Beiträge zur Aktion ToleranzRäume

Eröffnung der ToleranzRäume

Beteiligung des Alexandrinums durch mehrere Beiträge

Am Samstag, den 20. Juni 2026, wurde die Wanderausstellung „ToleranzRäume“ feierlich in Coburg eröffnet. Ziel der Ausstellung ist es, das Bewusstsein für Respekt und Toleranz zu schärfen. Sie lädt dazu ein, über die Notwendigkeit eines toleranten Miteinanders in den Dialog zu treten und gleichzeitig kritisch zu hinterfragen, wo die Grenzen der Toleranz verlaufen. Die Präsentation im öffentlichen Raum bildet dabei nur den Rahmen: Durch ein vielfältiges Begleitprogramm und den Einsatz von ehrenamtlichen Guides werden Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Diskurs eingebunden.

Eröffnet wurde die Ausstellung durch Frau Haischberger, Leiterin der Stabsstelle Demografie, Bildung & Familie, sowie den zweiten Bürgermeister der Stadt Coburg, Herrn Aydin. In seinem Grußwort betonte Herr Aydin nicht nur die Chancen des Projekts, sondern erinnerte auch an die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen, die unseren „Toleranzraum“ zunehmend einengen.

Mit kreativ gestalteten „Toleranzbausteinen“ hat sich auch das Gymnasium Alexandrinum aktiv an der Ausstellung beteiligt. Diese Exponate, die von Schülerinnen und Schülern eigens für diesen Anlass angefertigt wurden, dienen als kreative, aber zugleich kritische Reflexion zur Kernthematik. Sie legen den ‚Finger in die Wunde‘ dort, wo wir in einer von Toleranz geprägten Gesellschaft zwar einerseits einen respektvollen Umgang einfordern, andererseits aber anerkennen müssen, dass die Realität uns vor weitaus größere Anstrengungen stellt. So thematisieren die Arbeiten etwa Frauen, die trotz vermeintlich überwundener Rollenbilder noch immer mit traditionellen Stereotypen konfrontiert werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Situation diverser Menschen, die Gefahr laufen, aufgrund ihrer sexuellen Identität beschimpft, verfolgt oder gar tätlich angegriffen zu werden. Schließlich greifen die Bausteine die Schicksale von Geflüchteten auf, die trotz des starken Wunsches nach Anpassung stets mit der Sorge leben müssen, dass selbst die weitgehendste Integration – bei gleichzeitigem Verlust der eigenen Identität – von der Gesellschaft noch immer nicht als ausreichend wahrgenommen wird.

Herr Feuerpfeil, Schulleiter des Gymnasiums Alexandrinum, hob in seiner Ansprache hervor, dass Toleranz keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eine bewusste Anstrengung erfordert. Er verglich den Prozess, tolerant zu sein, treffend mit dem olympischen Gedanken: Es geht nicht nur um das bloße Bekenntnis, sondern um das tägliche, aktive Streben nach diesem Ideal.

Im Anschluss erläuterte Tobias Pohl, Fachschaftsleiter für Geschichte und PuG, den inhaltlichen Kern der Toleranzbausteine. Demokratie und Pluralismus, so Pohl, bedeuteten weit mehr, als nur Rechte zu besitzen. Es gehe darum, diese Rechte in einer toleranten Welt aktiv zu leben und mitzugestalten – ohne Angst vor Verurteilung, Diskriminierung oder Verfolgung. Die Bausteine der Schülerinnen und Schüler dienten dabei als „Diskussionsanreger“, die mögliche gesellschaftliche Konfliktlinien kritisch in den Raum stellten.

Abschließend mahnte Pohl mit einem Verweis auf Karl Popper: „Wir als Gesellschaft sollten uns im Namen der Toleranz das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“ Er appellierte an das Publikum, sich nicht von Ängsten leiten zu lassen, sondern den Mut zur Aufgeschlossenheit aufzubringen. Sein Fazit: Wahre Toleranz beginne dort, wo wir uns den Luxus erlauben, die Welt mit den Augen unseres Gegenübers zu betrachten.