Gottesdienst-Rallye zum Schuljahresende 2020/21

Gottesdienst-Rallye zum Schuljahresende 2020/21

Da in diesem Jahr wegen Corona so einiges anders und auch schwer planbar war, haben wir uns in der Religionsfachschaft dazu entschlossen, statt des üblichen Schlussgottesdienstes eine Gottesdienst-Rallye anzubieten. Diese fand in ökumenischer Kooperation in der vorletzten Schulwoche statt. Die drei Stationen, konzipiert von Frau Beez, Frau Hager und Frau Schwarz, waren an verschiedenen Stellen im Schulhaus aufgebaut und alle Religionsgruppen nutzten ihre (vor-)letzte Schulstunde, um gemeinsam durch die Stationen zu gehen. Außerhalb der Religionsstunden standen die Stationen allen Interessierten offen.

     

 

 

 

 

Bereits in den zwei Wochen vor der Gottesdienstaktion beteiligten sich zahlreiche Schüler*innen an den Vorbereitungen, indem sie z.B. bunte Symbole ausschnitten oder das Material für die Stationen mitgestalteten.

Doch was macht man eigentlich bei einer Gottesdienst-Rallye? An der ersten Station in der Aula wurde der Blick bewusst auf alles Positive gelenkt. Es ging um das Thema Dankbarkeit und wie man diese Haltung im Alltag leben kann. Dies konnten die Teilnehmer*innen ganz praktisch ausprobieren.

So bekam z.B. zum Abschluss der Station jede*r  ein buntes Symbol, auf das man einmal ganz konkret notieren sollte, wofür man dankbar ist. Diese Symbole wurden anschließend gut sichtbar in der Aula aufgehängt.

Danach ging es weiter zu einer Station im Untergeschoss der Aula, an der die Themen Gebet und Fürbitte im Mittelpunkt standen. Hier war Raum für alle Probleme, Sorgen und Nöte der Besucher*innen, von denen es durch Corona sicherlich genug gab. Neben dem Beten von ausgehängten Fürbitten bestand die Möglichkeit, selbst ein Gebet zu verfassen und dieses in einen Briefkasten zu werfen, so dass die Religionslehrkräfte diese Bitten am Schuljahresende vor Gott bringen können.

 

Außerdem durfte symbolisch für die eigenen Sorgen ein Stein vor dem Kreuz abgelegt werden.

 

 

 

 

 

 

Abschließend folgte eine Andacht zum Thema „Kraft schöpfen“ im Raum der Stille. Ausgehend von einer biblischen Geschichte war jede*r gefragt, über die Kraftquellen im eigenen Leben, besonders auch in den anstehenden Ferien, nachzudenken. Dass Gott eine solche Kraftquelle für uns sein will, wurde durch verschiedene Bibelverse und einen Segen ausgedrückt.

 

 

Auch wenn die Rallye-Stationen nun wieder abgebaut sind, wird es im nächsten Schuljahr weiterhin die Möglichkeit geben, Fürbitten/Gebetsanliegen in den Briefkasten beim Kicker einzuwerfen. Religionslehrkräfte werden dann für diese Anliegen beten.

 

 

 

Spuren jüdischen Lebens

Im evangelischen Religionsunterricht der 5. Klasse hatten die Schüler*innen die Hausaufgabe, in ihrem Umfeld auf Spuren von Religion zu achten, diese zu fotografieren und die Fotos im Lernen-Modul des Schulmanagers hochzuladen. Mehrere Schüler*innen stießen hierbei auf Stolpersteine, so auch auf den Stolperstein am Alexandrinum, der vor drei Jahren im Rahmen eines P-Seminars verlegt worden war. Mit Hilfe der vom P-Seminar gesammelten Informationen berichtete die Religionslehrerin Frau Hager den Schüler*innen vom Leben Edith Franks, von der Situation der jüdischen Schüler*innen und der Schule allgemein im Nationalsozialismus. Im Gedenken an Edith Frank wurde gemeinsam ein Strauß Blumen niedergelegt.

 

 

Lisa Badum (MdB B‘90/Die Grünen) im Sozialkundeunterricht der 10a/c

Unter normalen Umständen verbringen die 10. Klassen des Alexandrinums vier spannende Tage in der Hauptstadt. Dabei gehört unter anderem ein Besuch im Deutschen Bundestag zu den zentralen Veranstaltungen dieser Fahrt zur historisch-politischen Bildung unserer Schüler*innen.

Schon im Schuljahr 2019/20 musste diese Fahrt pandemiebedingt ausfallen, ebenso im Schuljahr 2020/21. Eigentlich hatten wir auf Einladung von MdB Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen) nach Berlin ins Reichstagsgebäude reisen wollen, um sie zu treffen. Glücklicherweise erklärte sich diese aber bereit, sich am Freitag, dem 14. Mai 2020 in die reguläre Videokonferenz der Lerngruppe 10a/c einzuwählen, um den Schüler*innen zu tagespolitischen, programmatischen und auch persönlichen Fragen Rede und Antwort zu stehen.

Die Schüler*innen hatten sich gut vorbereitet und viele wertvolle und spannende Fragen ausgearbeitet, die sie Frau Badum im Videointerview stellten. Berk Bicer eröffnete das Interview mit der Frage, wie zufrieden Frau Badum mit der politischen Situation in Bezug auf die Pandemie sei. MdB Lisa Badum betonte, dass sie sehe, dass es endlich aufwärts gehe, weil wir mittlerweile mehr Impfstoff hätten. Aber sie hätte sich eine andere Prioritätensetzung in der Pandemie gewünscht: Die Probleme der Familien und Kinder, insbesondere auch deren schulische Situation, hätten mehr Vorrang haben sollen; die Industrie hätte viel früher in die Pflicht genommen werden müssen. Trotz Testpflicht in der Schule dürften die Schüler*innen nicht in den Präsenzunterricht, die Arbeitnehmer*innen aber mit einem freiwilligen Testangebot zur Arbeit. Auf Nina Weibelzahls Frage hin, wie es ihr persönlich in der Pandemie gehe, antwortete Frau Badum, dass die krisenhafte Situation ihr zwischenzeitlich schon aufs Gemüt geschlagen hätte – und das, obwohl sie sich auch beruflich in einer privilegierten Position befände. Mit Beginn des Frühlings sei sie an einem der wärmeren Tage auch schon mal im Fluss schwimmen gewesen, „das hat gutgetan.“

Sie befürworte das politische Engagement, das derzeit viele Influencer an den Tag legen, ging sie auf Mia Köhns Frage ein, was sie von politischen Statements und Videos von deren Seite halte. Influencer erreichten Zielgruppen, an die Politiker nicht herankämen. Wovon sie nichts hielte, sei das Mobilisieren von Influencern für politische Zwecke.

Annika Halves, Fabian Schneiderbanger und Levente Poszar hatten Fragen zu Badums politischen Motiven. Deshalb führte die Bundestagsabgeordnete aus, dass das Hauptkriterium für ihren Einstieg in die Bundespolitik die Gleichstellung der Geschlechter gewesen war und nach wie vor ist. „Männer und Frauen wachsen weltweit nicht gleich auf, auch in Deutschland nicht.“ Die Grünen seien die einzige Partei, die eine 50:50-Regelung hat und sich aktiv für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt, erklärte sie.

Mit der Realität der Gleichberechtigung sei sie noch nicht zufrieden. Verfassungsmäßig hätten Frauen und Männer die gleichen Rechte und Chancen, aber die Realität sehe anders aus. „Wir müssen auch für die Gesundheit von Männern weg von den klassischen Rollenbildern, die Männer als Ernährer sehen und Frauen, die Karriere machen wollen, vielleicht trotz oder mit Kindern, abwerten. Tagtäglich erleben Frauen Gewalt im Nahbereich, in der Beziehung. Jeden Tag versucht ein Mann statistisch gesehen seine (Ex-)Frau oder Freundin umzubringen – jeden dritten Tag hat er damit Erfolg.“

Es gebe viele Bereiche, auch in Deutschland, wo Gleichberechtigung noch nicht vollzogen sei. Die Abgeordnete sieht einen höheren Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen und fordert gerechtere Löhne in Care-Berufen.

Hasskommentaren und Beleidigungen gegen sie oder ihre Politik sei sie tatsächlich mehr ausgesetzt als ihre männlichen Kollegen. Drohungen und sexuelle Gewaltfantasien bringe sie natürlich zur Anzeige, zum Beispiel mithilfe von hateaid.org. Darüber hinaus habe sie ehrenamtliche Unterstützer*innen, eine rapid response Gruppe an Menschen außerhalb des politischen Betriebs, die in den sozialen Medien Shitstorms abfangen und positiv dagegen schreiben.

Auf Elena Mentis‘ Frage hin, wie Frau Badum zur Debatte um geschlechtergerechte Sprache stehe und wie sie persönlich das Problem löse, antwortete die Abgeordnete, dass dies eine wichtige Debatte sei, die auch schon seit vielen Jahrzehnten geführt werde. „Wo ich ehrlich gesagt nicht mitdiskutieren möchte ist, ob Frauen in der Rede auch mitgenannt werden sollen. Frauen waren über viele Jahre lang unsichtbar. Das Gender-Sternchen, das jetzt in der Diskussion ist, oder die Kennzeichnung mit Doppelpunkt finde ich absolut normal. Wir sollten tolerant sein und Frauen, aber auch unterdrückte Minderheiten, Menschen, die sich nicht binär definieren, mit inkludieren. Das kostet uns alle nichts und sollte keiner politischen Debatte würdig sein.“, stellte sie klar.

Zur politischen Arbeit der Bundestagsabgeordneten kamen auch Fragen zum Gehalt, ob ihr manchmal die Verantwortung auch als Last vorkomme und wie ihr Tagesablauf in Berlin und im Wahlkreis aussehe; außerdem welche Qualifikationen ein Abgeordneter ihrer Meinung nach haben sollte und wie ihr Verhältnis zu Abgeordneten anderer Parteien sei.

Natürlich stellten die Schüler*innen der klimapolitischen Sprecherin von B‘90/Die Grünen auch Fragen zur Klimapolitik der Grünen. So konnte Lisa Badum auf Jule Beezens Frage hin ausführen, dass ihre Partei in Regierungsverantwortung nach der Bundestagswahl im September 2021 den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben wolle, etwa mit dem Bau von 1 Million neuer Solaranlagen in den nächsten Jahren sowie dem Ausbau von Windparks. Auch der schnelle Ausstieg aus dem Kohleabbau sei prioritär und der Aufbau von Infrastrukturen für die Elektromobilität. Gerade in Oberfranken, das stark von der Automobilzuliefererindustrie als Wirtschaftszweig abhängig sei, müssten zukunftsorientierte Strukturen geschaffen werden. Auf Merit Aljoghamis Nachfrage, ob es schon einen Plan gebe, um diese klimapolitischen Ziele zu erreichen, antwortete Lisa Badum, dass es wichtig sei, möglichst breite Bündnisse in der Gesellschaft einzugehen, um alle mitzunehmen, besonders auch diejenigen, die dem Energiewandel kritisch gegenüberstehen. Auch der CO2-Preis müsse neu verhandelt, die Industrie dazu mehr in die Pflicht genommen und die Bürger im Gegenzug entlastet werden. Marlene Trinkerl stellte abschließend die Frage, wo Lisa Badum sich und ihre Partei in fünf Jahren sehe. Selbstverständlich seien wir dann noch weit davon entfernt, alle grünen Klimaziele erreicht zu haben, meinte diese, aber wir hätten das Ruder rumgerissen auf einen 1,5-Grad-Pfad, um der nächsten Generation nicht nur offene Rechnungen zu hinterlassen.

Die gesamte Lerngruppe 10a/c einschließlich StRin Flach danken MdB Badum für dieses Interview. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unsere Fragen so offen und ehrlich zu beantworten.

StRin Yvonne Flach, Kristina Marsollier (10a)

„Fakten versus Fakes“ 8d besucht Schülermedientage

Am Freitag, dem 7. Mai 2021, fand der Schülermedientag zum Thema „Fakten versus Fakes“ auf der Homepage der Schülermedientage Bayern statt.

Die #SMT2021 sind eine gemeinsame Veranstaltung der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, der MEDIASCHOOL BAYERN, des Bayerischen Rundfunks und vielen weiteren Partnern. An diesen Tagen werden die Schüler in Medienkompetenz unterrichtet und mit Journalismus vertraut gemacht. Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildung fördert auf überparteilicher Grundlage das Gedankengut der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Sie informiert über Demokratie, Werte und politische Herausforderungen und diskutiert mit anderen Personen über interessante Themen, wie zum Beispiel „Medien & Politik“. Während der digitalen Schülermedientage stellen sich Journalisten aus ganz Bayern den Fragen der Schüler*innen.

Am Freitag führte der Moderator Christian Volk per Livestream ein Interview mit zwei Journalisten. Die Schüler konnten passende Fragen stellen und sich dadurch ebenfalls beteiligen, obwohl die Veranstaltung nur digital stattfinden konnte. An diesem Tag wurden die beiden Lokaljournalisten Hans Moritz und Marcus Mäckler der Mediengruppe Münchner Merkur/tz interviewt. Marcus Mäckler ist Politikredakteur und hat die speziellen Aufgaben, sich um die internationalen Nachrichten und die gezielte Berichterstattung über die AfD zu kümmern, und Missstände und Vorgänge innerhalb der Partei darzustellen und aufzudecken. Die beiden Männer sprachen über Fake News und beantworteten Fragen wie „Welcher Nachricht kann ich trauen?“, „Was sind eigentlich Fake News?“ und „Was macht eine gute Recherche aus?“.  Zu Beginn erzählten sie, wie ein Lokaljournalist arbeitet, wie sein Tagesablauf aussieht und warum ihnen der Beruf gefällt. Im Verlauf des Interviews gingen sie genauer darauf ein, wie entschieden wird, über was berichtet wird und wie lange die Recherche dauert, bis die Zeitung einen Artikel veröffentlicht. Das Hauptthema waren allerdings Fake News. Marcus Mäckler antwortete auf die Frage, worin denn der Unterschied zwischen Falschinformationen und Fake News bestünde, so: „Eine falsche Information kann unabsichtlich passieren und eine schwerwiegende Falschinformation wird selbstverständlich richtiggestellt. Als Fake News bezeichnet man dagegen den beabsichtigten Versuch, eine falsche Information zu verbreiten, um selbst zu profitieren oder andere Leute zu verunsichern.“ Die beiden Männer erzählten von den Gefahren von Fake News und warum man vor allem in sozialen Netzwerken so leicht auf Fake News stoße. „Auf sozialen Netzwerken ist jeder sein eigener Nachrichtenredakteur. Jeder kann publizieren, was er möchte. Und die Nachricht ist oft nicht überprüft worden“, sagte Hans Moritz. „Außerdem lassen sich Inhalte schnell verbreiten“, fügte Marcus Mäckler hinzu. Die Journalisten berichteten von ihren eigenen Erfahrungen und woher sie wissen, ob Leute ihnen die Wahrheit erzählen. Am Schluss gingen sie noch auf die Grundvoraussetzungen eines Journalisten ein.

Infolgedessen wissen die Schüler nun mehr über die Gefahren der Verbreitung von Fake News, den Beruf des Journalisten und die anstrengende Recherchearbeit in der Zeitung.

Von Leni Blum

Quelle: http://www.schuelermedientage-bayern.de/

Die Veranstaltung zu „Fakten versus Fakes“ kann man – wie alle anderen Beiträge der Schülermedientage – noch hier auf YouTube sehen.

„Viel zu wenig Veränderung“ FRAUEN.MACHT.GESCHICHTE

Die Geschichte der Frauenbewegung und bedeutende starke Frauen oder „Influencerinnen“ waren Thema des P-Seminars FRAUEN.MACHT.GESCHICHTE, für das Schülerinnen der Oberstufe des Alex eine digitale Ausstellung gestaltet haben.

Rechtlich und formal gibt es wohl Gleichstellung, tatsächlich ist es aber noch ein langer Weg bis zu echter Gleichberechtigung. Das war eine der Erkenntnisse der Schülerinnen des P-Seminars. In der digitalen Ausstellung gibt es viel zu entdecken: neben den Biographien bedeutender Frauen der Neuzeit einen berührenden Song zum Thema Rollenerwartungen von Silan Nibu, ein englisches Gedicht, das zu Wertschätzung und Empowerment anregt von Madlin Osso und zwei interessante Videos zu Fragen der Gleichberechtigung von Franziska Landoll und Chanel Gunnesch.

https://www.alexandrinum-coburg.de/frauen-macht-geschichte