schulen. Wir würden uns sehr freuen im kommenden Jahr wieder an der Begabtenförderung teilnehmen zu dürfen und hoffen sehr, dass der Kurs „Medienethik“ am Casi wieder stattfinden wird. Wir hoffen, dass es Frau Schmidt auch gefallen hat mit uns zusammen zu arbeiten. Zuletzt wollen wir uns noch recht herzlich beim Alexandrinum bedanken, welches uns die Möglichkeit bereitstellt dieses Programm zu bestreiten, und natürlich bei Frau Weiser, welche uns fast wöchentlich über Kurse informierte, sie leistete einen großartigen Job.
Greta Linß, Klasse 8b
Wie läuft eigentlich eine echte Gerichtsverhandlung ab? Oder wie sieht moderne Umwelttechnologie an einer Universität aus? Genau solche Einblicke konnte ich dieses Schuljahr durch die oberfränkische Begabtenförderung gewinnen.
Ich habe dieses Schuljahr sowohl an eintägigen als auch an regelmäßig stattfindenden Angeboten teilgenommen: Im Oktober haben wir uns mit einer Gruppe von 15 Personen im Globe in Coburg zum Angebot „Theater hautnah erleben“ getroffen, wobei wir spannende Einblicke in die Arbeit auf und hinter der Bühne erhielten und anschließend die Soirée von „La Bohème“ besuchten. Im November hatte ich die Chance, beim Amtsgericht und der Staatsanwaltschaft Bamberg einen Einblick in die juristische Tätigkeit von Richtern, Verteidigern und Staatsanwälten zu bekommen. Besonders spannend war die öffentliche Hauptverhandlung, bei der wir Zeugenaussagen direkt miterleben konnten – etwas, das man vielleicht sonst nur aus Filmen kennt. Zuletzt habe ich im Februar die Fakultät für Ingenieurswissenschaften in Bayreuth besucht und dort Einblicke in die moderne Umwelt- und Ressourcentechnologie sowie in weitere Studiengänge durch aktualitätsbezogene Vorträge und Führungen erhalten. Dabei wurde mir deutlich, wie stark moderne Ingenieurswissenschaften mit aktuellen Umweltfragen verbunden sind. Ebenfalls habe ich regelmäßig in Kulmbach am Amateurfunk teilgenommen, einem sehr anwendungsbezogenen und technischen Hobby mit internationaler Vernetzung. Die verschiedenen Angebote haben mir gezeigt, wie vielseitig die Begabtenförderung aufgebaut ist. Insgesamt war die Teilnahme für mich persönlich eine Bereicherung, nicht nur wegen des neu gewonnenen Wissens, sondern auch durch die Einblicke in konkrete Studien- bzw. Berufsfelder und das Kennenlernen neuer Personen mit ähnlichen Interessen. Wer neugierig ist und gerne über den Schulalltag hinaus Neues entdecken möchte, wird hier viele spannende Erfahrungen sammeln können.
Julia Halecka, 12. Klasse
Begabtenförderung am Alexandrinum im Schuljahr 2024/25
Begabtenförderung – wer macht da eigentlich mit?
Alle Schülerinnen und Schüler, die im Jahreszeugnis des vergangenen Schuljahres in den Kernfächern einen Notendurchschnitt von 1,50 oder besser erreicht haben, sind zur Teilnahme an der Begabtenförderung berechtigt.
Und was bietet die Begabtenförderung überhaupt?
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Begabtenförderung können kurze, ein- bis dreitägige Seminare besuchen, die zum Teil online, zum Teil in Präsenz abgehalten werden. Kern des Programmes sind aber die Begabtenkurse, die mit mehreren Treffen über das gesamte Schuljahr verlaufen und in deren Rahmen sich die Schülerinnen und Schüler vertieft mit Themen auseinandersetzen, die über das schulische Lernen hinausgehen. Die Teilnahme am Begabtenprogramm wird natürlich durch eine Bemerkung im Jahreszeugnis gewürdigt.
Die Bandbreite der Kursthemen ist sehr vielfältig:
So nahmen unsere Schülerinnen und Schüler z.B. wie Isabella Odenbach (Klasse 6a) am Kurs „Mathematische Problemlösungsstrategien und Beweistechniken“ teil, der am Ernestinum stattfand. Greta Martin und Berenike Raps (beide Klasse 7c) beschäftigten sich am Casimirianum mit „Escape Games“ und fuhren außerdem ans Dientzenhofer-Gymnasium in Bamberg, um in die Welt der „Biodiversität“ einzutauchen. Aber auch eintägige Seminare wie der online-Kurs „Mündliche Prüfungen souverän meistern“ fanden Zuspruch.
Auch bei uns am Alexandrinum fand wieder ein Begabtenkurs statt: Herr StR Balling bot den Kurs „Ich weiß, dass ich nicht(s) weiß – Einführung ins Philosophieren“ für die Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgangsstufen an.
Am Ende jeden Schuljahres findet der Tag der Begabtenförderung auf Kloster Banz statt, an dem sich Schülerinnen und Schüler aus ganz Oberfranken treffen und über ihre Erfahrungen bei den Begabtenkursen austauschen können. Sie nehmen dabei gemeinsam an einem Vortrag und verschiedenen Workshops teil. Diesmal befasste sich der Vortag auf Banz mit dem Thema „Stillstand in Deutschland? – Oberfranken als Trendsetter für HighTech und KI!?“. Referent war Herr Dr. Adrian Roßner, der Geschäftsführer des Bayerischen Wissenschaftszentrums für KI und SuperTech, der 2022 den Preis für gute Lehre erhalten hat. Die Workshops umfassten Themen wie „Escape und Serious Games“, „Sprechen wie die Profis: Dein Weg zur überzeugenden Rhetorik“ oder „Mumien und andere Überreste von Körpern“. Auch hier war das Alexandrinum natürlich auf Schülerseite, aber auch durch das Kursangebot „Mathe-Schere-Papier“ von Herrn OStD Feuerpfeil vertreten.
Zusätzlich bietet das SchülerForschungsZentrum Oberfranken (SFZ) im Rahmen der Begabtenförderung über das gesamte Schuljahr hinweg Veranstaltungen an, die ungeachtet ihres Notendurchschnittes allen Schülerinnen und Schülern offen stehen.
Sehr gefreut haben wir uns darüber, dass das Alexandrinum auch in diesem Sommer eine Schülerin zur Deutschen SchülerAkademie (DSA) schicken kann: Die Bewerbung von Emma Baetz (12. Klasse) war erfolgreich! Die DSA richtet sich an besonders leistungsfähige und motivierte Jugendliche der beiden letzten Jahrgangsstufen vor dem Abitur. Unter Anleitung von qualifizierten Kursleitenden arbeiten sie an anspruchsvollen Themen – oft auf dem Niveau von Hochschulstudiengängen in den ersten Semestern. Neben dem Kursprogramm gibt es in der SchülerAkademie zahlreiche weitere Aktivitäten: Theater, Musik, Exkursionen, Chor, Sport, Gastvorträge u.v.m. Einige dieser Aktivitäten bieten anspruchsvolle Auseinandersetzung mit neuen, unbekannten Themen, andere machen einfach nur Spaß!
OStRin Christina Weiser
(Koordinatorin für Begabtenförderung am Alexandrinum)
Mein Kurs fand an fünf Vormittagen am Gymnasium Ernestinum statt.
Zuerst wurden wir auf den Landeswettbewerb Mathematik vorbereitet und bekamen nützliche Informationen, mit denen wir dann selbständig zu Hause versuchen konnten, Lösungen für die Aufgaben auszuarbeiten und einzusenden.
Während des Kurses habe ich auch interessante Einblicke in die Welt der Geometrie (Formen, Winkel, Thalessatz usw.) bekommen. Das Arbeiten mit der Geometriesoftware “Geogebra” hat mir sehr gut gefallen.
Als besondere geometrische Körper haben wir Eulersche Polyeder kennengelernt, je nach Anzahl ihrer Flächen genannt Tetraeder, Hexaeder, Oktaeder, Dodekaeder oder Ikosaeder. Wir haben diese Körper aus Netzen zusammengeklebt und konnten an diesen Objekten dann die Eulersche Polyederformel überprüfen, die besagt:
Anzahl der Flächen + Anzahl der Ecken – Anzahl der Kanten ergibt immer 2.
Auf dem Foto ist ein Ikosaeder mit 20 Flächen aus gleichförmigen Dreiecken zu sehen.
Weiterhin haben wir uns mit dem Aufbau der Beweismethode „Beweis durch Widerspruch” anhand eines Beispiels („Es gibt unendlich viele Primzahlen”) beschäftigt.
Kreativität war bei der Erstellung eines Wettbewerbs „Schüler für Schüler” gefragt. Jedes Kursmitglied hat sich Aufgaben ausgedacht. Daraus wird ein Wettbewerb für Fünftklässler konzipiert, denen ich viel Spaß beim Knobeln wünsche!
Isabella Odenbach (Klasse 6a)
Während des vergangenen Schuljahres hatten wir im Rahmen der Begabtenförderung die Möglichkeit an zwei Kursen teilzunehmen. Diese führten uns an das Dientzenhofer-Gymnasium in Bamberg und ans Casimrianum in Coburg.
Im Kurs „Biodiversität“ am Dientzenhofer-Gymnasium tauchten wir in die Welt des Kleinen ein. Mit Mikroskopen untersuchten wir Pflanzen, Zwiebeln und sogar Bakterien, die plötzlich in erstaunlichen Details vor unseren Augen erschienen. Besonders beeindruckend war der Besuch bei den Bienenstöcken, wo wir mithilfe einer speziellen App die verschiedenen Bienenarten identifizieren konnten, die dort leben.
Ein weiteres Highlight war unser Ausflug zum botanischen Garten in Erlangen. Hier erkundeten wir die Vielfalt der Pflanzenwelt und lernten den Weg der Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade kennen – am Ende durften wir die Schokolade auch probieren!
Als Abschluss stand noch ein Besuch im Tiergarten Nürnberg an, wo wir an der spannenden Themenführung „Tricksen, Tarnen, Täuschen“ teilnahmen und lernten, welche erstaunlichen Überlebensstrategien die Tierwelt entwickelt hat.
Parallel dazu nahmen wir am Casimirianum in Coburg am Kurs „Escape Games“ teil. Zu Beginn durften wir selbst solche Rätselspiele ausprobieren und uns den kniffligen Herausforderungen stellen. Es war faszinierend zu sehen, wie unterschiedliche Hinweise und Puzzles miteinander verknüpft werden, um eine spannende Geschichte zu erzählen und man immer wieder vor neue Denkaufgaben gestellt wird.
Nach dieser Erfahrung wurden wir selbst kreativ: In verschiedenen Gruppen entwickelten wir eigene Escape-Game-Konzepte. Besonders spannend war auch hier der Abschluss des Kurses, weil wir alle selbst entworfenen Spiele ausprobierten und uns gegenseitig mit unseren Rätseln herausforderten.
Greta Martin und Berenike Raps (Klasse 7c)
- Bakterium
- Schale einer Zwiebel
Bakterien und Viren – jeden Tag wird der Mensch mit Erregern konfrontiert, oft, ohne es zu merken. Doch nicht immer bleibt die Aktivität unseres Immunsystems verborgen. So erhöht sich zum Beispiel die Körpertemperatur im Zuge der unspezifischen Immunantwort, um die Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen. Auch können Lymphknoten anschwellen, was auf die Zellproliferation von Lymphozyten zurückzuführen ist, die Krankheitserreger bekämpfen.
Mit meinem Kurs „Im Auge des Zytokinsturms – Wenn das Immunsystem außer Kontrolle gerät“ an der JGW-Schülerakademie habe ich mich 13 Tage lang damit beschäftigt, wie das Immunsystem funktioniert, welche Rolle dabei Zytokine spielen und was passiert, wenn bei der Immunantwort trivial gesagt etwas schief geht. Obwohl die Kursinhalte herausforderten, war es durchweg spannend, auch durch die Kursleiter, die offen für unsere Interessen, Anliegen und Fragen waren. In der Mitte der Zeit gab es eine Zwischenpräsentation, die in Gruppen vorbereitet wurde und vor den anderen Kursen vorgestellt wurde. Gegen Ende ging es dann in die Vorbereitung der sogenannten „Dokumentation“, deren Inhalte wir uns in Gruppen unter Verwendung von Fachliteratur erarbeiteten. Zudem erhielten wir die Möglichkeit, an einem gesonderten Abend die Kursleiter mit Fragen über ihren Werdegang zu löchern, sei es der TMS, Stipendien oder duales Studium.
Doch obwohl der Kurs zentral für meine Zeit auf der Akademie war, kam auch die Freizeit nicht zu kurz. So gab es für mich zwischendrin eine Exkursion zum Schloss Clemenswerth, während andere eine Kanufahrt unternahmen. In dem malerischen Seeambiente unserer Unterkunft konnte man mit anderen per Boot in See stechen, im Schatten Spiele spielen oder sich einfach austauschen. Am sogenannten Ausschlaftag konnte man einen 3D-Drucker nutzen, mit dem ich mein vorher nur virtuelles Haustier ausdrucken konnte. In den sogenannten „KüAs“ (kursübergreifende Aktivitäten) lernte ich erste Sätze auf Gebärdensprache, sang im Chor, spielte Tischtennis und lernte neue Menschen aus ganz Deutschland kennen.
Nach einer ereignisreichen Akademiezeit mit vielen neuen Erinnerungen und Wissen im Gepäck hieß es Abschied nehmen von der wunderbaren Akademieatmosphäre und den tollen Leuten. Daher kann ich jedem, der eine Teilnahme erwägt, nur zur Bewerbung raten!
Viola Oßler (12. Klasse)
- DSA in Papenburg
- Haustier aus dem 3D-Drucker
Diktaturen zu verstehen, stellt die Politik wie die Wissenschaft vor Herausforderungen: Die durchaus zu Beginn gewaltbereite Diktatur verliert irgendwann diese Gewalt, nistet sich in den Köpfen und Handlungen der in Angst lebenden Menschen ein und zwingt diese dazu, sich einer Minderheit zu unterwerfen, darauf bauend, dass man durch die Schergen der diktatorischen Minderheit weder verfolgt noch getötet wird. Bedauerlicherweise existieren in der Welt mehr Diktaturen als Demokratien. Betrachtet man jüngere Entwicklungen der westlichen Demokratien, dann beängstigt das Ergebnis: Einst etablierte Demokratien schlagen unter charismatischen Populisten problematische Wege ein.
Was ist es also, was dazu führt, dass weltweit so viele Diktaturen existieren, dass gar überzeugte Demokratien irgendwann problematische Entwicklungswege beschreiten und das Feld der Demokratie zu verlassen scheinen?
Deutschland hat die NS-Diktatur erleben müssen, ein Teil Deutschlands im Anschluss daran sogar noch die SED-Diktatur. Zwei Diktaturen auf deutschen Boden, aus denen man den Charakter der Diktatur ableiten kann, den Mechanismus einer Diktatur herausarbeiten kann, verstehen kann, weshalb sich Menschen irgendwann dieser Gewaltherrschaft unterwerfen.
Zu Beginn des Begabtenkurses haben wir uns damit beschäftigt, das Wesen der Diktatur zu ergründen. Mithilfe der politologischen und soziologischen Theorie haben wir uns bemüht, den Charakter der Diktatur zu beschreiben: Diktaturen sind Gewaltherrschaften einer Minderheit, die auf Angst und Schrecken baut, dadurch die Unterworfenen dazu zwingt, etwas zu tun, was diese nicht wollen, gleichzeitig etwas zu unterlassen, was möglicherweise gefährlich für sie wäre. Im Zuge dieser ersten Erkenntnisse haben wir aber auch den Zauber der Diktatur auf Basis der Massentheorie herausstellen müssen, ein Zauber, der zu Beginn einer Gewaltherrschaft verführt und dem man sich nur schwer widersetzen kann.
Auf Basis dieser Erkenntnisse haben wir uns die beiden deutschen Diktaturen genauer angeschaut und dabei wesentliche Unterschiede herausgestellt, vor allem aber auch das Gemeinsame benannt. Diktaturen gaukeln auf Basis fragwürdiger Ideologien einfache Lösungen für komplexe Probleme vor, verführen alsdann die Masse mit zur Schau getragenem Pomp und dessen unterstützender Masse, zwingen sodann mit Gewalt die Unentschlossenen unter das Joch ihrer grausamen Herrschaft … Neben all der Gewalt der Diktatur gegen das eigene Volk, neben dessen grausamer Unterdrückung ist folgende Tatsache beängstigend traurig: Hat sich die Diktatur einmal durchgesetzt, ist es nur sehr schwer möglich, sich von dieser zu befreien und sich dieser wirklich zu entledigen; denn selbst wenn man es geschafft hat, sich zu befreien, scheint es, als ob der Geist der einstmals Unterdrückten doch noch ergriffen ist von jenem Gift der erlebten Diktatur. Oder wie kann man es anders erklären, dass einstmals demokratische Gesellschaften wie diese in Ungarn oder in Polen trotz besseren Wissens ob der eigenen Diktaturgeschichte nunmehr doch wieder jenen Weg einschlagen, der sie von der Demokratie entfernt?
OStR Tobias Pohl (Kursleiter)
Technik, Gesundheit und Lebensmittel – in so gut wie allen Bereichen unseres Lebens ist die Chemie nicht mehr wegzudenken. Doch auch nach unseren Leben hat sie einen hohen Stellenwert, vor allem, wenn es sich nicht um einen natürlichen Tod handelt. Genau mit diesem Teilgebiet der Chemie, der sogenannten Forensik, setzte sich der Kurs „Chemie des Todes oder: mit forensischen Mitteln dem Verbrechen auf der Spur“ auseinander. An fünf Terminen traf ich mich mit 12 anderen Kursteilnehmern im Chemiesaal des Ehrenbürg-Gymnasiums Forchheim, um Methoden kennenzulernen, mit denen man Verbrechen analysieren, rekonstruieren und aufklären kann.

So stellten wir selbst Kunstblut her, mit dem wir die Auswirkung von Fallhöhe und Auftreffwinkel auf das Aussehen der Bluttropfen untersuchten. Dadurch kann man anhand von Bluttropfen auf den Tathergang schließen. Außerdem probierten wir selbst mit einigen Experimenten aus, Blut, in unserem Fall Schweineblut, nachzuweisen. Darunter zählt auch der Blutnachweis mit Luminol, den einige sicher aus Kriminalfilmen kennen. Dabei leuchten die mit Blut versehenen Stellen nach Besprühen mit der Luminol-Lösung blau auf.
Mit dem Programm Flashface stellten wir unser Gedächtnis auf die Probe, indem wir externen Schüler versuchten, Phantombilder der Schulleiterin zu erstellen, die wir am Anfang der Stunde für einige Minuten gesehen hatten.
Zudem lernten wir, wie man Fingerabdrücke sicherstellen und analysieren kann und führten eine DNA-Isolierung mit einer Tomate und einer Zwiebel durch. Neben dem chemischen Wissen dazu nahmen meine Gruppenpartner und ich so auch praktische Fertigkeiten zum Zwiebelschneiden mit und stellten fest, das Youtube-Skills nicht immer funktionieren, sondern auch mal in einer Schnittwunde enden können.
Viola Oßler, 11b
Mein Kurs widmete sich dem Zusammenbau und der Programmierung von Mikrocontrollern. Mit Hilfe eines Steckbretts haben wir diese für verschiedene Zwecke mit unterschiedlichen Komponenten verbunden. Gemeinsam mit Schülern aus umliegenden Schulen trafen wir uns sechs Mal am Gymnasium Ernestinum Coburg für jeweils vier Schulstunden, um verschiedene Projekte umzusetzen, die über das Jahr verteilt waren. Mikrocontroller sind kleine Computersysteme mit integriertem Prozessor, mit denen individuell angepasste Hardware zu verschiedenen Geräten kombiniert werden kann. Unser Hauptprojekt war es, ein elektronisches Musikinstrument zu bauen, das durch die Variation des Abstands zwischen Hand und Instrument bedient werden konnte. Hierfür nutzten wir einen der besagten Mikrocontroller, einen Lautsprecher und einen Abstandssensor, unterstützt durch 3D-Druck und Lasercutting für die Gehäuse.
Wir hatten die Möglichkeit, das Projekt größtenteils selbst zu übernehmen, einschließlich der Gestaltung des Gehäuses und des Zusammenbaus. Lediglich bei der Programmierung des Mikrocontrollers erhielten wir Hilfe von unserem Kursleiter, der uns den Code zur Verfügung stellte und seine Bedeutung erläuterte. Neben dem Hauptprojekt konnten wir auch mit einer visuellen Programmiersprache einen Mikrocontroller programmieren und verschiedene Aufgaben lösen. Eine visuelle Programmiersprache ermöglicht die Erstellung von Programmen durch die Anordnung grafischer Elemente, was im Vergleich zu textbasierten Sprachen eine bessere Verständlichkeit bietet.
Ein weiteres Highlight war der Zusammenbau eines Roboters und einer mit KI-Technologie ausgestatteten Kamera. Wir konnten Programme entwickeln, die es dem Roboter ermöglichten, einen farbigen Ball mithilfe der Daten der KI-Kamera zu verfolgen. Zudem haben wir neben diesen Projekten auch anderweitig mit dem 3D-Drucker und dem Lasercutter gearbeitet, wobei wir unsere erstellten Figuren auch mit nach Hause nehmen durften.
Jannik Heinold, 9a
Im Rahmen der regionalen Begabtenförderung habe ich Anfang Februar gemeinsam mit einer weiteren Schülerin der 11. Klasse an einer Veranstaltung im Coburger Klinikum teilgenommen: Rund um das Thema „Herausforderungen und Perspektiven in der Humanmedizin“ hatten wir den gesamten Tag nicht nur die Chance viel Theoretisches zu lernen, sondern konnten auch einige Eindrücke aus dem realen Alltag im Krankenhaus mitnehmen.
Begrüßt wurden wir durch den Klinikdirektor Herrn Hendel, welcher das Wort anschließend an seinen Stellvertreter Herrn Dr. Post und an Frau Hofmann, welche im Klinikmanagement beschäftigt ist, übergab. Diese beiden leiteten die Gruppe dann durch den Tag, welcher in zwei Teile gegliedert war: Zuerst hatten wir die Möglichkeit die Vielfältigkeit des Berufs der Ärzte und medizinischen Fachangestellten kennenzulernen, indem sieben verschiedene Chef- und Oberärzte in jeweils halbstündigen Vorträgen ihr Fachgebiet erklärten. Diese Präsentationen waren je nach Person ganz unterschiedlich gestaltet: Während einige sehr theoretisch blieben, zeigten andere reale Videos aus dem OP, brachten Modelle mit, oder banden uns mit ein, indem Fallbeispiele angewendet wurden. Im Anschluss waren wir noch dazu aufgefordert je Vortrag eine individuelle Rückmeldung aufzuschreiben, was sicherlich nicht nur für die Redner interessant war, sondern vor allem dazu beigetragen hat, dass wir selbst reflektieren konnten, welche Bereiche uns am meisten interessieren, oder wohl am besten liegen würden.
Nachdem alle Vorträge beendet waren, wurden die Teilnehmer in drei Zehner-Gruppen aufgeteilt, um ebenso viele Stationen, welche im Krankenhaus verteilt waren, zu besuchen. Über den Aufbau eines Krankenhauses und darüber, wie man dort alles managt, hat uns Frau Hofmann informiert. Oberarzt Dr. Franck, welcher uns zuvor in seinem Vortrag etwas über Wirbelsäulenchirurgie erklärt hatte, war für die zweite Station zuständig, an welcher wir einen OP-Roboter vorgeführt bekommen haben. Die wohl interessanteste Station jedoch war eine Führung durch die Räume der Herzabteilung und durch das Herzkatheterlabor, zum einen weil man auch Fragen an die Angestellten stellen konnte, zum anderen, weil es ein wirklich realer Einblick in den Krankenhausalltag war.
Rundum war der Tag im Coburger Klinikum sehr interessant, lehrreich und super organisiert. Vor allem durch die vielseitigen Einblicke konnte man sich ein gutes Bild machen und daraus auch etwas für die persönlichen beruflichen Vorstellungen und Pläne mitnehmen.
Lisa Jacob, 11c
„Ich sprudele vor neuem Wissen nach der Psychologie-Akademie, es war wirklich eine tolle Erfahrung!“ – so meldete sich Emma Baetz (10b) am Ende des Schuljahres 2021/22 bei OStRin Weiser und war voller Motivation, dieses Wissen auch an andere weiterzugeben. Tatsächlich entstand so aus Emmas Teilnahme am Begabtenprogramm heraus die AG „Psychologie anwenden“ am Alexandrinum, die sich in diesem Schuljahr alle zwei Wochen für eine Doppelstunde unter Emmas Leitung traf. Wie schön, wenn das breit gefächerte Programm der Begabtenförderung auf so fruchtbaren Boden trifft und dadurch zugleich das Schulleben am Alexandrinum bereichert wird!
Der Kurs „Psychologie anwenden“
Psychologie ist ein sehr vielschichtiges Thema, das uns jeden Tag hunderte Male über den Weg läuft: Wenn man beispielsweise in einen Streit ohne „richtigen“ Grund verwickelt ist, kann misslungene Kommunikation die Ursache dafür sein. Mit etwas psychologischem Vorwissen lassen sich viele dieser kleinen Streitigkeiten jedoch vermeiden. Daher ist es auch sehr wichtig, psychologische Grundlagen und Verhaltensmuster zu erkennen und sich mit anderen darüber auszutauschen, weshalb die AG „Psychologie anwenden“ entstanden ist.
In diesem Jahr haben wir versucht, die Grundlagen der Psychologie zu verstehen, damit wir sie auf gezielte Themengebiete anwenden können. Mit diesem theoretischen Hintergrundwissen konnten wir gleich mit unserem ersten Thema starten: Unsere Stärken ausfindig machen und analysieren. Hierbei haben wir uns mit Selbsttests, deren Hintergrund und verschiedenen Methoden, die uns dabei helfen, die Vorteile unserer Stärken im Alltag anzuwenden, beschäftigt. Als nächstes haben wir uns mit unserer Kreativität und Methoden, diese zu steigern, auseinandergesetzt. Ein weiterer interessanter Einblick war der in die Psychologie des Glücks und deren Hintergrund. Als nächsten großen Themenkomplex haben wir uns mit der Kommunikation, einem für den Alltag unentbehrlichen Thema, beschäftigt. Auch hierbei sind wir auf die verschiedenen Modelle der Kommunikation (wie z.B. nach Schulz von Thun u. Paul Watzlawick) eingegangen und haben sie auf unseren Alltag übertragen. Zudem waren eigene Kurzvorstellungen immer wieder Teil unserer AG: So haben wir uns beispielsweise Informationen über Persönlichkeitsentwicklung, Farbpsychologie und psychische Störungen präsentiert.
Dieses Wissen gibt allen Teilnehmerinnen die Möglichkeit, viele Alltagssituationen besser zu verstehen und zu bewerkstelligen.

Emma Baetz (10b)
Bei dem ersten Seminar „die Welt verstehen – aktuelle internationale Politik“ auf Kloster Banz wurde uns zunächst aufgezeigt, wie internationale Konflikte tiefgründig verstanden werden können. Nach einer allgemeinen theoretischen Erklärung brachte Dr. Said AlDailami uns das Thema durch intensives Befassen mit dem Ukraine-Konflikt näher. Hierbei hatten wir die Möglichkeit selbst zu recherchieren und unsere Ergebnisse dann der Gruppe vorzustellen, somit konnten wir noch mehr Erkenntnisse gewinnen. Michael Möhnle, der ehemalige Pressesprecher des EU-Parlaments, hielt dann einen lehrreichen Vortrag über den Einsatz der sozialen Medien in Diktaturen und Demokratien, hierbei ging er vor allem auf die Beispiele USA und Russland ein. Seine zweite Präsentation handelte vom Green Deal der EU, dabei zeigte er zunächst auf, welche Folge der Klimawandel mit sich bringt und erklärte wie vor allem Europa jetzt handeln muss. Er ging auf die CO2-Emissionen ein und stellte uns Smart Citys als möglichen Lösungsansatz vor. Möhnle erklärt, dass man sich stärker mit dem Thema befassen muss und sich um eine Energiewende bemühen müsse.
Beim zweiten Seminar „Projekt Energiewende in Deutschland – wo stehen wir, wo müssen wir hin, wie schaffen wir das?“ gab uns der Referent, Prof. Dr. Ing. Josef Neiß, zunächst grundlegende Informationen, wobei er erläuterte, welche und wieviel Energie in Deutschland verbraucht wird sowie welche Maßnahmen für eine erfolgreiche Bewältigung der Energiewende nötig sind. Diese Informationen waren bei einer Exkursion nach Haßfurt hilfreich für das Verständnis. Die Exkursion war eine gute Möglichkeit, das, was zuvor in der Theorie dargelegt wurde, in der Praxis zu sehen. Hierbei erfuhren wir von Dipl. Ing. Norbert Zösch, dem Geschäftsführer der Stadtwerke Haßfurt, wie die Stadt die Energiewende schaffte und es ihnen gelang, unabhängig Strom zu erzeugen. Der Ausflug gab uns die einmalige Chance, ein Windrad von innen und eine Power to gas Anlage zu besichtigen. Die Erfahrung zusammen mit den Gesprächen mit Dipl. Ing. Norbert Zösch waren hilfreich, um sich vorstellen zu können, was hinter dem Projekt Energiewende steckt, und um sich klarzumachen, dass das Ziel nicht unrealistisch ist. Die Exkursion war zudem gut, um mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Es gab hierbei viele Diskussionen über Deutschlands aktuelle Energieversorgung. Die Stimmung war während beider Seminare sehr ausgelassen und wir konnten uns auch außerhalb der Vorträge mit Referenten sowie anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterhalten und Themen vertiefen. Auch wenn es gerade einmal keinen Vortrag gab, konnten wir viel mit den anderen unternehmen und beispielsweise abends Kegeln oder Schwimmen gehen.
In seinem letzten Vortrag bezog sich auch Prof. Dr. Ing. Josef Neiß auf den Ukraine-Krieg und eröffnete eine Diskussion, inwiefern der Konflikt die Klimakrise, aber auch Deutschlands Energiewende beeinflusst. Dabei wurden viele verschiedene Aspekte und Sichtweisen aufgebracht und jeder hatte die Chance seine Meinung zu äußern, es wurden unter anderem Themen wie Atomkraft und die Speicherung von Energie diskutiert. Allgemein lässt sich sagen, dass die Seminare wichtige Themen auf eine lehrreiche Weise vermittelt haben.
Marie Metz und Ann-Marie Beck (Q12)
„11 Tage sind eine lange Zeit“, dachte ich mir immer wieder, als ich im Zug Richtung Schülerakademie in Papenburg saß. Elf Tage mit neuen, fremden Menschen aus ganz Deutschland lagen vor mir. Doch meine anfängliche Sorge, dass ich dort vor allem auf klischeehafte Eigenbrötler treffen würde, löste sich nach dem Kennenlernen der ersten Teilnehmenden schnell in Luft auf. Während ich mit ihnen über Hobbys, Bundesländer und sogar meine anfänglichen Zweifel bezüglich der Akademie sprach, kamen in mir immer mehr Vorfreude und Spannung auf.
Auf der Akademie belegte jede/-r einen von sechs Kursen, wobei sich meiner mit dem Recht auf Asyl beschäftigte. Nach einer allgemeinen Jura-Einführung stellten wir Definitionen auf, klärten ethische Fragen zum Thema Asyl und führten vor allem anregende politische Diskussionen. Neben den zwei täglichen Kurseinheiten erarbeiteten wir außerhalb des Kurses außerdem Gruppenarbeiten und Vorträge, die den anderen Kursmitgliedern vorgestellt wurden, sowie abschließend eine nach den Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens verfasste Dokumentation über die Themen des Kurses.
Die Tage waren zwar gefüllt mit dieser anspruchsvollen Arbeit, jedoch kompensierten meine Kursleitenden Alessandra und David die Anstrengung mit ihrer absolut ungezwungenen und menschlichen Art, durch die wir uns ab der ersten Sekunde wohlfühlten. Die beiden waren nicht nur wahnsinnig intelligent und gebildet, wodurch sie den Kurs auf ein hohes fachliches Niveau hoben, sondern auch lustig und verständnisvoll. Als Gegenpol zur vielen Anstrengung hatten wir außerdem Zeit für KüAs, die kursübergreifenden Aktivitäten. Ich habe in meiner Freizeit also gelernt, wie man Spikeball spielt, mit den anderen Bootstouren unternommen, den Tag mit Yoga-Sessions begonnen oder ihn am Lagerfeuer mit spannenden Gesprächen ausklingen lassen. Aber auch die diversen Aktionen wie das kollektive Ausschlafen, die – selbst ausgedachten und immer sehr unterhaltsamen – Bestrafungen bei Zuspätkommen zum Kurs oder das gemeinsame Aufwärmen im morgendlichen Plenum machten die Atmosphäre und somit die gesamte Zeit in Papenburg zu einer der schönsten, die ich miterleben durfte.
Ich kann allen, die die Möglichkeit bekommen, also nur empfehlen, an einer Schülerakademie teilzunehmen. Man nimmt nicht nur unglaublich viel für sein späteres Leben mit, sondern lernt sich selbst neu kennen, trifft wahnsinnig inspirierende Menschen mit unzähligen unterschiedlichen Fähigkeiten und schließt vor allem Freundschaften fürs Leben. Neben unserem täglichen Kontakt über die sozialen Medien plant mein Kurs beispielsweise bereits ein Wiedersehen, auf das ich mich schon sehr freue. 🙂

Emilia Schagerl, Q12
Mein Kurs „Kant würfelt nicht – Gott schon“ beschäftigte sich mit der inhaltlichen Verbindung und dem Vergleich der Bereiche der transzendentalen Philosophie Immanuel Kants und der Quantenphysik, die selbst von unseren Kursleitern als „schwindelerregend“ bezeichnet wurden.
Zwar mussten wir uns damit begnügen, Unterricht in digitaler Form mithilfe von Teams mit dessen gelegentlichen Fällen von „spontaner Ungehorsamkeit“ zu erhalten, doch trotzdem hat die Kleingruppe an überaus sympathischen Kursleitern für den Aufbau eines angenehmen Gemeinschaftsgefühls gesorgt. Unsere Abende wurden von den sogenannten „KüAs“ bunt gefüllt. Die Leitung dieser „kursübergreifenden Aktivitäten“ wurde jeweils von besonders engagierten Schülern selbst übernommen und diese erstreckten sich von Karaoke, digitalem Zeichnen, Komponieren bis hin zu politischen Debatten.
Den größten Teil des Tages nahmen selbstverständlich die eigentlichen Kurse ein. Geschickt und ungeeilt wurden wir in unser Thema eingeführt. Ein essentieller Teil der Philosophie besteht natürlich darin, sich manchmal in endlose verbale Diskussionen zu vertiefen. Für diese waren die Kursleiter aber stets bereit und erlaubten uns die Zeit dafür auch mit Freude, oft warfen sie sogar den ursprünglichen Plan über den Haufen, um unseren faszinierten Fragen und Debatten Platz zu räumen. Auch scheuten sie sich nicht davor, uns der Verarbeitung von tatsächlich etwas komplexeren Inhalten zu überlassen, wie originalen Schriften über die unterschiedlichen Auffassungen des Kausalgesetzes nach Immanuel Kants oder David Humes Verständnis, oder auch Aufsätzen über die Unschärferelation Werner Heisenbergs bzw. die Lösung der Schrödinger-Gleichung. Uns wurde dabei reichlich Zeit zur Verfügung gestellt, in der wir in Ruhe die Inhalte verdauen und uns anschließend daran versuchen konnten, in Kleingruppen unsere Argumente, Theorien aber auch Fragen zu äußern und zu diskutieren. Es ist ein wundervolles Gefühl, mit gleichaltrigen, lernbegeisterten Menschen eigene Meinungen zu teilen und dafür neue einzigartige, nicht selten auch merkwürdige, aber unbestreitbar innovative Gedankenansätze zu erhalten!
Am Ende der Woche, die rückblickend doch ziemlich schnell abgelaufen zu sein scheint, wurde uns zuletzt noch die Gelegenheit gegeben, unseren Kursmitgliedern Nachrichten einzureichen, Komplimente zu schenken und liebe Grüße zu wünschen, und so kamen wir aus dieser wunderbaren Akademiezeit, nicht nur mit kostbarem Wissen und erfrischter Neugier, sondern auch mit reichlich neuen Bekanntschaften von gleichaltrigen, talentierten Persönlichkeiten!

You Wei Liu, Q12
Vier Schülerinnen und Schüler des Alexandrinums und zwei Schülerinnen aus Pegnitz, alle Teilnehmer des regionalen Begabtenprogramms Oberfranken, trafen sich Anfang Oktober zum ersten Mal im Rahmen des Begabtenkurses 3D-Graphik im Computerraum mit OStD Feuerpfeil. Verstärkt wurde diese Gruppe noch durch interessierte Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse. Ihr gemeinsames Ziel: Mit der frei verfügbaren Software „Blender“ in die Welt der 3D-Grafik einzutauchen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten zunächst anhand einfacher Beispiele den Umgang mit der Software, um dann Schritt für Schritt immer anspruchsvollere Techniken zu erwerben.
Der Kurs traf sich einmal im Monat freitags, um den ganzen Nachmittag an einem Thema zu arbeiten. Am Ende jedes Treffens sollte sowohl ein neuer Aspekt der 3D-Graphikerstellung erarbeitet als auch ein präsentables Produkt erstellt worden sein.
In den ersten Stunden ging es z.B. bei der Erstellung eines Schneemanns um das Kennenlernen von Grundobjekten und die Fähigkeit, sich im dreidimensionalen Raum zu orientieren. Beim Bau von mittelalterlichen Häusern oder modernen Hängebrücken wurden die Techniken zunehmend verfeinert. Bei dem Versuch, fotorealistische Objekte zu erzeugen, mussten sich die Teilnehmer manchmal auf sehr einfache Objekte beschränken: So dauerte es einen ganzen Nachmittag, bis eine akkurate virtuelle Tasse entstand.
Natürlich durfte auch der obligatorische Weihnachtsbaum nicht fehlen, der mit seinen tausenden Nadeln die Rechner im Computerraum beim sogenannten Rendering, also der Berechnung des fertigen Bildes, an ihre Grenzen brachte.
Als Abschlussprojekt gestaltete jeder Teilnehmer eine Fantasielandschaft auf einer schwebenden Insel.
Weitere Werke und Schritte bei deren Entstehung sind hier zu bewundern.
OStD Stephan Feuerpfeil










