Projekttag der 9. Klassen: Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Projekttag der 9. Klassen: Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Am Freitag, den 17. November 2023 gestaltete das P-Seminar „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der Q12 einen ganz besonderen Schultag mit mehreren Expert*innen rund um die Themen Rassismus, Kolonialismus, Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit für die 9. Jahrgangsstufe.

Der Projekttag stand ganz im Sinne des Antirassismus. Dazu bot Leonie Vorsthoven den Schüler*innen zunächst einen Impulsvortrag als Einstieg in das Thema. Danach verteilten die Schüler und Schülerinnen auf vier verschiedene Workshops, die sich allesamt mit dem Themenkomplex gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit beschäftigten, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Während die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) mit Herrn Sommer einen Workshop mit den Inhalten Rassismus und Hetze im Netz, identitäre Bewegung und was wir gegen Rechtsextremismus tun können anbot, konnten die Schülerinnen auch einen  Workshop zum Themenkomplex Feminismus, Antifeminismus und Misogynie, angeboten vom Frauenhaus Coburg, besuchen. Das pädagogische Angebot „Macht der Gruppe“ von DokuPäd Nürnberg sollte aufzeigen wie Gruppenzwang und verinnerlichte Stereotype (Vorurteile) Menschen beeinflussen. Ein weiteres Team des Vereins „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (unter der Trägerschaft des Bayerischen Jugendrings Bayreuth) erschloss in Projektarbeit mit den Schüler*innen, wie koloniale Machtstrukturen in uns allen nachwirken und wie wir im Alltag Rassismus und Diskriminierungserfahrungen mutig entgegen treten können.

Wir sagen allen Mitwirkenden ein großes Dankeschön für den gelungenen Projekttag und bedanken uns ganz herzlich bei der Koinor Horst-Müller-Stiftung für die großzügige Förderung unseres Unterrichtsprojekts, ohne die eine kostenlose Teilnahme aller Schüler*innen der 9. Jahrgangsstufe an dem Programm mit gut ausgebildeten Expert*innen nicht möglich gewesen wäre.

Das P-Seminar „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Tobias, Lennart, Lana, Katharina, Jonas, Baker, Yüsra, Emily, Julia, Leonie, Lilly, Burak, Amelie & Leonie mit Frau Flach

Green Deal Coburg: Baumpflanzaktion der Brückenklasse

Die ukrainischen Kinder der Brückenklasse des Gymnasium Alexandrinum, allesamt 12 bis 14 Jahre alt, hatten an zwei Tagen im November großen Spaß am Lernen am lebenden Objekt.

Mit ihren Lehrkräften und einer Gruppe Forstarbeiter der Stadt Coburg, die die Kinder unterwiesen, ging es in ein Aufforstungsgebiet der Stadt oberhalb des Judenbergs. Dort pflanzten die Kinder mit großer Tatkraft Eichen, Robinien und Nadelbäume, eine bunte Mischung für einen klimaresistenten Wald der Zukunft.

Die Kinder waren nach einer Stunde des Schaffens erschöpft und zugleich erfüllt von den Früchten ihrer Arbeit.

Yvonne Flach, Reinhard Heinritz, Dr. Andreas Reuter und die Schüler*innen der Brückenklasse

„Der Rattenfänger von Hameln“ – integratives Theaterprojekt

Integratives Theaterprojekt zwischen dem Gymnasium Alexandrinum Coburg und der Von-Lerchenfeld-Schule für gehörlose Schüler*innen in Bamberg

„Es geht um Begegnungen.“, so Tobias Pohl, Initiator des integrativen Theaterprojekts: „Es geht darum, Begegnungen zu schaffen zwischen Schülergruppen, die sich im Schulalltag selten bis nie über den Weg laufen.“ Begegnungen schaffen durch das gemeinsame Projekt, über die gemeinsame Arbeit am Theater einander sehen und einander verstehen. Die Formel klingt recht einfach … Es geht um das Verstehen von Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung, es geht um den Nachvollzug der Wünsche, der Hoffnungen und Ängste jener Menschen, die im normalen Alltag allzu oft nicht gesehen, nicht wahrgenommen werden. „Unsere Gesellschaft kennt nur das Normale, das Angepasste.“, so Pohl: „Brechen Menschen aus diesem Raster aus, werden sie erst einmal als das Nichtnormale kategorisiert, als das, was nicht den strengen Kriterien der streng normierten Gesellschaft entspricht.“ Dabei verkenne man aber, dass das Normale schnell ausschließe, was eigentlich nicht ausgeschlossen werden dürfe, so der Theatermacher weiter. Es gehe darum, das Vielfältige zu sehen, es anzuerkennen, zu verstehen, dass man vom anderen etwas lernen könne, etwas zu lernen vermöge, so man sich auf das andere einlasse, so der Projektleiter.

Politisches Café

Wohin tendiert die politische Mitte?

Erstes Politisches Café am Gymnasium Alexandrinum in Coburg mit Prof. Dr. Ursula Münch

Auf die Frage, wohin die politische Mitte tendiert, wies Prof. Münch darauf hin, dass die so genannte politische Mitte der Gesellschaft nichts Statisches sei. „Sie ist sehr schwer zu fassen.“, so die Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing: „Denn jeder definiert die politische Mitte anders. Derjenige, der von außen betrachtet weiter rechts steht, wird dennoch von sich behaupten, er vertrete die bürgerlich-liberale Mitte.“

Es war ein spannender Auftakt der Reihe „Politisches Café“ zur Vermittlung der politischen Bildung am Gymnasium Alexandrinum in Coburg: Zwischen einem ausladenden Buffet aus Kaffee und Kuchen debattieren die Gäste mit einem Experten zu Fragen der gegenwärtigen politischen Herausforderungen der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Beim Auftakt der Reihe war es eine Expertin, mit der Schüler*innen der zehnten Jahrgangsstufe über den Ausgang der Wahl zum Bayerischen Landtag und dessen Einordnung debattierten.

Die Diskussionsrunde konstatierte, dass ein großer Teil der bayerischen wie hessischen Wählerschaft konservative sowie Parteien rechts der CSU bzw. der CDU gewählt haben. Dass die AfD in beiden Ländern einen deutlichen Zuwachs an Stimmen und damit an Mandaten verzeichnen konnte, beschäftigte die Teilnehmer des Politischen Cafés am meisten. Schließlich steht diese Partei unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes. Das allein weckt Zweifel, ob man der Selbstbeschreibung der AfD als „wertkonservativer“ Partei tatsächlich folgen kann. In beiden Landtagen ist die AfD-Fraktion nun stärkste Oppositionskraft. Damit fallen ihr Privilegien im parlamentarischen Betrieb zu, die angesichts extremistischer Neigungen zumindest eines Teils ihrer Abgeordneten Beobachter sorgenvoll stimmen.

Halte die Brandmauer, fragte die insofern besorgte Runde. Der Begriff Brandmauer formuliere Erwartungen, die zumindest auf der kommunalen Ebene schwierig einzuhalten sei, stellte die Akademiedirektorin fest. „Vor allem auf kommunaler Ebene müssten die seriösen Parteien durchaus mit der AfD zusammenarbeiten“, führte Prof. Münch aus: „Bezeichnend hierbei ist die Situation in Sonneberg. Dort hat man den Kandidaten der AfD zum Landrat gewählt; die davon betroffenen Bürgermeister können die Zusammenarbeit nicht einfach verweigern.“ Ihre Sorge gelte der Frage, wie sich die politische Situation in den sog. neuen Ländern weiterentwickele. In Thüringen bestehe die reelle Chance, dass die AfD die Landtagswahl am 1. September nächsten Jahres gewinne, und das, obwohl Björn Höcke laut eines Gerichtsurteils als „Faschist“ bezeichnet werden dürfe, so Frau Prof. Münch. Infolgedessen müssten die anderen Parteien im künftigen Landtag darüber nachdenken, wie angesichts der Mehrheitsverhältnis eine zukünftige Landesregierung aussehen könne. Positioniere sich die CDU in Thüringen gemäß ihres „Brandmauervorsatzes“ auch weiterhin gegen die AfD, dann könne sie angesichts der zu erwartenden Mehrheitsverhältnisse womöglich ein Bündnis mit der Links-Partei nicht ausschließen. Eine solche Konstellation berge enormes Konflikt- und womöglich sogar Spaltpotential für die CDU.

Im Laufe des Gesprächs diskutiert die politische Kaffeegesellschaft darüber, weshalb sich die Stimmungslage in der Wählerschaft dermaßen verschlechtert habe. So war man sich einig, dass die beiden Landtagswahlen auch Wahlen gegen die Bundesregierung gewesen seien, die Parteien der Ampelregierung ihre Vorhaben demnach auch schlecht oder gar nicht erklärt hätten. Verwiesen wurde auch auf die schlechte Stimmung in der Bevölkerung: Sog. Wohlfahrtschauvinismus, also der Wunsch, sozialpolitische Leistungen möglichst nur den Einheimischen zukommen zulassen, sowie Sozialneid würden breite Teile der bundesrepublikanischen Gesellschaft prägen, so die Professorin. Es sei die Angst, den eigenen Status zu verlieren, das Gefühl, abzugleiten in untere gesellschaftliche Schichten, von denen man sich doch immer habe abgrenzen wollen. Verstärkt worden sei dieses Gefühl, darin war sich die Runde einig, durch die Corona- sowie die Flüchtlingskrise. Beide Krisen haben aus Sicht der Schüler*innen dazu geführt, dass sich populistisches und damit ausgrenzendes Denken durchgesetzt habe. Inzwischen verbreite sich das Misstrauen gegen die etablierten Kräfte der Demokratie und sogar gegen die staatlichen Institutionen. Beide Krisen, so Prof. Münch, hätten auch dazu geführt, dass sich der Charakter der Wahlkämpfe verändert habe. „Es ist nicht so, dass die früheren Wahlkämpfe nicht auch mit harten Bandagen geführt worden sind“, so die Professorin: „Man kann aber schon feststellen, dass der jüngste Wahlkampf in Bayern die Tendenzen zur gesellschaftlichen Spaltung verstärkt hat.“ Dies sei nicht nur im Umgang mit der sog. Flugblattaffäre rund um den Spitzenkandidaten der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, zu sehen gewesen. Vor allem der politische Umgang der CSU und der FW mit den bayerischen GRÜNEN sei dafür ein Indiz gewesen.

Am Ende des Politischen Cafés ging es schließlich um die Kernfrage: Müssen wir uns um die freiheitliche demokratische Ordnung der Bundesrepublik Deutschland Sorgen machen? Die Direktorin der Akademie für Politische Bildung verwies darauf, dass das Grundgesetz von denen lebe, die es verteidigen würden, wenn es bedroht sei. „Man muss sich aber über eines klar sein. Wer das Grundgesetz aushebeln, wird dafür Mittel und Wege finden“. Eine staatsrechtlich nicht abwegige Möglichkeit stelle die Möglichkeit dar, über einen Umbau des Bundesverfassungsgerichts vorzugehen. Dazu benötige man keine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Der Hinweis von Prof. Münch, dass unsere Verfassung keine letzten Sicherheiten bieten könne, verunsicherte die Schülerschaft durchaus. Eine gewisse Beklommenheit war im politischen Café zu spüren. Was muss der aufrechte Demokrat leisten, um zu verhindern, dass sich wiederholen könnte, was sich nicht wiederholen darf? Eine Frage, die in der Veranstaltung nicht abschließend beantwortet wurde. Eine Frage, bei der man nur hoffen kann, dass die überzeugten Demokraten nicht in ihrer Demokratie einschlafen, um dann in ihrer Diktatur aufzuwachen. Unsere Staatsform mutet der Bürgerschaft einiges zu: Nicht nur Rechte, sondern auch die Pflicht, die Gleichgültigkeit zu überwinden. Auch wer mit der aktuellen Ausprägung der Politik unzufrieden ist, hat nicht das Recht, die Demokratie ihren Feinden auszuliefern. Demokratie befreit den Demokraten nicht davon, sich in ihr zu engagieren, vielmehr fordert sie jeden dazu auf, dass man sich mit der Komplexität der Sachlage auseinandersetzt, dass man sich eine Meinung bildet, dass man diese Meinung vertritt, auch mit der Gewissheit, dass man allein gegen viele steht. Gleichzeitig verlangt die rechtsstaatliche Demokratie uns ab, trotz des politischen Streites den demokratischen „Common Sense“ nicht zu verlassen.

Ist jene Beklommenheit ein Gefühl, das man aushalten muss? Ja! Denn solch ein Gefühl kann zumindest dazu auffordern, sich mit der politischen Situation auseinanderzusetzen und sich darüber Gedanken zu machen, welche Kanäle der Information und Meinungsbildung man wählt: Diejenigen, auf denen Manipulation, Zuspitzung und Lügen an der Tagesordnung sind, oder doch besser diejenigen, wo seriös arbeitende Redaktionen und Journalisten sich um die Annäherung an die Wahrheit bemühen.

Leberle liest in Erinnerung an die Bücherverbrennung

Die Bücherverbrennung von 1933 war ein einschneidendes Ereignis in der deutschen Geschichte, das sich zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft unter Adolf Hitler ereignete. Die Auswirkungen der Bücherverbrennung waren schwerwiegend. Es wurden Bücher jüdischer Autoren ebenso wie kritischer Autoren verbrannt. Auch der Koran wurde auf den Scheiterhaufen den flammen zum Fraß vorgeworfen. Die Bücherverbrennung fand am 10. Mai 1933 auf öffentlichen Plätzen in deutschen Städten, wie beispielsweise auf dem Opernplatz in Berlin statt, wo heute der Bebelplatz ist, und war eine von der NSDAP, der Hitlerjugend, der SA und der deutschen Studentenschaft geplante Aktion. Sie war ein Akt, bei dem die Nationalsozialisten öffentlich Bücher verbrannten, die als unerwünscht oder gefährlich für ihre Ideologie galten. Sie wollten so die Kontrolle über die Literatur und die Gedanken der Menschen gewinnen. Die Bücher stammten von Autoren wie Erich Kästner (1899-1974), der Kinderbuchautor von „Das doppelte Lottchen“ und „Emil und die Detektive“, der 1925 als Doktor der Philosophie promovierte. Oder von Heinich Heine (1797-1856), der in seiner Tragödie „Almansor“ schrieb: Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch sm Ende Menschen.“  – Ein prophetisches Zitat, das heute in einer im Boden eingelassenen Bronzeplatte am Hansaplatz in Dortmund zu lesen ist, einem weiteren Ort des schaurigen Geschehens. Kurt Tucholsky (1890-1955), der während des 1. Weltkriegs zum Heer einberufen wurde, und Joachim Ringelnatz (1883-1934), der zwischen 1912 und 1914 seine ersten autobiographischen Geschichten und Kinderbücher entwarf, aus denen später Balladen entstanden, waren weitere verbrannte Autoren. Aus ihren Werken las der Schauspieler Frederik Leberle , der viele Jahre am Landestheater Coburg aufgetreten ist, den Schülern und Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe vor. Er wurde an der Gitarre begleitet von Benjamin Hübner. So gelang es den beiden Künstlern, den Werken der ehemals geächteten Autoren neues Leben zu verleihen.

Viele Autoren und Intellektuelle, die nicht mit der nationalsozialistischen Ideologie einverstanden waren, verließen während der nationalsozialistischen Diktatur das Land oder wurden verfolgt. Dies führte zu einem Verlust an kultureller Vielfalt und geistiger Freiheit in Deutschland. Die Bücherverbrennung von 1933 erinnert uns daran, wie gefährlich es sein kann, wenn eine Regierung die Meinungsfreiheit und den freien Zugang zu Wissen und Kunst unterdrückt.

Sarah Kotschenreuther, 9c

Was das Regime aber nicht ahnen konnte, eine Beruhigung in jenem Sturm der intellektuellen Kurzsichtigkeit: Bücher, auch wenn man sie verbrennt, deren Wissen, deren Weisheit und deren Macht, kann man nicht verbrennen. „Bücher sind [zwar nur] das papierne Gedächtnis der Menschheit.“, so der berühmte Philosoph Arthur Schopenhauer, aber Bücher, deren Geschichten, wirken, einmal ausgesprochen, einmal weitergegeben, über das Feuer hinaus! Sind sie einmal in die Welt entlassen, bleiben sie in ihr.

Das macht die barbarische Tat nicht weniger barbarisch; das beruhigt aber die Zivilisation, blickt diese geschockt auf jene Flammenideologie zurück.

Die einzige Gefahr, der wir bedauernswerterweise auch heute entgegengehen können, ist das Vergessen dessen, was Geschichtenerzähler erzählt, Autoren niedergeschrieben, das gestrige Publikum wissenshungrig aufgenommen hat.

Also nehmen wir die Erinnerung an die Bücherverbrennung zum Anlass, daran zu erinnern, wie schrecklich der Einschnitt der Dummheit in diese wundervolle Kulturblüte gewesen war, nehmen wir sie aber auch zurMahnung an uns selbst, darum zu wissen, dass ein Buch erst dann verbrannt ist, wenn dessen Inhalt, dessen Geschichte vergessen worden ist.

OStR Tobias Pohl

Jahrestagung des Autorenverbands Franken

Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung des Autorenverbands Franken in Coburg waren am 06.10.2023 die sechs fränkischen Autor/-innen Frank Froschcotta, Daniela Gesslein, Karin Ellmer, Werner Karl, Manfred Seifert und Nicole Eick zu Besuch am Gymnasium Alexandrinum und sind mit den Schüler/-innen aus den 8. und 10. Klassen über die verschiedensten literarischen Themen ins Gespräch gekommen. Die Autor/-innen gaben nicht nur Einblicke in deren Kurzgeschichten, Gedichte und Romane, es war ihnen außerdem ein großes Anliegen, die Schüler/-innen zum eigenständigen Schreiben anzuregen und ihnen Tipps dafür zu geben. Mit im Gepäck hatten die Autor/-innen einige ihrer Werke, die nun in der Schülerlesebücherei ausgeliehen werden können.

Katja Brandis zu Besuch am Alexandrinum – eine mitreißende Lesung für unsere Fünft- und Sechsklässler

Am 07.03.2023 war die Autorin Katja Brandis zu Besuch am Gymnasium Alexandrinum, alle Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen sowie die Leseclubmitglieder kamen in den Genuss einer ganz besonderen Lesung.

Die Autorin ist bekannt für ihre spannenden Fantasyreihen „Woodwalkers“ und „Seawalkers“, welche zahlreiche Zuhörinnen und Zuhörer schon kannten, denn viele hatten ihre eigenen Bücher von zuhause zum Signieren dabei. Mit Begeisterung, die Autorin ihrer Lieblingsbücher einmal persönlich zu erleben, beantworteten die Profis im Publikum viele Fragen der Autorin, der ein oder andere hat dafür sogar einen besonderen Preis bekommen – eine von der Autorin selbst gestaltete Woodwalkers- bzw. Seawalkerskette. In ihrem Vortrag gab sie zahlreiche Einblicke in die Entstehung ihrer Bücher, und lieferte viele spannende Zusatzinformationen, z. B. wie sie bei der Beobachtung von Tieren auf die Idee kam, die Reihe „Woodwalkers“ zu schreiben oder was ihr gefährlichstes Erlebnis mit einem Wildtier war, nämlich als sie bei einer Tauchtour in Florida, bei der sie allen Tieren der „Seawalkers“-Reihe begegnen wollte, einem Bullenhai so nahe gekommen war, dass dieser ihr in die Augen geschaut hatte, belegt hat sie dieses und auch andere Erlebnisse ihrer zahlreichen Recherchereisen mit sehr eindrucksvollen, privaten Bildern. Ein ganz besonderes Anliegen war es ihr, den Kindern einen Einblick in die vielen verschiedenen Länder zu geben, die sie in ihren Büchern zum Thema macht und alle persönlich in mehrwöchigen Reisen besucht hat. Außerdem wies sie immer wieder auf die Gefährlichkeit von Wildtieren hin, um die es in ihren beiden Wandlerreihen geht, und gab ihnen Verhaltenstipps, wobei sie immer wieder die Zuhörerinnen und Zuhörer in kleine Rollenspiele einbezog. So sollte man bei einer Begegnung mit einem Bären auf jeden Fall ruhig bleiben, sich auf den Boden legen und sich totstellen und keinesfalls wegrennen, falls man kein Bärenspray zur Hand hat. Mit im Gepäck hatte sie den erst im Januar diesen Jahres erschienenen zweiten Band der zweiten Woodwalkersstaffel „Woodwalkers Rückkehr – Herr der Gestalten“, mit dem sie die Zuhörerinnen und Zuhörern in einer mit zahlreichen Fotos anschaulich gestalteten Lesung mitnahm auf die Austauschreise der Woodwalkers nach Namibia. Anschließend verriet die Autorin noch einige Geheimnisse des Bücherschreibens und beantwortete zum Schluss noch zahlreiche Fragen, wobei sie viele persönliche Einblicke in ihr Leben zuließ, wie z. B. dass sie eine furchtbare Handschrift hat oder dass sie mit 13 Jahren unbedingt Astronautin werden wollte. Obwohl Katja Brandis für jeden eine eigens unterschriebene Autogrammkarte als Geschenk dabei hatte, wollten sich zahlreiche Fans noch ein persönliches Autogramm in ihren mitgebrachten oder neu erworbenen Lieblingsbüchern am Signiertisch der Autorin abholen.

Katja Brandis besuchte anschließend den Leseclub „Die Bücherwürmer“ in unserer Schülerlesebücherei. Die Leseclubmitglieder hatten sich auf diese ganz besondere Begegnung intensiv vorbereitet und sich kreativ mit einem ihrer Werke auseinander gesetzt. So konnten diese in vielen Lapbooks, einer Bücherrolle sowie einer Powerpointpräsentation ihre Arbeit bei einem gemütlichen Kaffeekränzchen präsentieren und ihr noch ganz persönliche Fragen stellen. Die Lapbooks und die Bücherrolle sind in und vor der Schülerlesebücherei ausgestellt.

P-Seminar Sport: Trainerschein

Auch im Schuljahr 2022/23 haben wieder 14 Oberstufenschüler des Alexandrinums im Rahmen ihres P-Seminars Sport erfolgreich die Übungsleiterausbildung (ÜL-C Breitensport Kinder/Jugendliche) durchlaufen und den C-Trainerschein erworben.

Unter der Leitung ihrer Sportlehrerin und unter der Schirmherrschaft der Bayerischen Sportjugend im BLSV wurden die Jugendlichen für die Arbeit mit Kindern im Sportverein vorbereitet und fit gemacht. Die sportartenübergreifende Ausbildung umfasst dabei neben Gesundheitsprävention auch soziale Kompetenzen, wie z.B. Fairness, Teamfähigkeit und Persönlichkeitsentwicklung. Nach Abschluss der über 60 Praxis- und Theorieeinheiten meisterten die Teilnehmer sowohl die Theorieklausur als auch die praktische Lehrprobe.

Das Alexandrinum ist stolz auf seine engagierten Schüler, die als ehrenamtliche Mitarbeiter von den Sportvereinen dringend gebraucht werden und gratuliert seinen frischgebackenen Übungsleitern herzlich!

Ulrike Dittrich

Besuch der Journalistin Maja Engelhardt in der 8b und 8c

Im Rahmen der projektorientierten Auseinandersetzung mit journalistischen Texten war am Dienstag, den 20.06.2023, die Journalistin Maja Engelhardt von der Neuen Presse zu Gast bei den Klassen 8b und 8c des Alexandrinums, um den Heranwachsenden einen Einblick in den spannenden Beruf der Journalistin zu geben. Die Redakteurin, die u.a. den schulischen Rahmen in Coburg in der Rubrik Klasse! jeden Mittwoch in der Neuen Presse näher beleuchtet, verdeutlichte den Schülerinnen und Schülern im offenen Gespräch ihren persönlichen Werdegang als Quereinsteigerin und den abwechslungsreichen Alltag einer Redakteurin. Sie betonte hierbei, dass der Journalismus eine entscheidende Rolle in unserer Gesellschaft spiele. Als „vierte Gewalt“ habe er die Aufgabe, Informationen zu sammeln, zu verarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Journalismus sei ein essenzieller Bestandteil unserer Demokratie und trage maßgeblich zur Meinungsbildung, gerade im lokalen Rahmen, bei. Anhand von praktischen und eingänglichen Beispielen gewannen die Schülerinnen und Schüler hierbei einen Eindruck in die Entstehung einer Lokalzeitung und die aktuellen Herausforderungen der journalistischen Arbeit.

Jugend trainiert für Olympia – Leichtathletik

Das diesjährige Kreisfinale Leichtathletik fand am 20.06.2023 an der Dr.-Stocke-Anlage statt. Das Alexandrinum startete dort mit insgesamt sechs Mannschaften in allen drei Altersklassen, und die betreuende Sportlehrerin Diana Atzpodien hoffte erneut auf hervorragende Leistungen. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 5-11 konnten in den Disziplinen Hochsprung, Weitsprung, Speerwurf, Kugelstoßen, Weitwurf, Staffellauf, Sprint und 800m gegen die Staatliche Realschule Neustadt, die Realschule CO2 und das Gymnasium Casimirianum ihre Kräfte unter Beweis stellen. Für dieses Jahr hatten sich die Alexandriner in allen Wettkampfklassen viel vorgenommen und hofften auf eine Qualifikation für das Bezirksfinale am 04.07.2023 in Bamberg. Im vergangenen Jahr konnten sich in Summe drei Mannschaften dafür qualifizieren und unsere Jungs konnten, nachdem sie bis zum abschließenden 800m Lauf geführt hatten, einen hervorragenden 2. Platz erreichen. Auch die Mädchen der Wettkampfklassen IV und II erreichten tolle dritte Plätze. Die Siegerehrung führte unsere amtierende Europameisterin Gina Lückenkemper durch, was unsere Sportlerinnen und Sportler mit sehr viel Stolz erfüllte.

Diana Atzpodien

Fußball Mädchen Wettkampf II

Am Mittwoch, den 03.05.2023, fand im Stockestadion in Coburg das Stadt- bzw. Landkreisfinale der Wettkampfklasse Mädchen II im Fußball statt. Dabei trafen unsere Mädchen rund um U17 Nationalspielerin Keira Bednorz (10a) auf die Schülerinnen des Ernestinum Gymnasiums. Neben den bereits erfahrenen Spielerinnen Lily Carl (10a), Lena Pietrowski (10c), Hannah Türcke (10a) ergänzten Mia Budewig (8a), Bukhari Yara (9c), Elina Meyer (8b), Elisabeth Müller (9c), Hanna Klör (7a), Anastasiia Kozlova (7c) und Naima Pfahler (8a) die Mannschaft. Beide Teams begannen energisch und erarbeiteten sich Chancen, doch Torfrau Elisabeth Müller hielt ihren Kasten sauber. So konnten wir durch die Treffer von Lena Pietrowski (1x) und Keira Bednorz (2x) sowie eine starke Abwehrleistung der gesamten Mannschaft das Spiel nach 40 Minuten mit 3:0 gewinnen.  Somit waren unsere Mädchen eine Runde weiter und durften am Donnerstag, den 11.05.2023 nach Stockheim zum Regionalentscheid reisen. Leider mussten die begleitenden Sportlehrerinnen Diana Atzpodien und Rebecca Maier an diesem Tag auf Kapitänin Bednorz verzichten. Doch Abwehrchefin Hanna Klör und ihr Team gingen motiviert in die erste Partie gegen die Realschule Burgkunstadt. Man hielt lang gegen die Schülerinnen aus Burgkunstadt dagegen, musste sich jedoch am Ende 3:0 geschlagen geben. Doch die Chance auf ein Weiterkommen war noch nicht dahin. So gingen wir sehr engagiert in das direkt anschließende Spiel gegen das KZG Kronach. Zunächst hielten wir gut dagegen und konterten das 1:0 der Kronacher Mädchen durch ein Tor von Stürmerin Lena Pietrowski. Unsere Mädchen kämpften fleißig, konnten sich jedoch keine weiteren zwingenden Torchancen erarbeiten. So mussten wir uns letzten Endes 3:1 geschlagen geben. Trotz allem sind wir extrem stolz auf unsere Spielerinnen und hoffen, dass sich auch im kommenden Jahr wieder fußballbegeisterte Mädchen finden lassen.

Rebecca Maier

Bezirksfinale Sportklettern WK II und WK III

Mittwoch, 10.05.23 in Coburg

Das diesjährige Bezirksfinale war mit 16 teilnehmenden Mannschaften erstmals wieder ähnlich besucht wie vor Corona-Zeiten. Über 100 teilnehmende Kletterer versuchten sich in sieben Bouldern- und zehn Seilrouten in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden.

Leider erkrankte unsere Spitzenkletterin Ida Böck am Abend vor dem Wettkampf, so dass unserer WK II Mannschaft (Jahrgang 2009 und älter) mit den anderen Mannschaften nicht ganz mithalten, am Ende aber doch noch einen guten vierten Platz erzielen konnte.

Erfolgreicher war am Ende die Mannschaft unserer „Kleinen“ in der WK III.  Die Mannschaft, die überwiegend aus Mädchen der fünften Klassen zusammengesetzt war, konnte in allen Bereichen Höchstleistungen zeigen und freute sich am Ende über einen hervorragenden zweiten Platz, knapp geschlagen nur vom Graf-Münster-Gymnasium Bayreuth. In den nächsten Jahren ist den Mädchen aber sicher noch einiges zuzutrauen.

WK II: Franziska Jäger, Daniela Huber, Henri Krug, Basti Ritsch

WK III: Lea Verst, Lara Horbaschek, Helene Hieronimus, Leni Dietrich, Sara Alyasin

Thomas Lehmann

Polizei meets Alex

Am 16.05.23 hatten wir hohen Besuch am Alexandrinum – die Polizei Bayreuth besuchte unsere 10. Jahrgangsstufe und führte verschiedene Übungen des Polizeieignungstests mit ihnen durch.

Unsere Schüler/-innen hatten unglaublich viel Spaß und waren sehr motiviert. Sie sind über sich hinausgewachsen und waren richtig stolz auf sich selbst. Die Kinder und Jugendlichen haben gelernt ihre Grenzen auszutesten, darüber hinaus zu gehen oder/und diese zu akzeptieren. Sie waren außerdem sehr diszipliniert und somit hat das Team der Polizei Bayreuth durch seinen Workshop auch grundlegend wertvolle Kompetenzen geschult.

Es ist definitiv ein Projekt, welches wir als Schule wieder nutzen möchten, denn es ist ein Gewinn für unsere Schüler/-innen.

Sophie Brenner

Kurzfilmwettbewerb Demokratie

Das Gymnasium Alexandrinum Coburg lobt einen Kurzfilmwettbewerb aus:

Mitmachen kann jede*r, dem die Demokratie am Herzen liegt und ein Smartphone hat:

Es dürfen ironische Kurzstreifen entstehen, skurrile Szenen eingefangen werden, nachdenkliche Ansichten in den Raum geworfen werden, deprimierende Einsichten ebenso wie hoffnungsfrohe aufgedeckt werden.

Zu gewinnen gibt’s natürlich auch etwas

Der Einsendeschluss ist der 21.07.2023.

Im Anschluss werden aus den Beiträgen die drei besten auswählen und mit Geldprämien auszeichnen.

Die Jury besteht aus

  • Can Aydin, dritter Bürgermeister der Stadt Coburg,
  • Dekan Stefan Kirchberger, Pfarrer an St. Moriz und Dekan für die Region I des Dekanatsbezirks Coburg,
  • Uwe Keller, Abteilung People & Culture, HUK-Coburg,
  • Dr. Andrea Taubenböck, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Wertebündnis-Bayern e.V.,
  • Andreas Leopold Schadt, Moderator und Redakteur, iTV-Coburg,
  • Julia Rose, Lilly Oberender, André Angheliu und Viktoria Weibelzahl, allesamt Mitglieder der SMV des Gymnasiums Alexandrinum Coburg

Wie errreichen uns die Videokunstwerke?

Gesendet werden soll der Kurzfilm mit wetransfer oder ähnlichen Datenübertragungsprogrammen an folgende Mailadresse: t.pohl@alexandrinum-coburg.de. Wünschenswert ist dabei, wenn der Kurzfilm im mp4-Format gespeichert und übertragen wird.

Der Kurzfilmwettbewerb wird mitgetragen von der Petra Kelly Stiftung, der Thomas Dehler Stiftung und der Initiative „Demokratie leben!“ des Bundesfamlienministeriums.

Viel Spaß & Muße beim Filmen!

 

Veranstaltung zum Umgang mit Homosexualität und Diversität in Deutschland

Am 31.März berichtete die FAZ, dass Schüler*innen in Niedersachen nicht mehr dafür bestraft werden, wenn sie in Schularbeiten das Gender-Sternchen gebrauchen. Es raunte in der Jahrgangsstufe neun, welche am 16. April einer Veranstaltung zur Thematik des Umgangs mit Homosexualität und Diversität beiwohnte, einer Veranstaltung, welche durch das Bündnis „Demokratie leben“ sowie die Stadt Coburg gefördert wird.

Könne man dafür bestraft werden? Was bedeute es, wenn man dafür bestraft werde? Man beschwichtigte kurz die Schüler*innen und erklärte sodann den Hintergrund dieser Regelung in einem Land, welches sich als tolerant und als weltoffen bezeichnete, welches, gemessen an Statistiken, kein Problem mit der sexuellen Vielfalt habe. Bereits hier stellt man die Notwendigkeit der Debatte fest. Es gehe darum, in der Sprache gesehen zu werden, so Frau Janneck, Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Es gehe darum, dass Sprache die Wirklichkeit abbilde, oder? Schnell stellt das Podium fest, dass die Debatte um das Gendern eine Scheindebatte darstellt; in Wirklichkeit geht es darum, inwieweit die Sprache welche Wirklichkeit darstellt, was man bereit ist, in der Sprache zu akzeptieren, was man bereit ist, mit der Sprache zu bezeichnen, durch die Sprache zu kommunizieren.

Die jüngsten Statistiken messen den Respekt und die Toleranz der bundesdeutschen Gesellschaft. Sie messen dasjenige, was Menschen angeben, wenn sie zu einem möglichen Fall im Konjunktiv befragt werden. Sie messen nicht die wirkliche Aktion, die wirkliche Haltung, das reale Innere der bundesdeutschen Gesellschaft. Nach wie vor hat ein Großteil der bundesdeutschen Gesellschaft ein Problem damit, wenn sich zwei Männer in der Öffentlichkeit küssen; das sind dieselben, die sicherlich zuvor noch angegeben haben, dass sie tolerant sind, dass sie keine Probleme damit hätten, die Vielfalt der sexuellen Orientierung zu akzeptieren, damit zu leben.

Nach wie vor wabern unter jenem sicherlich ernst gemeinten Deckmantel des Respekts und der Toleranz die alten Stereotype mit, die alten Vorurteile, eine nach wie vor existente Ablehnung gegen das, was nicht dem entspricht, was durch die Mehrheitsgesellschaft als normal bezeichnet wird. Noch immer hat der Großteil der Gesellschaft Probleme damit, die sexuelle Vielfalt in der Öffentlichkeit nicht als störend zu empfinden.

In diesem Zusammenhang weist Herr Bankwitz, Vertreter des Vereins für Vielfalt in Sport und Gesellschaft, darauf hin, dass die Diskriminierung von Homosexuellen und Diversen in Deutschland mittlerweile abgebaut werde, dass Homosexuelle in Deutschland sehr gut leben könnten. So verweist er darauf, dass sein Lebensgefährte in Südamerika anderen Formen der Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt ist. Besucht er seinen Lebensgefährten in Kolumbien, weiß er, dass er bestimmte Straßen meiden muss, dass er sich auf sein Bauchgefühl verlassen muss, dass er aufpassen muss … Ein solches Verhalten müsse er in Deutschland nicht an den Tag legen.

Gleichwohl aber treibt ihn die Sorge um: Er weist darauf hin, dass die Straftaten gegen Homosexuelle in Deutschland seit Jahren zugenommen hätten. Erschütternd sei, dass die offiziellen Zahlen viel zu niedrig seien, dass die Dunkelziffer der Straftaten gegen Homosexuelle erheblich höher liegen müsse. Dies liegt daran, dass nicht jede Straftat durch die Opfer angezeigt wird, da die Opfer in Angst leben; Angst davor, ungewollt geoutet zu werden, aber auch Angst davor, von der Polizei nicht richtig wahrgenommen, nicht richtig behandelt zu werden. Man lebt in Deutschland zwar sicher, aber der Begriff der Sicherheit ist ein relativer Begriff. Leider noch immer!

Trotz aller Bemühungen um die Gleichstellung von Homosexuellen mit Heterosexuellen werden die Homosexuellen nach wie vor auch in Deutschland diskriminiert. Die Diskriminierung hängt ab vom Alter, dem Geschlecht und der Bildung, so das Ergebnis einer Studie. Zumeist Menschen im hohen Alter, zumeist Menschen mit niedriger Bildung, zumeist Männer … Ein problematischer Mix, der schnell und leichtfertig zu homophoben Haltungen führen kann.

Ein schwieriges Gemisch, dem nur schwer beizukommen ist. Allein die Tatsache, dass es nach wie vor bestimmte gesellschaftliche Bereiche gibt, die im Volksmund von jenen Entwicklungen unberührt bleiben sollen, bleiben müssen, zeugt davon, dass es schwierig ist, bisweilen unmöglich, derartige Bereiche in die Realität zu überführen. Man stelle sich nur vor, dass all diejenigen Fußballprofis sich outen würden, die in der ersten und der zweiten Liga kicken.

Muss Schule dann nicht mehr tun? Frau Heck von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg stimmt der Frage zu, stellt aber ernüchtert fest, dass es schwierig sei, denn trotz aller gepredigten Toleranz werden tradierte Bilder, alte Muster weitergegeben, nicht unbedingt absichtlich, dennoch aber so, dass die eine Gesellschaft die andere Gesellschaft in den Traditionen und Werthaltungen erzieht, in denen die eine Gesellschaft bereits erzogen worden ist. Es ist wie eine stille Übereinkunft, ein nicht ausgesprochener Code zwischen den Generationen, zwischen den Gesellschaftsmitgliedern, so scheint es.

Auf die Frage danach, warum man diesen Kreislauf nicht durchbrechen kann, verweist das Podium auf die strukturelle Diskriminierung der Homosexuellen in Deutschland. Nach wie vor existieren homosexuelle Lebensentwürfe in der Gesellschaft nur marginal, wenn überhaupt. In Filmen, der Werbung, in vielen Bereichen werde das typische Bild der Familie gezeigt und dadurch transportiert, unkommentiert weitergegeben, unkommentiert gelebt; als ob es neben diesem Modell der Mehrheitsgesellschaft kein Modell der Minderheitsgesellschaft gebe. In der Fachliteratur unter dem Begriff des strukturellen Heterosexismus bekannt, erlaubt dieser keine anderen Lebensentwürfe neben sich, so scheint es.

 Genau das müsse, so das Podium, durchbrochen werden, genau das müsse hinterfragt und erweitert werden. Es geht um das Nebeneinander unterschiedlicher, gleichberechtigter Lebensentwürfe. Und davon ist man in Deutschland trotz aller Bemühungen um Gleichberechtigung noch immer weit entfernt.

Im Anschluss an das Podium sprachen die Klassen das Thema jeweils mit einem Referenten noch genauer durch. Sie fragten und fragten und fragten! Das Interesse der Schüler*innenschaft an dieser Thematik war und ist sehr groß. Es scheint, als könne diese Generation diesen Kreislauf durchbrechen, als trete diese Generation heraus aus der blinden Weitergabe von Traditionen und Lebensentwürfen, als betrete diese Generation Neuland … Als erobere diese Generation jene Insel, die wir als Gleichheit aller vor allen bezeichnen.

Es wäre zu wünschen!

OStR Tobias Pohl

Besuch der 9. Jahrgangsstufe in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Am 21.03.2023 besuchte die neunte Jahrgangsstufe gemeinsam mit ihren Geschichtslehrkräften das ehemalige Konzentrationslager Flossenbürg.

Nach der zweistündigen Busfahrt kamen wir in Flossenbürg an. Das Konzentrationslager liegt in einer idyllischen Örtlichkeit in der Natur, mit schönem Ausblick auf die Waldlandschaft. Es war kaum vorstellbar, dass an diesem Ort ungefähr 30.000 Menschen leidvoll gestorben sind. Die Tour-Führerin erklärte uns, auf dem relativ kleinen Appellplatz mussten sich alle Häftlinge, das waren gegen Ende 16.000 Menschen, jeden Morgen aufstellen, sowie bei Hinrichtungen zuschauen. Nun erscheint der Platz leer und groß, da die vielen Baracken nicht mehr stehen. Eine Besonderheit des KZ Flossenbürg sind die ehemaligen Baracken, welche durch normale Wohnhäuser ersetzt wurden. Diese Entscheidung ist fragwürdig, denn es gibt viele verschiedene Meinungen dazu. Auch für uns war es kurios zu sehen, wie immer wieder ein Auto durch die Gedenkstätte hoch zu den Häusern fuhr. Als nächstes gingen wir ins Museum, wo wir viele Informationen zu den verschiedenen Opfern und ihre Herkünfte erfuhren. Durch die alten Gänge liefen wir in den Rasierraum. Hier wurde den Opfern nach der Ankunft im Konzentrationslager jegliche Persönlichkeit genommen, indem ihnen ihre Klamotten entrissen und Haare abrasiert wurden. Direkt daneben befindet sich der ehemalige Waschraum, welcher sich nicht verändert hat, abgesehen von den fehlenden Duschköpfen. Uns wurde erzählt, dass die Häftlinge selbst beim Duschen gequält wurden, mit entweder eiskaltem oder kochend heißem Wasser. Der Boden wurde überschwemmt, sodass mehrere sogar ertranken, wenn sie im Gedränge zu Boden stürzten. Die Geschichte zu hören und gleichzeitig vor Ort zu sein war sehr eindrucksvoll, aber sorgte auch für eine unbehagliche Atmosphäre. Schließlich verließen wir das Gebäude und machten uns auf den Weg zum Krematorium, durch das Tal des Todes. Trotz des angsteinflössenden Namens war das Tal schön dekoriert, mit Blumengärten und Grabsteinen zu Ehren der Opfer. Als wir ankamen, sahen wir die Rampe, über die die Leichen mit einer Lore zu dem Ofen transportiert wurden. Obwohl wir das Krematorium nicht betreten konnten, brachte allein der Anblick mich tief in Gedanken. Es war viel kleiner als erwartet, dafür dass Tausende von Menschen an jenem Ort wie Müll verbrannt wurden. Ihre Asche wurde während des Dritten Reichs im naheliegenden Wald weggekippt. Die ehemaligen Häftlinge sammelten nach der Befreiung des Lagers im April 1945, was sie an Asche noch finden konnten und formten sie zu einer Pyramide, welche wir von weitem betrachteten. Anschließend hatten wir Pause und Zeit, uns weiter umzuschauen, bis der Bus kam und es wieder nach Hause ging.

Insgesamt war der Ausflug sehr prägend und wichtig. Das Erfahrene und Gesehene beschäftigte mich die restliche Woche tief und ich bin froh, dass die Gedenkstätte erhalten bleibt, damit das Leid der Opfer und aller Beteiligten nie in Vergessenheit gerät.

Laura Aliu, 9a

 

Bezirksfinale Schwimmen: Gymnasium Alexandrinum erfolgreich in Bayreuth

Am 22.03.2023 fand in Bayreuth das Bezirksfinale Schwimmen statt, an dem insgesamt zwei Mannschaften des Alexandrinums teilnahmen.

Beide Mannschaften belegten in einem starken Wettkampf einen guten vierten und fünften Platz. Unsere Mannschaft Jungen IV sowie Mädchen IV (11-13Jahre) konnten sich vor allem in den Einzelleistungen sehen lassen. So sicherten sich die Mädchen vordere Plätze in den Einzeldisziplinen und unsere Jungs konnten vor allem in den Staffeln vordere Plätze erreichen. Wir gratulieren unseren erfolgreichen Schwimmerinnen sowie Schwimmern und freuen uns sehr über die Ergebnisse.

Jungen IV: Nick Schäfer, Paul Neumann, Samuel Breuer, David Schellenberg, Richard Emmerling, Samuel Wittmann, Finn Zetsche,

Mädchen IV: Nina Bassing, Marla Ziegler, Natalie Fenßlein, Helena Leybold, Marie Szameit, Ivanne Boiko, Amelie Heublein, Tija Trebs

Maria Struppert

Oberfränkische Meisterschaft Tanz in Bayreuth am 21.03.2023

Zwanzig Schülerinnen der fünften und sechsten Jahrgangsstufe der Tanz AG tanzten sich beim „Jugend trainiert für Olympia“ Bezirksfinale im Schulsportwettbewerb „Tanz“ auf einen hervorragenden 2. Platz und verfehlten nur ganz knapp das Treppchen. Unter der Leitung von Sophia Brenner und betreut von Maria Struppert konnten sie sich mit ihrer Choreographie zu „Dancarina“ in die Herzen der Zuschauer tanzen und verpassten nur knapp den Titel des oberfränkischen Meistertitels.

Maria Struppert

Stadtmeisterschaft Wettkampfklasse Jungen IV am 2. März 2023 in Coburg

Das Basketball-Team vom Alex, das sich aus Spielern der 5., 6. und 7. Klasse und unserer ukrainischen Brückenklasse zusammensetzte, musste sich in diesem Jahr dem Gegner vom Casimirianum geschlagen geben. Bereits im 1. Viertel gelang es den starken Vereinsspielern vom Casi einen Vorsprung herauszuspielen, der im 2. Viertel noch ausgebaut wurde. Trotzdem ließen sich unsere Jungs nie entmutigen und begannen nach der Halbzeitpause motiviert die Aufholjagd. Das 3. Viertel konnte sogar auf dem Konto der Alex-Jungs verbucht werden! Im letzten Viertel ließen dann aber doch die Kräfte nach und unser Team hatte den routinierten Gegnern nichts mehr entgegenzusetzen, so dass sich das Alex mit dem Titel des Vizemeisters zufriedengeben musste.

Ulrike Dittrich

Unsere Wintersportwochen 2023 im schönen Markushof in Wagrain

Nach drei langen Jahren Pause war es endlich wieder möglich in unser geliebtes Skilager zu fahren – und die Aufregung bei den Mädchen und Jungen der 7. und 8. Jahrgangsstufe hätte nicht größer sein können: Vom 18. bis zum 24.03.2023 fuhr in der ersten Woche unsere gesamte 7. Jahrgangsstufe und vom 25. bis zum 31.03.2023 unsere gesamte 8. Jahrgangsstufe glücklich ins schöne Salzburger Land nach Wagrain in den geliebten Markushof.

Sehr lange haben die Schülerinnen und Schüler beider Jahrgänge auf diesen Moment gewartet und konnten es in den Wochen vor der Abfahrt kaum noch erwarten – ungeduldig löcherten die Kinder die SportkollegInnen mit ständigen Fragen nach der Zimmereinteilung, der Busfahrt, der Verpflegung, u.v.m. Und endlich war der lang ersehnte Abfahrtstag am Samstagmorgen gekommen. Schwer bepackt und mit gehörigem Reisefieber stiegen die fast 70 bzw. 60 Schüler und Schülerinnen sowie die begleitenden Lehrkräfte in ihre Busse und konnten ihr Glück gar nicht fassen, die kommenden sieben Tage in der winterlich verschneiten Landschaft von Ski Amadé zu verbringen. Nach über sechs Stunden Fahrt stiegen schließlich alle glücklich und mit entsprechend großen und erstaunten Augen am Markushof aus, denn zahlreiche Kinder waren tatsächlich zum ersten Mal in den Alpen und hatten noch niemals eine solche großartige Schneelandschaft live gesehen.

Nach dem Beziehen der Zimmer ging es am Nachmittag erstmal zur Skiausleihe. Voller Aufregung nahmen die Kinder ihr neues Arbeitsgerät entgegen und wussten anfangs oftmals nicht, wie denn die Schuhe richtig herum angezogen oder die Skier ordnungsgemäß getragen werden. Geduldig erklärten die Jungs vom Skiservice Sport Factory jedem Einzelnen den richtigen Umgang mit Skiern, Helm, Stöcken sowie Schuhen. Voller Stolz trug am Ende jeder sein Material ins Quartier zurück.

Nach dem ersten leckeren Abendessen und der anschließenden QR-Code-Pistenrallye mit der Unterweisung in die Pistenregeln per Handy, nach den ersten Eindrücken und Bergluftschnuppern gingen die Kinder müde und erschöpft, zugleich mit großer Vorfreude auf den kommenden ersten Skitag in ihre Betten.

Nach einem leckeren Frühstück am reichlichen Frühstücksbuffet starteten die Kinder in voller Montur zum hauseigenen Skilift. Nach der Erwärmung durften dort die Fortgeschrittenen den Lehrern gleich mal zeigen, was sie schon alles konnten und wurden daraufhin in die entsprechenden Gruppen eingeteilt, bevor es hochmotiviert ins Skigebiet ging. Bei den Anfängern wurden in den jeweiligen Gruppen erstmal die Basics geklärt und das neue Sportgerät vorsichtig ausprobiert. Nach den ersten Anlaufschwierigkeiten beherrschten die meisten das Fahren im Pizza- und Pommes-Style schon recht gut. Sogar das Liftfahren bereitete einigen bereits am Ende des ersten Tages keine größeren Probleme mehr.

Die Tage vergingen wie im Flug, denn es gab viel zu erleben: Jeden Tag verbesserten die Kinder ihre Technik und wagten sich immer weiter ins Skigebiet vor. An den Abenden tobten sie sich in der Sporthalle aus, gingen Eislaufen, plantschten und rutschten in der Wasserwelt, spielten Gesellschaftsspiele, fochten Tischtennisturniere aus oder sangen mit den Lehrern gemeinsam alte Schlager. Aber das Highlight war die Après-Ski-Party am letzten Abend in der hauseigenen Diskothek mit DJ, in der ausgelassen getanzt und gesungen wurde.

Viel zu schnell rückte der Tag der Abreise näher. Koffer wurden gepackt, in die Busse verladen und schließlich mussten sich alle schweren Herzens vom Markushof, welcher in dieser Woche zum Zuhause geworden war, verabschieden. Besonders stolz waren die Lehrer in diesem Jahr darauf, dass die Kinder diese Woche nicht nur überdurchschnittlich diszipliniert und motiviert waren, sondern auch alle einwandfrei das Skifahren erlernten.

Diese großartigen Wochen, welche für alle ein unvergessliches Erlebnis bleiben werden, gewinnen in der derzeitigen Situation zusätzlich eine ganz besondere Bedeutung, die sich niemand von uns vor einigen Wochen hätte vorstellen können. Dafür, dass wir diese perfekte Wintersportwoche mit so viel Spaß, Harmonie und Lebensfreude durchführen konnten, sind alle Beteiligten, SchülerInnen und Lehrkräfte unendlich dankbar und wir freuen uns gemeinsam auf das verlängerte Wochenende im kommenden Jahr.

Diana Atzpodien

 

Eröffnungsdebatte der Veranstaltungsreihe „Demokratie – Deine Chance, Deine Aufgabe, Deine Verantwortung!“

Am 20. März 2023 wurde am Gymnasium Alexandrinum Coburg die Veranstaltungsreihe ,,Demokratie – Deine Chance, Deine Aufgabe, Deine Verantwortung!“ eröffnet. Zum Auftakt fand in der Aula vor und mit den zehnten Klassen ein Streitgespräch statt, bei dem die Frage diskutiert wurde, warum Demokratie unsere Aufgabe ist.

Miteinander diskutiert haben die Lehrkräfte Frau Flach und Herr Pohl und Frau Dr. Taubenböck vom Wertebündnis Bayern. Anwesend waren auch Herr Andreas Schadt von iTV Coburg und Herr Uwe Keller von der Abteilung People & Culure der HUK Coburg als Vertreter der Jury für den damit verbundenen Kurzfilmwettbewerb. Frau Flach vertrat in der Debatte eine partizipative Position, d. h. sie vertrat die Meinung, dass man die demokratischen Spielregeln auf alle Bereiche des Lebens ausweiten sollte. Herr Pohl stellte somit den Kontrast, er stand auf Seiten des elitären Demokratiebegriffs und befürwortete Demokratie als Kerngeschäft gewählter Abgeordneter. Dazwischen nahm Frau Dr. Taubenböck die Position des Wertebündnisses Bayern ein.

Zunächst wurde über die Frage nach der Ausweitung des Wahlrechts debattiert. Herr Pohl machte schnell klar, dies sei für ihn keine Option. Er sah die Gefahr, dass extreme Parteien durch populistische Propaganda und einfache, nicht in die Tat umsetzbare Versprechen, gerade die jüngere Generation auf ihre Seite ziehen würden. Frau Flach und Frau Taubenböck waren sich zu dieser Frage einig und entkräfteten sofort Herrn Pohls Argument: Die U18-Wahlen an bayrischen Schulen haben immer wieder gezeigt, dass die jüngere Generation mehr zu Grünen und FDP tendiert als zu rechtspopulistischen Parteien. Auch weitere Entgegnungen Herrn Pohls, wie zum Beispiel die hohe Verantwortung, die mit der Absenkung des Wahlalters einhergeht, wurden mit ebenso starken Argumenten widerlegt. Uneinig wurden sich Frau Flach und Frau Taubenböck allerdings, als der Vorschlag, ab der Geburt wahlberechtigt zu sein, aufkam. Für Minderjährige würden so die Eltern abstimmen dürfen, das würde Familien mit mehreren Kindern eine höhere Stimmkraft geben und sie so privilegieren, meinte Frau Dr. Taubenböck. Darüber hinaus wüssten die Eltern häufig nicht, was ihre Kinder wählen würden, warfen mehrere Schüler*innen ein.

Das zweite Thema war die politische Verantwortung Jugendlicher und inwieweit sie diese übernehmen könnten. Frau Dr. Taubenböck warf in den Raum, Jugendliche hätten nicht die Möglichkeiten dazu, eine solche politische Verantwortung zu übernehmen, selbst und gerade, wenn sie es wollten. Herr Pohl stellte hingegen die Frage, ob Schüler*innen überhaupt befähigt dazu wären, wo sie doch nur am Klima interessiert seien. Dies stieß aber sowohl bei Frau Taubenböck als auch bei Frau Flach auf vehementen Widerstand. Im Gegenzug wurde die Frage nach einem Wahlhöchstalter gestellt, also ob man ab einem bestimmten Alter nicht mehr zur Wahl zugelassen werden sollte. Dies wurde aber durch Zwischenmeldungen des Publikums klar als undemokratisch abgelehnt. Es wurde hier ein wichtiger Punkt angesprochen von einem Schüler, der meinte es sei wichtiger auf den Inhalt  als auf die Identität des Politikers zu achten. Alle Schüler*innen waren sich hier einig: zwar sollten die Älteren sensibilisiert werden, um mehr auf die Meinungen und Bedürfnisse der Jüngeren zu hören, da sie noch länger auf der Erde weilten, aber trotzdem sei eine Repräsentation des Volkes nur möglich, wenn Alt und Jung zusammen auftraten und füreinander eintraten.

Frau Flach eröffnete den dritten Themenbereich mit einer Querschnittstudie aus der Schweiz, die 2017 wissenschaftlich nachgewiesen hatte, dass Schüler*innen von der Grundschule bis zu den weiterführenden Schulen politische Verantwortung übernehmen wollen; das Problem hierbei ist jedoch, dass der Raum hierfür in den Schulen nicht vorhanden ist, weil der Notendruck zu hoch ist. Schüler*innen können sich in Schulparlamenten mit den ersten politischen Themen auseinandersetzen und mit teilweise eigenem Budget dürfen sie Entscheidungen treffen, wie vielleicht den Schulhof neu zu gestalten. Schulen identifizieren sich somit als Einübungsbereich für politische Verantwortung, so Frau Dr. Taubenböck. Frau Flach machte hingegen darauf aufmerksam, dass Schulparlamente viel Arbeit und Aufwand bedeuteten, aber nicht besonders effektiv seien. Frau Dr. Taubenböck entgegnete jedoch mit dem Argument, dass es in ehrenamtlich agierenden Stadträten kleiner Städte nicht unbedingt anders aussähe und ein Schulparlament helfen würde, die Schülerschaft politisch zu bilden. Dahingegen zeigte Herr Pohl auf, dass ein Schulparlament durchaus überfordernd für die Schüler*innen sein könnte. Dies ließe sich jedoch nicht durch die Realität bestätigen, so Frau Dr. Taubenböck. Man müsse die Jugendlichen mal so einer Situation aussetzen, entgegnete sie, und ja es gäbe Meinungsfreiheit, aber keine Widerspruchsfreiheit. Somit müssten gerade Jugendlich lernen mit Kritik erwachsen umgehen zu können und das lerne man nur, wenn man in das Geschehen mit einbezogen würde.

Als vierter und letzter Themenblock folgten die Formen der Verantwortungsübernahme. Hierbei standen Schülerdemonstrationen wie „Fridays for Future“ im Fokus. Frau Flach erklärte hierzu, dass solche Schülerdemonstrationen eine wichtige Möglichkeit seien, seine politische Meinung zeigen und dafür einzustehen. Es kamen aber auch Gegenstimmen auf, die gerade Demonstrationen während der Schulzeit kritisierten und ihre Glaubwürdigkeit hinterfragten: Die Schüler würden sich nur so sehr interessiert zeigen, damit sie die Schule schwänzen könnten. Bei dieser Frage zeigte sich das Publikum erneut sehr aktiv, indem es diese Vorwürfe widerlegte: Demonstrationen während der Schulzeit würden den Forderungen mehr Druck verleihen, für Demonstrationen am Nachmittag würden sich die Medien kaum interessieren.

Als Resümee kann man sagen, dass diese Veranstaltung mehr als erfolgreich gewesen ist und alle Beteiligten sehr engagiert dabei waren. Es lohnt sich diese Veranstaltung fortzuführen, da es eine lehrreiche Erfahrung für Schüler*innen und Lehrer*innen war.

Mathilda Schramm, Janos Langer, Katharina Haare (alle 10. Klasse)

Die Alex-Coaches sind zurück!

Nach coronabedingter Pause werden in diesem Jahr wieder 21 Alex-Coaches ausgebildet. Das sind Schüler:innen aus der 8. und 9.  Jahrgangsstufe, die vielfältige Aufgaben in unserer Schulfamilie übernehmen sollen: Zum Angebot gehören Schlichtungsgespräche für Konflikte der Unterstufenschüler:innen, Unterrichtseinheiten zum Thema WhatsApp, (Cyber-)Mobbing und „Erste Liebe und Sexualität“ und zur Verbesserung des Klassenklimas. Außerdem fungieren sie als Pausenhofdienste, in denen die Coaches als Ansprechpartner:innen für v.a. jüngere Schüler:innen erkennbar sind und bei Streitigkeiten intervenieren können.

Zum Schuljahresbeginn absolvierten die motivierten Acht- und Neuntklässler:innen schon die dreitägige Streitschlichterausbildung mit Schulhausübernachtung. Im zweiten Halbjahr sind die nächsten beiden Ausbildungsabschnitte zu den Themen „Medienerziehung“ in der Jugendbildungsstätte Neukirchen und „Sexualerziehung“ in der Freizeit- und Tagungsstätte des CVJM in Altenstein geplant.

Einmal wöchentlich treffen sich die AlexCoaches mit ihren Betreuerinnen, Christine Heymann, Susanna Neri und Eva Dremel, um Kekse zu essen und alles zu besprechen, was ansteht. Unterstützt werden die Mittelstüfler durch die bereits ausgebildeten Alex-Coaches der mittlerweile 12. Jahrgangsstufe, die dankenswerterweise noch aushelfen, wenn es nötig ist. Ab den Sommerferien sind unsere AlexCoaches dann aber ganz selbstständig und freuen sich, dass sie endlich zum Einsatz kommen.

Christine Heymann, Susanna Neri, Eva Dremel

P-Seminarpreis für „Erstellen und Erproben mathematischer Spiele“

P – Seminar „Erstellen und Erproben mathematischer Spiele“ gewinnt oberfränkischen P – Seminarpreis

Das P – Seminar „Erstellen und Erproben mathematischer Spiele“ unter Leitung von Fr. Dremel wurde am vergangenen Donnerstag mit dem oberfränkischen P-Seminarpreis ausgezeichnet. Zur Feierstunde in der Aula des Alexandrinums durfte der Schulleiter unter anderem Fr. Meier von der MB-Dienststelle, Hr. Püttner von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, die das Preisgeld zur Verfügung stellt, und den Bürgermeister Can Aydin begrüßen. Die Redner:innen betonten die herausragende Bedeutung der Mathematik – gerade für die Wirtschaft – und lobten die Intention der Schüler:innen, das Üben und Wiederholen mathematischer Inhalte attraktiver zu gestalten. Im Verlauf der Festveranstaltung stellten die Teilnehmer:innen des Seminars ihre Spiele dem Publikum aus externen Gästen und Mitschüler:innen vor. Präsentiert wurden unter anderem „Mensch, verrechne dich nicht“ und „Schüler:in ärgere dich nicht“ – abgewandelte Formen des bekannten Gesellschaftsspiels – , ein mathematischer Jengaturm, aber auch ein Computerspiel mit Aufgaben aus dem Bereich der Bruchrechnung. Am Ende der Veranstaltung durften die Seminarteilnehmer:innen ihre Urkunde entgegennehmen. Es freut uns sehr, dass das Alexandrinum mit diesem begehrten Preis ausgezeichnet wurde.

(E. Dremel)

Die Mottowoche der SMV

In der Woche vor den Faschingsferien war es wieder so weit: Die beliebte Mottowoche stand an! Der Montag startete mit der Devise „Verkleide dich wie ein Lehrer!“. Während das ein oder andere Hawaiihemd dafür aus dem Schrank gekramt wurde, waren für den Dienstag schicke Outfits gefragt: Die Schüler:innen setzten sich ihre Sonnenbrillen auf und steckten die (Kaugummi-) Zigarette an, um als Mafiosi in die Schule zu kommen. Am Mittwoch stand dann alles unter dem Motto „First letter“: Mias kamen als Micky Mouse, Niklas als Nikolaus und so weiter… Am Donnerstag durften die Schultaschen zuhause bleiben: Unter dem Motto „Anything but a backpack“ wurden die Bücher und Hefte in Töpfen, Einkaufswägen, Bierkästen oder Koffern transportiert. Zum Wochenabschluss folgte das große Finale: Der Bad Taste Day! Früh wurden die Klassensieger gekürt, in der verlängerten Pause durften diese dann ihre Outfits der hochkarätigen Jury und dem Publikum auf dem Laufsteg präsentieren. Nach einer gelungenen Show wurden die Sieger gekürt. Insgesamt eine sehr gelungene Woche!

 

Bezirksfinale HB Jungen IV und Mädchen IV

Am 15.02.2023 fanden in der Coburger Angersporthalle die beiden Bezirksfinale in den Wettkampf-klassen IV bei den Jungen und Mädchen statt. Leider gibt es im Raum Coburg aktuell keine Schulen, die in dieser Altersklasse Mannschaften melden. Somit fehlen die Vergleiche der „Anfänger-mannschaften“ und man qualifiziert sich direkt für die Bezirksentscheide, wo erfahrungsgemäß überwiegend leistungsstarke Vereinsmannschaften antreten.

In diesem Fall kamen die Gegner jeweils aus Forchheim vom Ehrenbürg-Gymnasium. Beide Alex-Mannschaften waren in ihren Spielen absolut chancenlos. Bei den Jungen lautete das Endergebnis 30:10 (20:1), bei den Mädchen 25:3 (15:1).

Es spielten:

Lotta Brückner, Fiona Nerenberg, Marie Apfel, Josefine Heger, Saskia Wöhner

Finn Zetsche, David Schellenberg, Samuel Wittmann, Samuel Breuer, Nick Schäfer, Paul Neumann, Leander Bittdorf, Bogdan Angheliu

Thomas Lehmann

Besuch des Schulfernsehteams bei TV Oberfranken

Einige Schüler*innen unseres Schulfernsehens-Teams besuchten kürzlich mit ihrem Teamleiter Tobias Pohl das Studio von TV Oberfranken und bekamen dort hilfreiche Tricks und lifehacks für die eigene Arbeit.

Und das sah dann so aus:

TV Oberfranken: So läuft das bei TVO. Besuch von Schüler*innen der 9. Klasse in Hof

 

„Versprochenes Reich“

Besuch der Theatervorstellung und anschließendes Gespräch mit Mitwirkenden durch Schüler*innen der Klasse 9c 

Es ist der Traum eines jeden jungen, heranwachsenden Menschen, seine Schule zu verlassen, infolgedessen die engen Grenzen seines jugendlichen Alltags aufzubrechen und diese hinter sich zu lassen, in die große weite Welt hinein zu gehen und sich darin, vollkommen frei und ungezwungen, zu entfalten.

Das Gefühl absoluter Freiheit! Als ob da niemand ist, der den jungfräulichen Lebensfreigeistern Grenzen setzen kann: Niemand, der ihnen sagt, dass sie das nicht tun dürften, niemand, der ihnen vorgibt, dass sie etwas zu erledigen hätten … Als ob die absolute Freiheit derart berauscht, dass die enthusiastischen Höhenflieger daran glauben, sie könnten der Welt ihren Stempel aufdrücken, sie könnten der Welt sagen, wer sie sind … Ganz im Sinne der fatalen Annahme zu meinen, die Welt hätte auf sie gewartet. Ganz im Sinne eines logischen Fehlers, davon auszugehen, die Welt hätte nicht nur auf sie gewartet, sie hätte sie vielmehr erwartet, gleich einer Prophezeiung, einer Ankündigung …

Ein Gefühl der trügerischen Sicherheit, welches spätestens dann in sich zusammenfallen muss, wenn die gefühlten Senkrechtstarter das erste Mal schmerzhaft auf dem Boden aufprallen. Wenn sie merken, dass man nicht auf den Füßen landen muss – und dass die Welt nicht auf sie gewartet, sie schon gar nicht erwartet hat.

Das Theaterstück „Versprochenes Reich“, das durch Schüler*innen der Klasse 9c besucht wurde, spielt genau mit dieser Diskrepanz zwischen jugendlicher Hoffnung und fataler Realität. Drei junge Erwachsene bewerben sich auf eine Stelle. Drei junge Erwachsene hoffen darauf – auch aufgrund der Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie mitbringen, aufgrund der Ausbildung, die sie haben, aufgrund der Begabung, von der sie meinen, dass diese sie für diese Aufgabe prädestiniere –, einen Job zu erhalten, von dem sie erwarten, dass dieser mehr ist als ein Job, eher eine Berufung, eine Heirat mit der Zukunft; darauf vertrauend, dass diese Zukunft endlich dann einbringe, was sie ihnen im einstmals rauschenden Geschmackserlebnis  der Loslösung von Schule und Elternhaus versprochen hat. Infolgedessen fragen die drei Bewerber nicht danach, welchen Sinn einzelne Vorstellungs- und Bewerbungsrunden haben; sie durchlaufen sie einfach, sie lassen es mit sich machen und über sich ergehen, sie fragen nicht danach, warum sie sich diesem Diktum einer fatalistisch daherkommenden digitalen Chefin unterwerfen. Sie tun einfach!

Im Laufe des Stücks fragen sich die Darsteller wie die Zuschauer, was über geblieben ist von dem Traum auf ein sehr gutes Leben, was übriggeblieben ist von dem Traum, die eigene Biografie, gleich einem Stempel der Welt aufdrücken zu wollen, was überhaupt davon übriggeblieben ist, was man einstmals wollte, wofür man sich interessierte, wonach man strebte. Der Traum vom versprochenen Reich verfliegt zunehmend, sowie die Darsteller auf der Bühne einsehen müssen, dass sie austauschbar sind, dass die eigenen Begabungen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, die eigenen Überzeugungen nichts sind im perfiden Spiel einer übermächtigen möglichen Chefin, die dazu anhält, die vollkommen unmenschlichen Prüfungen mit jedem weiteren Schritt, jeder weiteren Anweisung zu pervertieren. Um am Ende den Gedemütigten zu sagen, dass keiner genommen werden könne, keiner gut genug sei, keiner!

Der Traum vom versprochenen Reich verfliegt augenblicklich.

Das Stück, das in der alten Kühlhalle inszeniert wurde, wirft die Frage auf, was wir sein wollen, was wir in Wirklichkeit aber sind, an wen wir uns anpassen müssen … Es wirft die Frage danach auf, ob die jugendlichen Träume, die eine utopische Welt von morgen träumen, in der alles möglich ist, ob diese Träume selbst nicht sogar gefährlich sind, weil sie dem Träumer vorgaukeln, er könne die Welt verändern, so er sich nur anstrenge, so er in die Welt eintauche, sich in ihr engagiere … Es ist ein Stück, das danach fragt, wer wir sind in einer Gesellschaft von vielen, wer wir sein dürfen in einer Gesellschaft von vielen und ob unser Seindürfen überhaupt möglich ist.

Der Traum vom versprochenen Reich verfliegt, sowie der Träumer anerkennen muss, dass die Realität eine andere ist.

Es ist die bittere Erkenntnis des Abends, dass man trotz aller Bemühungen stets darum bemüht sein muss, sich an die Etikette des scheinbar Normalen anzupassen, wohl wissend darum, dass man sich gegen diese Etikette entscheiden kann, jedoch darum ahnend, dass eine Entscheidung gegen diese Etikette durchaus den Geschmack von Freiheit trägt … Aber dann erkennen diejenigen, die sich gegen diese Etikette entschieden haben, dass ihre Entscheidung auch nur Etikette ist.

Es ist der Traum von einem versprochenen Reich! Es bleibt der Traum von einem versprochenen Reich.

Tobias Pohl

Hochrangige Podiumsdiskussion am Gymnasium Alexandrinum Coburg

„Man muss ihnen die Lust nehmen, Nationen wie uns und die NATO angreifen zu wollen“ – mit vielversprechenden Worten setzte die Debatte vier Bundestagsabgeordneter sowie des Referenten für Sicherheitsfragen am Montag, den 13.02.2023, in der Aula des Gymnasiums Alexandrinum an. Zu Gast waren Jugendoffizier Hauptmann Sahm, Herr Schwarz der SPD, Herr Wagner von den Grünen als auch Herr Prof. Ullmann von der FDP und Herr Silberhorn von der CSU, um mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe aktuelle weltpolitische Themen zu debattieren.

Unter dem Titel „Putins langer Krieg gegen den Westen – Ursachen und Folgen“ wurde vor allem über Deutschlands Verteidigung gesprochen. Hauptmann Sahm betonte in diesem Zusammenhang die Rolle der Bundeswehr im internationalen Krisenmanagement, deren Verantwortung auf der Stabilisierung betroffener Regionen liegt. Die Notwendigkeit höherer Investitionen in die Verteidigung Deutschlands bekräftigten die Abgeordneten Silberhorn und Schwarz in Bezug auf den Russland-Ukraine Konflikt, aber auch auf China als systemische Herausforderung. Laut Silberhorn sei die Bundeswehr ihren Verpflichtungen der letzten Jahre zwar nachgekommen, aufgrund globaler Krisen aber auch der Nähe des aktuellen Krieges in der Ukraine sei es aber gerade jetzt erforderlich, die deutsche Verteidigung zu stärken.

Immer wieder wurde zudem von Herrn Wagner und Prof. Ullmann für mehr europäische Zusammenarbeit plädiert, um gegenüber Supermächten wie China standhaft bleiben zu können. In der Diskussion über China als wachsende Supermacht und das „Chinesische Jahrhundert“ zeigten sich alle Repräsentanten einig, dass diplomatische Annäherungen an China schwierig seien. Laut Wagner habe Europa jedoch die Chance, durch Zusammenarbeit und Diversifikation der Handelspartner, seine Abhängigkeit von China zu senken. Der SPD-Abgeordnete Schwarz fügt hinzu, dass freiwillige Angebote an China die beste Möglichkeit wären, um eine multilaterale internationale Ordnung zu etablieren, als Beispiel nannte er den Klima-Club.  Nachdem die Abgeordneten ihre Meinungen in einer geschlossenen Debatte ausgedrückt hatten, wurde diese eröffnet, sodass Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit hatten, eigene Meinungen zu äußern und aufkommende Fragen an die Abgeordneten zu stellen. Hierbei entwickelte sich eine interessante Diskussion über die Notwendigkeit einer allgemeinen Wehrpflicht, die deutsche Rolle in der internationalen Politik sowie die größten Gefahren für den Frieden im 21. Jahrhundert.

Marie Metz, Ann-Marie Beck (beide Q12)

 

Fotos von Johanna Boortz (Klasse 10b)

Demokratie lernen? – Indem man Verantwortung für sich in einem Klassenparlament übernimmt

Das Klassenzimmer der 9c ist umgeräumt. Vorn, in der Mitte, dort, wo sonst die Lehrkraft aktiv den Unterricht hält, steht nunmehr ein Rednerpult: Die Macht des Wortes, die Chance auf den geregelten Austausch von Argumenten.

Der Lehrer? Er räumt die Mitte seines Arbeitsbereichs, sitzt am Lehrerpult und eröffnet die erste Sitzung des Klassenparlaments der 9c. Man werde heute darüber abstimmen, ob die Klasse 9c außerhalb der Unterrichtszeit nach Nürnberg ins Reichsdokumentationszentrum fahren wolle.

Die Sitzungsglocke tönt das erste Mal. Tobias Pohl, die Lehrkraft der Klasse 9c, nun reduziert auf den Protokollanten der Sitzung, bittet die erste Rednerin nach vorn. Energisch setzt diese sich für die Fahrt nach Nürnberg ein. Es gehe darum, dass man nicht nur im Klassenzimmer lerne, nicht nur für die nächste Stunde lerne; es geht hier darum, dass man für sich selbst lerne und begreife, dass der Besuch des Reichsdokumentationszentrums im Sinne des Verstehens der eigenen Geschichte förderlich, gut und sinnvoll ist.

Es ist eine erste Rede, die es in sich hat. Das Plenum hört dabei nicht nur aufmerksam zu; vielmehr gibt es erste Zwischenrufe. Der Protokollant am Rande der Debatte schweigt. Die Glocke bleibt stumm.

Sodann bittet Tobas Pohl die nächste Rednerin ans Rednerpult. Sie beginnt langsam ihre Rede, leise. Dann aber steigert sie sich: Sie erinnert an die Wichtigkeit des Verstehens der Geschichte des Nationalsozialismus. „Gerade deshalb müssen wir jede Gelegenheit nutzen, die sich uns bietet, um unser Wissen um diese Diktatur zu vertiefen!“

Leiser Applaus auf der einen Seite, ablehnendes Gerede auf der anderen Seite. Und dazwischen die Rednerin, die zunehmend energischer auftritt: Auch sie verweist darauf, dass das Lernen nicht nur im Unterricht geschieht; zudem merkt sie an, dass es sich bei der Fahrt nach Nürnberg um eine einmalige Angelegenheit handle, ein Samstag von vielen.

Das Plenum bleibt nicht ruhig. Fair, aber dennoch bestimmt zeigt man der Rednerin an, dass man die Meinung nicht teilt, dass man sie ablehnt…

Es ist keine normale Unterrichtsstunde. Vielmehr brandet eine Debatte auf, die viele Ähnlichkeiten besitzt mit einer Diskussion aus den Plenarsälen in München und Berlin. Selbst die Presse ist dieses Mal anwesend.

Eine weitere Rednerin wird an das Pult gebeten. Sie schaut ihre Vorredner an, sie stimmt den Argumenten ihrer Vorredner zu, sie führt sie aus, sie… Sie bricht ab und verweist auf diejenigen Aspekte, welche die Vorredner nicht gesehen haben, nicht sehen wollten. Es werde gebaut in Nürnberg. Die Fahrt sei lang, der Besuch des Reichsdokumentationszentrums dagegen recht kurz. Man müsse abwägen zwischen dem, was man mit dieser Fahrt erreichen möchte, und dem, was man hierfür aufbringen müsste.

„Möchten Sie eine Zwischenfrage zulassen?“

Die Rednerin stockt, nachdem der Protokollant sie darauf hingewiesen hat, dass eine Schülerin aufgestanden ist und bereit ist, eine Zwischenfrage zu stellen. Sie muss die Zwischenfrage nicht zulassen, sie kann ablehnen und mit ihrer Rede fortfahren. Diese Möglichkeit sieht eine demokratische Plenumsdebatte vor. Sie nickt.

„Es geht ums Lernen, es geht ums Verstehen einer zentralen Epoche der deutschen Geschichte. Muss man da wirklich abwägen?“

„Ja, denn neben der verpflichtenden Fahrt zu einer Gedenkstätte ist die Frage durchaus erlaubt, ob man zusätzlich noch zum Reichsdokumentationszentrum fahren soll.“

Beide schneiden sich sachlich an, beide schauen sich scharf an. Es geht nicht um das Persönliche, vielmehr um die Sache an sich, vielmehr darum, ob man sich als Klassengemeinschaft zu dieser Fahrt durchringen kann. Oder aber nicht.

In dieser Form geht die Debatte weiter. Die Zwischenrufe branden auf, der Protokollant und Sitzungsleiter, Tobias Pohl, geht mit seiner Glocke dazwischen.

Am Ende stimmt die Klasse ab. Man entscheidet sich mit großer Mehrheit gegen die Fahrt zum Reichsdokumentationszentrum. Kurze Stille!

In seine Rolle als Lehrkraft zurückgekehrt ist Tobias Pohl ob des Ausgangs der Debatte traurig. Gerne wäre er nach Nürnberg gefahren… „So aber ist Demokratie!“

Folglich freut er sich darauf, die nächste Debatte zu leiten. Hierbei wird es darum gehen, ob sich die Klasse dazu entschließt, eine kreative Aktion in Coburg durchzuführen.

Das ist Demokratie! Ein neues Thema, eine neue Debatte, eine neue Abstimmung und dazwischen der bereits jetzt stattfindende geregelte Austausch von Argumenten. Das ist Demokratie…

„Jede Ähnlichkeit mit realen Personen, tot oder lebendig, ist rein zufällig.“ – Besuch der Farce „Mein Kampf“

„Jede Ähnlichkeit mit realen Personen, tot oder lebendig, ist rein zufällig.“

George Tabori in seiner Farce „Mein Kampf“, Besuch der Theatervorstellung von Schüler*innen der Q11

Nicht nur in diesen Zeiten, aber gerade in der heutigen Zeit, in der radikales Gedankengut scheinbar zunimmt, Populisten und Demagogen zunehmend den öffentlichen Raum bestimmen mit vereinfachten, bisweilen sehr platten Parolen, in der leichtfertig die demokratischen Errungenschaften in fragwürdiger Weise kritisiert werden, ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit, Kunst und Kultur an den Teil der Geschichte erinnern, der mahnt, dass ein Volk nicht erneut leichtfertig alle modernen Errungenschaften fortwerfe.

Das Landestheater Coburg hat sich in diesem Zusammenhang einem Theaterstoff gewidmet, der grotesk ein grelles Licht auf die NS-Vergangenheit wirft. George Tabori, welcher in enger Zusammenarbeit mit Becket zum grotesken Theatermacher herangewachsen ist und 1992 den Georg-Büchner-Preis gewonnen hat, hat eine Farce verfasst, die bereits in ihrer Grundanlage nicht komischer sein kann: Der Jude Schlomo Herzl trifft im unruhigen Wien um 1910 auf den noch vollkommen unbekannten Adolf Hitler und begeht in einer beiläufigen Nettigkeit den Fehler, aus diesem bemühten Künstler nunmehr einen Politiker zu machen. Dabei ändert er dessen Aussehen, nimmt Einfluss auf dessen Auftreten, schließlich hilft er ihm sogar, politische Schlagwörter seiner bereits damals schon angedeuteten, schneidenden Rhetorik anzupassen. Ein Fehler, den er erst viel zu spät bemerkt …

Der Wahnsinn des Stücks besteht darin, dass die Farce historische Fakten mit grotesken Verwicklungen verbindet, gespielt vor einem Publikum, welches um den weiteren Verlauf der Geschichte weiß, welches darum ahnt, dass das bereits da angedeutete Scheusal zu einem Massenmörder werden wird – so dass das Lachen über die Komik der Szenerie des Öfteren einem Schock über sich selbst weicht, einem Schock ob der Tatsache, dass man sich dabei ertappt, über etwas gelacht zu haben, worüber man eigentlich nicht hätte lachen dürfen.

„Aus der Zukunft in die Vergangenheit blicken, um sich mit der Gegenwart auseinanderzusetzen“, heißt es im Programmheft. In der knapp zweistündigen Aufführung begibt sich das Publikum auf eine merkwürdige Zeitreise in den Keller eines Heims für Heimatlose in der Blutgasse in Wien. Die darin interagierenden Gestalten sind übertrieben ins Komische verzerrt; allein die Kostümierung des Lobkowitz, der als Gott angesprochen werden möchte, zeugt von jener Widersprüchlichkeit, die diesem Stück inhärent ist. Doch nicht nur die Kostümierung, nicht nur das Bühnenbild weisen auf eine fatale Gebrechlichkeit der Szenerie hin, auch die Handlungen der Figuren, die Interaktionen. Schlomo Herzl empfindet Mitleid für den mittellosen Künstler, steht ihm bei, hilft ihm, hört seine bereits da formulierten rassistischen Tiraden, denkt sich nicht viel dabei, hilft dem illusionslosen Hitler vielmehr, einen neuen Weg einzuschlagen: Der begabte Redner solle in die Politik gehen; die Politik habe zu wenige verkannte Künstler.

Man habe es mit einem fiktiven Hitler zu tun, einem Landei aus Braunau am Inn, unfähig mit dem Leben in der Großstadt zurechtzukommen, einem Clown, einem Hitler, über den man lachen kann und soll, so Marten Straßenberg, einer der Regisseure der Inszenierung. Ja, man möchte lachen, ja, man lacht über die vielen skurrilen Situationen, in denen der spätere Massenmörder in seiner Lebensunfähigkeit dargestellt wird. Doch ja, man möchte lachen, wenn er redet, wenn er in seinen Redeandeutungen den für den späteren Diktator typischen Sprachduktus annimmt, wenn seine Gestik im Keller des Lebensunfähigen bereits verdächtig an die propagandistisch aufgeladenen Haltungen des Massenverführers erinnert …

Es ist ein Stück Notwendigkeit! Diese Inszenierung zu sehen, um alsdann darüber ins Gespräch zu kommen, hat nicht nur etwas mit einer abendfüllenden Kulturveranstaltung zu tun, dieses Stück hat vielmehr etwas damit zu tun, dass es aufgrund seiner Besonderheit ein Anschauen notwendig macht. Es geht darin nicht um die Vergangenheit – trotz der Tatsache, dass das Stück in einem Wien um die Jahrhundertwende spielt -, es geht darin mehr denn je um die Reflexion der Gegenwart, um die Frage, ob wir als Generation der scheinbar Leichtfertigen zunehmend zu Geschichtsvergessenen zu werden drohen, ob wir als Generation der scheinbar Sorglosen zunehmend Gefahr laufen, ähnliche Fehler zu begehen.

Nein! Geschichte wiederholt sich nicht. Gleichwohl: Es besteht die Möglichkeit, dass eine Blindheit für die Geschichte dazu verleitet, die Lehren aus dieser nicht mehr zu sehen. Das wäre fatal; die Fehler, die man dann begeht, sind andere, das Ergebnis kann aber ähnlich ausfallen.

Tobias Pohl

 

 

 

 

 

Erfolgreiche Alex-Mädels auf dem Treppchen

Am Mittwoch, den 02.02.2023 fand im Landesleistungszentrum Hof das Oberfrankenfinale des Wettkampfes „Jugend trainiert für Olympia“ in der Sportart Gerätturnen statt. Daran nahm das Alex, betreut von Diana Atzpodien, mit je einer Mannschaft in den Wettkämpfen II, III und IV teil.

Unsere fünf Mädchen des Wettkampfes Mädchen II durften sich mit insgesamt sieben Mannschaften nach einem packenden Wettkampf über einen guten fünften Platz freuen und mussten sich den Mannschaften der Gymnasien aus Hof, Kronach und Bayreuth erdenklich knapp geschlagen geben. Wir Sportlehrer sind sehr stolz auf die Leistung von Emilia Pfahler, Fiona Forkel, Karina Hoffmann, Anastasia Kulikov und Naima Pfahler.

Die fünf Mädchen (Ida Behr, Marie Bentzen, Laura Hanke, Alexia Kohlickova und Marie Szameit) des Wettkampfes III konnten sich nach einer spannenden Begegnung im kürmodifizierten Wettkampf mit der Bronzemedaille schmücken. So mussten sie sich nur dem Gymnasium Casimirianum und dem Meranier Gymnasium Lichtenfels geschlagen geben und konnten mit tollen Kürübungen glänzen.

Vielseitigkeit war gefragt bei dem Wettkampf IV für 11 bis 13 Jahre, an dem sich neben zehn Mannschaften aus Coburg, Kronach, Bayreuth, Bamberg und Hof auch eine Mannschaft vom Alex beteiligte. Nach einem spannenden Contest und sehr guten Übungen durften sich die sechs Mädchen (Ella Paucke, Luna Fischer, Nele Behr, Marla Ziegler, Tija Trebs, Amelie Heublein, Luisa Schreiner) vom Alex über den vierten Platz freuen und waren ganz besonders stolz auf ihr Debüt im Landesleistungszentrum.

Regionalentscheid Volleyball

In den Wettkampf II am 19. Januar 2023 traten für das Alexandrinum sowohl eine Jungen- als auch eine Mädchenmannschaft im Regionalentschied im benachbarten Lichtenfels an, mit dem Ziel sich das Ticket zur Oberfränkischen zu erschmettern. Die starken und körperlich überlegenen Gegner aus Kronach und Lichtenfels machten es unseren neu formatierten Mannschaften nicht einfach. In einem packenden Finale mussten sich unsere Youngsters am Ende den Konkurrenten enttäuscht geschlagen geben, dennoch sind wir in der Fachschaft sehr stolz auf unsere Premiere in der Sportart Volleyball.

Maria Struppert

Bezirksfinale Handball Mädchen II

Leider ist der Regionalentscheid gegen das Meranier-Gymnasium Lichtenfels ausgefallen, da der Gegner keine Mannschaft stellen konnte. Somit hatte sich unsere Mannschaft zusammen mit dem Gymnasium Naila und dem Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim direkt für das Bezirksfinale qualifiziert. Da kurzfristig auch noch das Ehrenbürg-Gymnasium abgesagt hat, fand nur ein Spiel über die volle Spielzeit am 25.01.23 in Naila statt.

Unsere Mädchen (alle ohne Handballerfahrung) trafen auf eine äußerst leistungsstarke, vollständige B-Jugend-Vereinsmannschaft, die zur bayerischen Spitze zählt.

Das Endergebnis von 46:2 spiegelte dann auch die tatsächlichen Kräfteverhältnisse wider. Dennoch haben sich unsere Mädels, die tatsächlich zum ersten Mal auf einem Handballspielfeld standen, tapfer geschlagen: Das aufmunternde Lob der Gegner: „Unbedingt am Ball bleiben und im Verein trainieren“, entschädigte dann doch für den ein oder anderen, zuvor erlittenen, Frustmoment.

Es spielten;
Maria Halves, Emilia Pfahler, Valentina Hess, Lena Pietrowski, Linda Hellmuth, Klara Heublein, Sophie Schirm, Annika Hopf, Nour Osso

Thomas Lehmann

Besuch der Forscherklasse in der Sternwarte Suhl

„Und wenn ihr mal wieder eine Sternschnuppe am Himmel seht, dann könnte es sein, dass gerade ein paar Fäkalien von Astronauten beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen.“ Diesen Einblick der ganz besonderen Art in das Leben von Astronauten gab Prof. Dr. Olaf Kretzer von der Schul- und Volkssternwarte in Suhl den fast 50 Forscherkindern der 5. Klassen und ihren Begleitlehrkräften Frau Dremel, Frau Knoch, Herrn Nowak und Frau Gründel.

Die Neugier und die Vorfreude waren riesig. Ein Tagesausflug zu einer Sternwarte! Fast alle Kinder waren vorher noch nie in einer Sternwarte oder einem Planetarium gewesen und bereits im Geographieunterricht hatte sich gezeigt, dass das Thema „Unser Sonnensystem und das Weltall“ bei den Kindern sehr populär ist und auch viele Fragen aufwirft. Nicht alle dieser zum Teil hochwissenschaftlichen Fragen konnten im Unterricht umfänglich beantwortet werden und so stürmten die Kinder – „bewaffnet“ mit ihren Fragezetteln – in das bei winterlichen Temperaturen angenehm warme Planetarium.

Zunächst wurden aber erst einmal bekannte Aussagen über unser Sonnensystem und die Größenverhältnisse der Himmelskörper und ihre Entfernungen zueinander getroffen. Der Leiter der Suhler Sternwarte erwies sich als sehr geschickt beim Erklären. So wurden dann auch einzelne Schülerinnen und Schüler zur Sonne, Erde oder Mond umfunktioniert, um Rotation und Revolution anschaulich zu erklären. Großes Lob ernteten die vorführenden Kinder – nur bei der Geschwindigkeit müssten diese „wohl noch etwas zulegen“.

In den Ausstellungsräumen wurde es dann ganz spannend und gleichwohl auch sehr lustig. Auf der Mondwaage war das Erstaunen groß und vor allem die Erwachsenen konnten sich gelassen zurücklehnen ob der sehr wohlwollenden Gewichtsanzeige und dem somit „noch vorhandenen Puffer“ für die zu erwartende Weihnachtsschlemmerei. Sehr detailliert waren dann die Informationen rund um die täglichen Routinen eines Astronauten: Wie sieht der Speiseplan aus? Wie erfolgt die Körperhygiene? Was muss beim Toilettengang beachtet werden? Wieso ist es wichtig, im Weltall täglich Sport zu treiben?

Den Höhepunkt bildete dann aber doch die Vorstellung im Planetarium. Hier staunten die Kinder nicht schlecht. Als ganz langsam das Licht immer mehr gedimmt wurde, bis schließlich absolute Dunkelheit herrschte, waren nicht wenige begeisterte Stimmen zu vernehmen. Die Reise durch den nächtlichen Sternenhimmel wurde dann immer wieder durch Begeisterungsrufe aus der Dunkelheit unterbrochen. Kleine Geschichten rund um die Sternbilder sorgten für eine spannende und kurzweilige Unterhaltung.

Der Ausflug nach Suhl begeisterte alle. Sicherlich bleibt er – und das nicht nur beim Blick in den nächtlichen Sternenhimmel – allen Beteiligten noch lange in Erinnerung.

Katja Gründel

Alexandrinum spendet 1000 Euro für die Aktion „Sterntaler“

Über ein schönes Weihnachtsgeschenk freute sich die Geschäftsführerin Silke Beyer vom Coburger Kinderschutzbund: Die Schülersprecher und die Klassensprecher der 6. Klassen des Gymnasiums Alexandrinum überreichten ihr und dem Maskottchen Ella einen Scheck über 1000 Euro zugunsten der Aktion „Sterntaler“ zur Unterstützung von Kindern in Stadt und Landkreis Coburg.

Am Gymnasium Alexandrinum ist es mittlerweile Tradition, dass in der Vorweihnachtszeit Schulklassen an einem Tag den Pausenverkauf übernehmen und die Einnahmen einem wohltätigen Zweck zur Verfügung stellen. Unter dem Motto „Internationale Weihnachtswochen“ verkauften in diesem Jahr die Kinder der vier 6. Klassen an den vier Freitagen vor Weihnachten sowohl Herzhaftes als auch Süßspeisen aus den USA, Frankreich, Italien und Deutschland. Geplant und unterstützt wurde die Aktion von der SMV der Schule.

Schulleiter Stephan Feuerpfeil und SMV-Beauftragter Dr. Andreas Reuter freuen sich, dass durch die hervorragende Zusammenarbeit von Eltern und Schülern des Alexandrinums finanziell bedürftige Familien des Coburger Landes unterstützt werden können.

Internationale Weihnachtswochen

Im Rahmen der von der SMV organisierten „Internationalen Weihnachtswochen“ verkauften an den vier Freitagen vor Weihnachten unsere Sechstklässlerinnen und Sechstklässler jeweils in der großen Pause Speisen aus verschiedenen Ländern. Die Einnahmen von insgesamt 1000 Euro werden der Aktion Sterntaler des Coburger Kinderschutzbundes zugute kommen.

Ein ausführlicher Bericht erfolgt nach der offiziellen Übergabe der Spende Mitte Januar.

Mädchen WK IV. Erfolgreiche Mädels im Bezirksfinale Tischtennis

Die Alex Mädels sicherten sich am 14.12.2022 mit einem 7:0 Erfolg im Duell gegen die Mannschaft des Gymnasium Casimirianum souverän das Ticket für das Bezirksfinale im Tischtennis.

Die erfolgreiche Mannschaft des Alexandrinums der Wettkampfklasse Mädchen II trat hochmotiviert zum lang ersehnten Spiel in der Pestalozzi-Sporthalle gegen die Mannschaft des Otto-Hahn-Gymnasium aus Marktredwitz an, um das Ticket zur nordbayerischen Meisterschaft zu holen.

Das Alex-Team der 14-17jährigen Mädchen mit Sophie Schirm, Elina Meyer, Keira Bednorz, Emilia Pfahler, Lilly Carl, Nele Dümmler und Svenja Schirm, musste sich in einem packenden Duell mit einem 4:5-Ergebnis den Gästen aus Marktredwitz geschlagen geben. Traurig aber dennoch stolz nahmen die Alexandrinen bei der Siegerehrung ihre Silber-Medaillen entgegen und freuen sich sehr das große Ziel der Bayerischen Meisterschaft im kommenden Jahr endlich erneut zu erreichen.

Diana Atzpodien

 

Regionalentscheid Handball Jungen II

Am 14.12.22 fand in der Coburger Pestalozzihalle der Regionalentscheid im Handball der Jungen II statt. Nachdem das Ernestinum kurzfristig abgesagt hatte, trafen wir auf die Mannschaften vom Meranier-Gymnasium Lichtenfels sowie den Realschulen Coburg I und II.

Unser erstes Spiel gegen das Meranier-Gymnasium diente unseren Jungs als lockeres Aufwärmen und wir konnten leicht mit 20:2 gewinnen. Die große Gefahr bestand lediglich darin, nicht zu viel Kraft zu investieren, die evtl. später fehlen könnte. Unser zweites Spiel gegen die Realschule CO I wurde dann schon zu einem echten Gradmesser und wir konnten uns am Ende mühevoll aber verdient mit 13:10 behaupten. So kam es am Ende gegen die CO II, die ebenfalls ihre beiden ersten Spiele gewann, zu einem echten Endspiel.

Leider bewahrheitete sich am Ende die Befürchtung, in den ersten Spielen bereits zu viel Kraft verloren zu haben. Konnten sich unsere Jungs bis zur Halbzeit nach einem ausgeglichenen Spielverlauf noch Hoffnung auf den Turniersieg machen, hatten sie in der zweiten Halbzeit nichts mehr zuzusetzen und sie unterlagen schließlich mit 10:17, was in der Endabrechnung den zweiten Platz bedeutete.

Es spielten:

Noah Kurt, Lukas Kurz, Louis Holland, Jonas Strobel, Lucas Schmidt, Peter Porombka, Philipp Tammer, Jonathan Breu, Oliver Durovic, Leonard Strobel, Muriel Meixner

Thomas Lehmann

„Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel“ – Vorlesewettbewerb der 6. Klassen

Sich dem Zitat des weltberühmten US-amerikanischen Filmproduzenten Walt Disney verpflichtet fühlend, fand auch in diesem Schuljahr der Vorlesewettbewerb statt, in dem sich die besten Vorleser unserer vier 6. Klassen miteinander messen konnten. Nachdem im November die jeweiligen Klassensieger feststanden, traten diese Anfang Dezember in einem fairen Wettstreit gegeneinander an und ermittelten den diesjährigen Schulsieger.

Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels, an dem sich jährlich etwa 600.000 Schüler beteiligen, steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesweiten Schülerwettbewerben. Er wird seit 1959 jedes Jahr von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken und Schulen veranstaltet und verläuft über mehrere regionale und länderweite Etappen bis zum Bundesfinale im Juni.

Den Reigen der besten Vorleser eröffnete der Schulleiter, Oberstudiendirektor Stephan Feuerpfeil, der nicht nur von seiner frühen Begeisterung für Kinderbücher erzählte, sondern den Anwesenden aus einem seiner Lieblingsbücher, Michael Endes weltberühmtem Jugendbuch „Die unendliche Geschichte“, vorlas.

Dass krankheitsbedingt nur drei der vier Klassensieger antreten konnten, tat der guten Atmosphäre keineswegs einen Abbruch. Im ersten Teil lasen die Schüler einen Auszug aus einem ihrer Lieblingsbücher, im zweiten Teil einen ihnen unbekannten Ausschnitt aus den Geschichten des Barons Münchhausen.

Alle Schüler gaben ihr Bestes – und doch stand für die Jury schnell die Siegerin fest: Lenya Koropecki aus der Klasse 6c konnte den Wettbewerb für sich entscheiden und wird das Gymnasium Alexandrinum in der nächsten Wettbewerbsrunde vertreten. Die drei Teilnehmer nahmen die Glückwünsche der Deutschlehrkräfte und des Schulleiters sowie ein kleines Präsent entgegen und können stolz auf ihre Leistungen sein.

Dr. Markus Strehle

Die Teilnehmer des Vorlesewettbewerbs Francesco Neri (6b), Schulsiegerin Lenya Koropecki (6c) und Luisa Schreiner (6d) mit Oberstudiendirektor Stephan Feuerpfeil (von links)

Exkursion in die Steinzeit: Die Klassen 6ab im Naturkundemuseum

 

Im Zuge des Einstiegs in das Fach Geschichte wird zu Beginn die spannende Frage aufgeworfen, wie sich der Mensch entwickelt hat. Auf der Basis von Verfassertexten, Karten und Bildern zum Leben der Menschen in der Alt- und in der Jungsteinzeit wird dieses Kapitel recht zügig abgehandelt; die in dieser Zeit erzielten Leistungen der Menschen werden angerissen, können aber nur bedingt auf der Basis von Funden vertieft werden, da uns Historikern hierzu die Möglichkeiten fehlen.

Um etwas tiefer in diese Materie einzusteigen, machten sich die beiden 6. Klassen unter der Leitung ihres Geschichtslehrers, Tobias Pohl, zum Naturkundemuseum Coburg auf, damit sie zum einen aus erster Hand erfahren konnten, wie sich das Leben in der Steinzeit gestaltete, und um zum anderen mit Gegenständen dieser Zeit in Berührung zu kommen.

So haben die Schüler*innen die ausgestellte Gruppe der Neandertaler ausgiebig studiert und dabei über die Bearbeitung von erlegten Tieren, die Verarbeitung von Fellen und Knochen gesprochen; dabei haben sie einen echten Faustkeil in der Hand halten dürfen, dessen Kälte und Gewicht spüren können. Zudem haben sie der Mitarbeiterin des Museums, Frau Oelmann, beim Feuermachen zuschauen können: Eine anstrengende Angelegenheit, bei der nicht nur die Funken gesprüht sind…

Im weiteren Verlauf konnten die Schüler*innen eigene Beutel aus Leder herstellen. In einem eigens dafür vorbereiteten Eck, ausgestattet mit Fellen, machten sie sich einerseits ein Bild davon, wie man aus einem Fell fertiges Leder herstellte, andererseits wie schwer diese Arbeit gewesen sein muss mit den damals verwendeten Werkzeugen. Mit diesem Wissen ausgestattet stellten die Schüler*innen im Anschluss aus vorbereitetem Leder ihre eigenen Lederbeutel her.

Im Anschluss daran befassten sie sich mit der Höhlenmalerei. Dabei klärten die Schüler*innen anhand von Fotografien von Gemälden aus der Steinzeit, was die Steinzeitmenschen verewigt haben – und stellten dabei fest, dass diese ansprechende Kunstwerke verfertigten. Sodann durften sie eigene Kunstwerke auf Kalkplatten zeichnen ein spielerisches Nachempfinden der Leistung der Menschen der Altsteinzeit.

Es war ein sehr spannender, produktiver und abwechslungsreicher Workshop. Ein gelungener Auftakt für die weiteren Veranstaltungen der Kinder-Uni der 6. Jahrgangsstufe am Gymnasium Alexandrinum!

 

„Shakespeares sämtliche Werke leicht gekürzt“ – die Q11 im Theater

Zweifellos ist Shakespeare einer der bedeutendsten Dramatiker der Weltliteratur: Irgendwann kommt jeder einmal mit diesem Engländer in Berührung und stellt alsdann fest, dass er nicht nur epochale Werke geschaffen und auf die Bühne gebracht hat, sondern auch noch Werke, die nicht nur in ihrer Zeit gewirkt haben, sondern über diese Zeit hinaus nachwirken, weil sie zentrale menschliche Fragen aufwerfen, ob nun in Form einer Liebesanleitung oder aber in der Gestalt eines Kataloges für Machthaber, wie sich ein Potentat sinnvoll seinen Beherrschten entgegenstellen sollte – gar muss, um zumindest ein wenig länger zu leben als die mysteriöse Voraussage scheinbar ungefragter Hellseher.

Bedauerlicherweise stellt der geneigte „Shakespeare-Euphoriker“ fest, dass es nicht wenige Werke sind, die der fleißige englische Dramaturg der Menschheit hinterlassen hat, vielmehr eine Unmenge an Dramen, mit denen er nicht nur das damalige Londoner Publikum unterhalten hat, sondern auch das heutige Bildungsbürgertum, welches fleißig in die Theaterhallen strömt, um sich dem noch immer guten, scheinbar aber längst vergessenen wiewohl schweren Shakespearewerk zu widmen. Welch eine Aufgabe…

Insofern ist es – scheinbar! – ein dankbares Unterfangen, wenn sich das Landestheater Coburg nunmehr bemüht, aus der Vielzahl der Dramen des großen englischen Dramatikers eine abendfüllende Aufführung zu gestalten. Und es ist, so meint man, nicht wirklich schwierig, denn Shakespeare hat ja entweder die Tragödien verfasst, an deren Ende immer einer stirbt, oder die Komödien, an deren Ende alle glücklich und zufrieden sind ob der intriganten wie lustigen Entwicklung. Keine schwierige Aufgabe.

Der Narr steckt wie immer im Detail. Natürlich kann man alle Dramen auf eine einzige Vorstellung zusammensieden und hoffen, dass der Zuschauer nicht merkt, wie man das Werk hier wie da zusammenschmilzt, zusammenpoltert, darauf bauend, dass man 90 Minuten ausfülle – und irgendwie noch die Handlungen der vielen dramatischen Werke rette. Wie soll aus einem Macbeth, einem machthungrigen Schotten, ein verzogener Psychopath aus Dänemark namens Hamlet werden, wie soll aus dem selbstverliebten Caesar irgendwann der liebestolle Romeo erstehen – und vor allem, wie sollen sich Fabeltiere, Elfen aus all den menschlich tragischen wie bemitleidenswerten Gestalten erheben? Eine unmögliche Aufgabe!

Und doch scheint es aufgegangen zu sein. Ein lustiges Amüsement, ein Abend, der das Zwerchfell derart beansprucht hat, dass man sich wünscht, erneut in diese Vorstellung gehen zu können, gehen zu dürfen, unterhielt derart wundervoll, dass das Magische des Abends die Zusammenstellung der Werke überdauerte.

Drei Schauspieler, die sich mit einer fantastischen Energieleistung den vielen Werken, den seit jeher zu Klassikern erklärten Dramen, gewidmet haben, stellten in einem rasanten Tempo die Werke des englischen Theatergenies dar – und jeder wusste am Ende des Abends, worum es grob in den Dramen geht und wie diese sich thematisch berühren, zum Teil sogar überschneiden, bisweilen auch ergänzen…

So nahm man die Zuschauer zu Beginn mit nach Verona: Die traurige Liebesgeschichte von Romeo und Julia, eher orientiert an der tragisch schweren Vorlage. Am Ende lacht alles und liegt sich irgendwie herzlich in den Armen, wie es die Tränen trocknet ob des Abgesangs der beiden verstorbenen liebestollen Gestalten.

Einen weiteren Höhepunkt stellte eine Kommentierung des Fußballspiels zwischen den vielen englischen Königen dar. Nach einem Hin und Her und der Einsicht, dass ein Foul nicht gleich ein Foul sei, vor allem dann, wenn einer der Spieler seinen Kopf verliert, triumphierte schließlich Heinrich VIII.

 

Schließlich, dem Ende entgegen, trat ein dänischer Prinz vor die Zuschauer und gemahnte, dass er sich rächen müsse für den Tod an seinem Vater durch seinen Stiefvater. Ein Gespräch, durchaus begleitet mit psychologischer Unterstützung, hätte die Katastrophe sicher abwenden können; so aber sterben die Figuren wie die Fliegen und Hamlet deutet an, warum sein verkannter Charakter, ein edelmütiger Held, sehr wohl das Potenzial gehabt hätte, in der Postmoderne Züge eines bestialischen Serienmörders zu haben, der einfach zu wenig verstanden, zu wenig geliebt worden ist.

Erst recht vollkommen verständlich, als man den Hamlet rückwärts gegeben hat.

Es war ein fantastischer Abend, eine Vorstellung, die erneut Lust auf mehr gemacht hat. Die grandiose Leistung der drei Schauspieler wurde mit tosendem Applaus gewürdigt. Welch eine Leistung!

Und am Ende? Es war eine schwere Aufgabe, eine Herausforderung, aber heldenhaft haben die drei Schauspieler es geschafft, den Geist des grandiosen englischen Theaterschöpfers nachzuerzählen – und doch vollkommen in ein neues Licht zu stellen.

Vielen Dank!

„Goethe über allem“: Der Besuch der Oper „Fausts Verdammnis“ durch einen Teil der Q11

Es ist ein nicht unbekannter Stoff: Schon über mehrere Jahrhunderte begleiteten Dichter, Musiker und andere kreativ Schaffende den fehl geleiteten Doktor Faustus durch seine kleine, durch seine große Welt … Und ließen den übereifrigen Gelehrten am Ende an sich selbst scheitern. Selbst Goethes Faust, trotz seiner Errettung, bleibt am Ende ein zweifelhafter Held, eine fragwürdige Gestalt des nach Fortschritt und Entfaltung strebenden Individuums.

Hector Berlioz nimmt sich nun der Goethe‘schen Bearbeitung des Fauststoffes an und inszeniert aus einzelnen Episoden und Bildern eine musikalisch gewaltige Oper, die in dieser Spielzeit in der Morizkirche aufgeführt worden ist. Von seinem Leben abgelebt, von diesem ermüdet, vollkommen vereinsamt, fühlt sich der Gelehrte zusehends einer existenziellen Krise gegenüber; in diesem Augenblick verspricht dem am scheinbar sinnlos gewordenen Dasein leidenden Faust Mephistopheles ein neues Leben… Er führt ihn in Auerbachs Keller, weckt Fausts Verlangen nach der jungen Marguerite…und lässt ihn schuldig werden, wie er die junge Tochter dazu nötigt, ihre Mutter für ein Schäferstündchen zu töten.

Es ist der altbekannte Stoff. Und doch ist die in der Morizkirche aufgeführte Inszenierung neu, anders, interessant. Ein übergroßer Chor, der zu Beginn der Oper einzieht und einen abgelebten Faust zu Grabe trägt, Filmszenen und Bilder, welche die Opernhandlung durchbrechen, verfremden, die sieben Todsünden, die im Laufe der Handlung am Rande der Säulen der Morizkirche entrollt werden… Und dazwischen eine kleine Bühne, welche an ein Schachspiel erinnert: Mephistopheles und Gott, die um ein Schachbrett herumsitzen und über den nächsten Zug nachdenken, dazwischen der Mensch, dessen Seele, um die hier gespielt wird.

Die Schüler*innen der Q11 sind zu Beginn verwirrt ob der Handlung, verwirrt ob des französischen Gesanges. Langsam aber, im Laufe der Inszenierung, tauchen sie ein in die farbenfrohe Aufführung, das Hin und Her zwischen Gott und Teufel, das kitschige Auftreten der Nebenfiguren in einem scheinbar harmlosen Boxkampf, die tragische Zuspitzung der Handlung um Marguerite, schließlich deren Ende und das Ende des Helden: Faust fällt ins Dunkel hinunter und Mephistopheles scheint zu triumphieren.

Es ist der Zauber dieser Lesart des Stoffes, dass Faust nicht verlieren kann, dass man seine Seele nicht verlieren kann, weil man sie selbst scheinbar nie komplett besessen hat. Faust ersteht, Faust kehrt zurück auf das Schachspiel, welches die Welt und das Leben bedeutet, und Faust sieht sich seiner tot geglaubten Marguerite gegenüber, welche im Brautschmuck zu ihm geführt wird, um ihn zu ehelichen. Welch ein grandioses Finale!

Das Zauberhafte für die Schüler*innen der Q11 war nicht nur die Inszenierung, das Wundervolle war vielmehr der Besuch des Musikdramaturgen André Sievers und der Theaterpädagogin Zuzana Masaryk im Anschluss an die Aufführung. Die Schüler*innen durften Fragen stellen zum Bühnenbild, zur Requisite, zu den Kostümen, zur Musik. Und urplötzlich gewann der Zauber des Abends einen tieferen Sinn; man verstand das Schachspiel, die Szene zwischen Gott und Mephistopheles am Ende, in der sie ein neues Spiel um eine neue Seele eröffnen, die Farben, den Boxkampf … Man verstand die gewaltig schöne Musik.

Es ist ein Freuen ob des wundervollen Abends – sowie die Vorfreude auf ein Mehr an Theater!

Volleyball Stadtmeisterschaft

Auch wenn sich unter den aktuellen Additum-Sport Schülern kein einziger aktiver Volleyballer befindet und die Schülerinnen und Schüler erst ein Halbjahr Volleyball gespielt hatten, wollten die Schülerinnen und Schüler unbedingt an den Stadtmeisterschaften im Volleyball am 16.10.22 in der Pestalozzihalle teilnehmen.

Im Teilnehmerfeld mit ehemaligen Vereinsspielern, teilweise bis hinauf in die Regionalliga, hatten wir natürlich keine Chance, aber unsere Sport-Abiturienten konnten einmal spüren, wie es ist, wettkampfmäßig Volleyball zu spielen und sehen, worauf es bei dem Spiel tatsächlich ankommt. Viele taktische Kniffe und Tricks, die im normalen Schulvolleyball nicht zur Anwendung kommen, stellten unsere Schüler immer wieder vor große Rätsel. Aber mit großer Motivation konnten wir uns von Satz zu Satz steigern.

Am Ende sprang ein zehnter Platz heraus, wobei wir insgesamt mit guter kämpferischer Einstellung einen Satz tatsächlich gewinnen konnten und zwei Sätze unentschieden gespielt haben.

Thomas Lehmann

Sportfest 2022

Endlich konnten wir, die Sportfachschaft Sport, mit den Schülerinnen und Schülern des Gymnasium Alexandrinum nach langer Zeit wieder unser großartiges und erlebnisreiches Sportfest durchführen. Die Schülerinnen und Schüler trafen sich 19.07.2022 zum gemeinsamen Spielen, Tanzen, Laufen u.v.m.

So fanden neben unseren traditionellen Klassenturnieren in Brenn- und Völkerball die Bundesjugendspiele und die unterschiedlichsten Workshops für unsere Schüler und Schülerinnen statt. Diese wurden in Kooperation mit unseren zahlreichen Partnervereinen durchgeführt. So konnten die Schüler/-innen in völlig neue Sportarten hineinschnuppern. Dabei durften sie auch „ausgefallene“ Sportarten ausprobieren. Einige davon waren beispielsweise Rugby, American Football und Yoga. Aber auch klassische Sportarten, wie Handball mit dem HSC 2000, Basketball mit dem BBC, Fußball mit dem FC Coburg, Volleyball oder Tanzen mit den Effect´s und dem TV Ketschendorf standen auf dem Programm. Zwischendrin stärkten sich die fleißigen Sportler/-innen in unserem Sportlercafé mit leckeren Melonenbechern, Waffeln und vielem mehr.

Abschließend fand die große Siegerehrung am Ende des großen Sporttages statt, bei der neben den Klassenturniersiegern alle Jungen und Mädchen für die erfolgreiche Teilnahme bei den Bundesjugendspielen einen Preis überreicht bekamen.

Wir bedanken uns herzlichst bei allen Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen sowie den sportlichen Partnern und Sponsoren für die großartige Unterstützung bei diesem großartigen Sportfest. Wir sind sehr stolz, dass wir in diesem Jahr endlich wieder eine solch tolle Veranstaltung für die gesamte Schule auf die Beine stellen konnten und freuen uns schon sehr, unsere Schulgemeinschaft in diesem Schuljahr am 14.07.2023 Jahr erneut zu begeistern.

Diana Atzpodien

Historischer Workshop auf der Veste: Auf Spurensuche nach den Errungenschaften von Herzogin Alexandrine

 

Mit Padlet erstellt

 

English lessons on child labor in the cocoa production

Mit Padlet erstellt

Einmal Nazi und zurück – Vortrag von Philip Schlaffer

,,Einmal Nazi – immer Nazi“, stimmt das? – ,,Nein“, sagt Philip Schlaffer, der jahrelang in der Rechtsextremen- und Rockerszene aktiv war. Warum und wie er ein Neo-Nazi wurde, erzählte er uns am Montag, dem 18. Oktober 2021 in einem beeindruckenden Vortrag.

Er beginnt damit, von seiner normalen Kindheit ohne Gewalt und Alkohol zu erzählen. Als er gerade einmal 10 Jahre alt war, beschloss sein Vater, mit der Familie nach England zu ziehen, und am 08. August 1988 wanderten sie dann zusammen aus. Er kam auf eine Grundschule in England, ohne wirklich Englisch sprechen zu können. Schon am zweiten Schultag begann das Mobbing, und Philip wurde auf dem Weg zur Schule bespuckt und als Nazi bezeichnet. Zu dieser Zeit wusste er nicht einmal, was dieses Wort heißt, aber für Engländer waren damals alle Deutschen Nazis. Die Eltern seiner Mitschüler hatten Angst um ihre Kinder und erst zwei Jahre später durfte daher das erste Kind zu Besuch zu ihm nach Hause.

Nachdem er sich in England gut eingewöhnt hatte und in der Folge die High-School hätte besuchen sollen, musste er mit seiner Familie wieder zurück nach Deutschland. Er konnte sich im Gegensatz zu seiner Schwester nur schwer wieder eingewöhnen und fing an Kraftsport zu machen und Kampfsport zu trainieren, weil er so wütend war.

Er begann alles und jeden zu hassen: seine neue Gemeinschaftsschule, seine Schwester und vor allem seinen Vater. Akzeptanz und Freundschaft fand er nun bei seinen neuen Kameraden aus der Schule, die genauso wütend waren wie er. Mit sechzehn Jahren hat er sich bewusst für den Rechtsextremismus entschieden. Er fing an Musik von Nazis zu hören, hing sich eine Hakenkreuzfahne ins Zimmer, machte den Hitlergruß und veränderte sich auch optisch.

Philip lernte seine ebenfalls rechtsradikale Freundin kennen, schloss seine Ausbildung ab und zog mit ihr nach Mecklenburg-Vorpommern. Dort eröffnete er mehrere Läden, einen Nazi-Onlineshop und verdiente dadurch Geld. Philip gründete nach circa zehn Jahren in der rechten Szene zusammen mit seiner neuen Gruppe die Kameradschaft „Werwolf“. Das für viele von uns erschreckendste Ereignis war, als Philip nachts von drei Männern in seinem Schlafzimmer überfallen wurde. Sie verlangten Geld von ihm, während er seine Pumpgun herausholte, woraufhin die drei flüchteten und Philip auf sie schoss, ohne jemanden zu treffen. Im Krankenhaus machte sich das Opfer Gedanken, wer ihn angegriffen haben könnte und erkannte in einem der Täter anhand seiner Augen einen rechtsradikalen Kameraden aus Berlin. Das Gefühl der Rache folgte. Der Vorfall wirkte auf uns außerordentlich erstaunlich, da man so etwas meist nur in Filmen sieht und man sich so eine Grausamkeit einfach nicht vorstellen kann.

Der Überfall war für ihn wie eine Offenbarung. Die vermeintlichen Kameraden hatten ihn ausrauben wollen. Deswegen stieg er aus der rechtsextremen Szene aus, schaffte es aber nicht vollständig, aus der Gewaltspirale heraus. Er trat stattdessen in einen kriminellen Motorradclub ein, und gründete wenig später seinen eigenen Motorradclub, die ,,Schwarze Schar“. Nachdem er schon seit ungefähr zehn Jahren dabei war, wurde er erstmals 2011 verhaftet. Allerdings wurde er bald wieder entlassen, da kein Zeuge sich traute, gegen ihn auszusagen. Er hatte als Rockerboss viel Geld und Macht, Geld, das er und seine Gang mit kriminellen Machenschaften, Schutzgelderpressung und im Rotlichtmilieu verdienten.

Weil er als Rockerboss extrem hohem Stress ausgesetzt war. bekam er psychosomatische Beschwerden, wie schlimme Schlafstörungen und Migräne. Er entschied sich daher auch aus der Rockerszene auszusteigen, womit er zum Verräter wurde. Daraufhin fuhr er zu seinen Eltern, zu denen er vorher jahrelang so gut wie keinen Kontakt gehabt hatte. Sie sagten ihm, dass sie immer für ihn da sein würden, wenn er Hilfe brauche. Nachdem Philip schon einige Monate ausgestiegen war, sprachen seine ehemaligen Freunde in einem von der Polizei verwanzten Auto über ihn und auch über einige seiner Straftaten. So kam er doch noch ins Gefängnis und wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der heute 43-Jährige war in der JVA Stralsund inhaftiert und seine Eltern fuhren jedes zweite Wochenende im Monat insgesamt 400 Kilometer, um ihren Sohn zu besuchen. Im Gefängnis durchlief er eine Therapie, die ihm sehr half sein Leben neu zu ordnen. Im Januar 2016 wurde er wegen guter Führung entlassen und begann eine Ausbildung als Anti-Gewalt- und Deradikalisierungstrainer. Philip lebt jetzt schon seit fünf Jahren in seinem ,,Leben 2.0“, wie er es nennt.

In seinem beeindruckenden Vortrag forderte er uns auf, uns nicht auf unsere schulischen Leistungen reduzieren zu lassen, uns gegenseitig zu helfen und achtsam gegenüber Rechtsextremismus zu sein, da es jeden treffen kann.

Larissa Keller (10a), Noemi Reuß (10a), Melanie Hollauer (10b)

Das Alex hat gewählt …

In der Woche vor der Bundestagswahl fanden deutschlandweit U18- und Jugendwahlen statt. Auch das Alexandrinum nahm schulintern teil und knapp 50% der Schüler und Schülerinnen nutzten die Chance, ihre Stimme abzugeben und den demokratischen Parteien damit ein Signal zu den Präferenzen der jungen Menschen in Deutschland zu senden.

Die sozialwissenschaftlichen Klassen 9c und 9d organisierten die U18-Wahl, stellten die Wahlhelfer*innen und informierten die anderen Klassen über die Wahl.

Das Wahlergebnis am Alexandrinum ist sehr eindeutig: Die Mehrheit der Schüler*innen (38,1%) wählte Bündnis ’90/Die Grünen. Auch das Direktmandat für den Wahlkreis Coburg würde am Alexandrinum der Kandidat der Grünen mit 77 Erststimmen bekommen. Alle anderen Erststimmen verfallen – the winner takes it all. SPD und FDP wurden zweit- und drittstärkste Kraft, gefolgt von der CSU mit 10% der Stimmen.

Die Ergebnisse der U18-Wahl am Alex weichen damit signifikant von den bayernweiten Ergebnissen ab.

Die Stimmen der unter „Sonstige“ zusammengefassten Parteien würden verfallen, weil Wählerstimmen, die für diese (Kleinst-)Parteien abgegeben wurden, im Deutschen Bundestag an der 5%-Hürde scheitern würden. Die 5%-Hürde gewährleistet einen arbeitsfähigen Deutschen Bundestag, ein Parlament also, das nicht in zu viele kleine Parteien zersplittert ist, die keine gemeinsamen Kompromisse finden können, weil sie zu unterschiedliche und spezielle Interessen vertreten.

Grafik U18-Wahl Alex

Hier geht’s zu den Ergebnissen der U18-Wahl. (Es lassen sich landesweite und bundesweite Ergebnisse nachvollziehen.)

Es war eine spannende Wahl und die die Wahl austragenden Schüler*innen waren mit viel Freude und Enthusiasmus dabei.

StRin Yvonne Flach

 

Anfangsgottesdienst der 5. Klassen

Seit vielen Jahren findet jeweils zu Beginn des Schuljahres ein Anfangsgottesdienst für die 5. Klassen statt. Um den Corona-Vorschriften nachzukommen, wurde diesmal als Veranstaltungsort die Aula unserer Schule gewählt. Zudem wurde der Gottesdienst zweimal gefeiert, um die Anzahl der Teilnehmenden beschränken zu können. Leider ließen es die Hygienevorschriften auch nicht zu, Lieder gemeinsam zu singen. Dennoch spielte die Musik eine wichtige Rolle. So trug die Musiklehrerin Elisabeth Mey durch sehr stimmungsvolle musikalische Beiträge am Flügel zum Gelingen bei.

Thematisch ging es im Gottesdienst, der von der Pfarrerin Simone Röger sowie den Religionslehrkräften Julia Schwarz und Bernd Rosenthal vorbereitet und gehalten wurde, darum, den Weg, den die Schüler und Schülerinnen von der 1. Klasse bis zum Gymnasium zurückgelegt haben, zu beleuchten sowie in Beziehung zur Abrahamsgeschichte zu bringen. So stand Abraham, nachdem Gott ihn aufgefordert hatte, seine Heimat zu verlassen und in das Land zu ziehen, das Gott ihm zeigen würde, vor einer großen Herausforderung. Seinen Weg konnte er nur im Vertrauen auf Gott und dessen Hilfe meistern. Auch unsere Schüler und Schülerinnen haben sich mit dem Besuch unseres Gymnasiums auf einen neuen Weg begeben. Auch sie können dabei auf die Hilfe Gottes zählen. Dazu erhielten sie am Ende des Gottesdienstes von den Religionslehrkräften Segenskärtchen. So können sie sich auch noch zuhause an die Hilfe Gottes, der sie auf ihrem neuen Lebensweg nicht alleine lassen wird, erinnern.

Bernd Rosenthal

Gottesdienst-Rallye zum Schuljahresende 2020/21

Da in diesem Jahr wegen Corona so einiges anders und auch schwer planbar war, haben wir uns in der Religionsfachschaft dazu entschlossen, statt des üblichen Schlussgottesdienstes eine Gottesdienst-Rallye anzubieten. Diese fand in ökumenischer Kooperation in der vorletzten Schulwoche statt. Die drei Stationen, konzipiert von Frau Beez, Frau Hager und Frau Schwarz, waren an verschiedenen Stellen im Schulhaus aufgebaut und alle Religionsgruppen nutzten ihre (vor-)letzte Schulstunde, um gemeinsam durch die Stationen zu gehen. Außerhalb der Religionsstunden standen die Stationen allen Interessierten offen.

     

 

 

 

 

Bereits in den zwei Wochen vor der Gottesdienstaktion beteiligten sich zahlreiche Schüler*innen an den Vorbereitungen, indem sie z.B. bunte Symbole ausschnitten oder das Material für die Stationen mitgestalteten.

Doch was macht man eigentlich bei einer Gottesdienst-Rallye? An der ersten Station in der Aula wurde der Blick bewusst auf alles Positive gelenkt. Es ging um das Thema Dankbarkeit und wie man diese Haltung im Alltag leben kann. Dies konnten die Teilnehmer:innen ganz praktisch ausprobieren.

So bekam z.B. zum Abschluss der Station jede:r  ein buntes Symbol, auf das man einmal ganz konkret notieren sollte, wofür man dankbar ist. Diese Symbole wurden anschließend gut sichtbar in der Aula aufgehängt.

Danach ging es weiter zu einer Station im Untergeschoss der Aula, an der die Themen Gebet und Fürbitte im Mittelpunkt standen. Hier war Raum für alle Probleme, Sorgen und Nöte der Besucher:innen, von denen es durch Corona sicherlich genug gab. Neben dem Beten von ausgehängten Fürbitten bestand die Möglichkeit, selbst ein Gebet zu verfassen und dieses in einen Briefkasten zu werfen, so dass die Religionslehrkräfte diese Bitten am Schuljahresende vor Gott bringen können.

 

Außerdem durfte symbolisch für die eigenen Sorgen ein Stein vor dem Kreuz abgelegt werden.

 

 

 

 

 

 

Abschließend folgte eine Andacht zum Thema „Kraft schöpfen“ im Raum der Stille. Ausgehend von einer biblischen Geschichte war jede:r gefragt, über die Kraftquellen im eigenen Leben, besonders auch in den anstehenden Ferien, nachzudenken. Dass Gott eine solche Kraftquelle für uns sein will, wurde durch verschiedene Bibelverse und einen Segen ausgedrückt.

 

 

Auch wenn die Rallye-Stationen nun wieder abgebaut sind, wird es im nächsten Schuljahr weiterhin die Möglichkeit geben, Fürbitten/Gebetsanliegen in den Briefkasten beim Kicker einzuwerfen. Religionslehrkräfte werden dann für diese Anliegen beten.

 

 

 

Spuren jüdischen Lebens

Im evangelischen Religionsunterricht der 5. Klasse hatten die Schüler*innen die Hausaufgabe, in ihrem Umfeld auf Spuren von Religion zu achten, diese zu fotografieren und die Fotos im Lernen-Modul des Schulmanagers hochzuladen. Mehrere Schüler*innen stießen hierbei auf Stolpersteine, so auch auf den Stolperstein am Alexandrinum, der vor drei Jahren im Rahmen eines P-Seminars verlegt worden war. Mit Hilfe der vom P-Seminar gesammelten Informationen berichtete die Religionslehrerin Frau Hager den Schüler*innen vom Leben Edith Franks, von der Situation der jüdischen Schüler*innen und der Schule allgemein im Nationalsozialismus. Im Gedenken an Edith Frank wurde gemeinsam ein Strauß Blumen niedergelegt.

 

 

Lisa Badum (MdB B‘90/Die Grünen) im Sozialkundeunterricht der 10a/c

Unter normalen Umständen verbringen die 10. Klassen des Alexandrinums vier spannende Tage in der Hauptstadt. Dabei gehört unter anderem ein Besuch im Deutschen Bundestag zu den zentralen Veranstaltungen dieser Fahrt zur historisch-politischen Bildung unserer Schüler*innen.

Schon im Schuljahr 2019/20 musste diese Fahrt pandemiebedingt ausfallen, ebenso im Schuljahr 2020/21. Eigentlich hatten wir auf Einladung von MdB Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen) nach Berlin ins Reichstagsgebäude reisen wollen, um sie zu treffen. Glücklicherweise erklärte sich diese aber bereit, sich am Freitag, dem 14. Mai 2020 in die reguläre Videokonferenz der Lerngruppe 10a/c einzuwählen, um den Schüler*innen zu tagespolitischen, programmatischen und auch persönlichen Fragen Rede und Antwort zu stehen.

Die Schüler*innen hatten sich gut vorbereitet und viele wertvolle und spannende Fragen ausgearbeitet, die sie Frau Badum im Videointerview stellten. Berk Bicer eröffnete das Interview mit der Frage, wie zufrieden Frau Badum mit der politischen Situation in Bezug auf die Pandemie sei. MdB Lisa Badum betonte, dass sie sehe, dass es endlich aufwärts gehe, weil wir mittlerweile mehr Impfstoff hätten. Aber sie hätte sich eine andere Prioritätensetzung in der Pandemie gewünscht: Die Probleme der Familien und Kinder, insbesondere auch deren schulische Situation, hätten mehr Vorrang haben sollen; die Industrie hätte viel früher in die Pflicht genommen werden müssen. Trotz Testpflicht in der Schule dürften die Schüler*innen nicht in den Präsenzunterricht, die Arbeitnehmer*innen aber mit einem freiwilligen Testangebot zur Arbeit. Auf Nina Weibelzahls Frage hin, wie es ihr persönlich in der Pandemie gehe, antwortete Frau Badum, dass die krisenhafte Situation ihr zwischenzeitlich schon aufs Gemüt geschlagen hätte – und das, obwohl sie sich auch beruflich in einer privilegierten Position befände. Mit Beginn des Frühlings sei sie an einem der wärmeren Tage auch schon mal im Fluss schwimmen gewesen, „das hat gutgetan.“

Sie befürworte das politische Engagement, das derzeit viele Influencer an den Tag legen, ging sie auf Mia Köhns Frage ein, was sie von politischen Statements und Videos von deren Seite halte. Influencer erreichten Zielgruppen, an die Politiker nicht herankämen. Wovon sie nichts hielte, sei das Mobilisieren von Influencern für politische Zwecke.

Annika Halves, Fabian Schneiderbanger und Levente Poszar hatten Fragen zu Badums politischen Motiven. Deshalb führte die Bundestagsabgeordnete aus, dass das Hauptkriterium für ihren Einstieg in die Bundespolitik die Gleichstellung der Geschlechter gewesen war und nach wie vor ist. „Männer und Frauen wachsen weltweit nicht gleich auf, auch in Deutschland nicht.“ Die Grünen seien die einzige Partei, die eine 50:50-Regelung hat und sich aktiv für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt, erklärte sie.

Mit der Realität der Gleichberechtigung sei sie noch nicht zufrieden. Verfassungsmäßig hätten Frauen und Männer die gleichen Rechte und Chancen, aber die Realität sehe anders aus. „Wir müssen auch für die Gesundheit von Männern weg von den klassischen Rollenbildern, die Männer als Ernährer sehen und Frauen, die Karriere machen wollen, vielleicht trotz oder mit Kindern, abwerten. Tagtäglich erleben Frauen Gewalt im Nahbereich, in der Beziehung. Jeden Tag versucht ein Mann statistisch gesehen seine (Ex-)Frau oder Freundin umzubringen – jeden dritten Tag hat er damit Erfolg.“

Es gebe viele Bereiche, auch in Deutschland, wo Gleichberechtigung noch nicht vollzogen sei. Die Abgeordnete sieht einen höheren Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen und fordert gerechtere Löhne in Care-Berufen.

Hasskommentaren und Beleidigungen gegen sie oder ihre Politik sei sie tatsächlich mehr ausgesetzt als ihre männlichen Kollegen. Drohungen und sexuelle Gewaltfantasien bringe sie natürlich zur Anzeige, zum Beispiel mithilfe von hateaid.org. Darüber hinaus habe sie ehrenamtliche Unterstützer*innen, eine rapid response Gruppe an Menschen außerhalb des politischen Betriebs, die in den sozialen Medien Shitstorms abfangen und positiv dagegen schreiben.

Auf Elena Mentis‘ Frage hin, wie Frau Badum zur Debatte um geschlechtergerechte Sprache stehe und wie sie persönlich das Problem löse, antwortete die Abgeordnete, dass dies eine wichtige Debatte sei, die auch schon seit vielen Jahrzehnten geführt werde. „Wo ich ehrlich gesagt nicht mitdiskutieren möchte ist, ob Frauen in der Rede auch mitgenannt werden sollen. Frauen waren über viele Jahre lang unsichtbar. Das Gender-Sternchen, das jetzt in der Diskussion ist, oder die Kennzeichnung mit Doppelpunkt finde ich absolut normal. Wir sollten tolerant sein und Frauen, aber auch unterdrückte Minderheiten, Menschen, die sich nicht binär definieren, mit inkludieren. Das kostet uns alle nichts und sollte keiner politischen Debatte würdig sein.“, stellte sie klar.

Zur politischen Arbeit der Bundestagsabgeordneten kamen auch Fragen zum Gehalt, ob ihr manchmal die Verantwortung auch als Last vorkomme und wie ihr Tagesablauf in Berlin und im Wahlkreis aussehe; außerdem welche Qualifikationen ein Abgeordneter ihrer Meinung nach haben sollte und wie ihr Verhältnis zu Abgeordneten anderer Parteien sei.

Natürlich stellten die Schüler*innen der klimapolitischen Sprecherin von B‘90/Die Grünen auch Fragen zur Klimapolitik der Grünen. So konnte Lisa Badum auf Jule Beezens Frage hin ausführen, dass ihre Partei in Regierungsverantwortung nach der Bundestagswahl im September 2021 den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben wolle, etwa mit dem Bau von 1 Million neuer Solaranlagen in den nächsten Jahren sowie dem Ausbau von Windparks. Auch der schnelle Ausstieg aus dem Kohleabbau sei prioritär und der Aufbau von Infrastrukturen für die Elektromobilität. Gerade in Oberfranken, das stark von der Automobilzuliefererindustrie als Wirtschaftszweig abhängig sei, müssten zukunftsorientierte Strukturen geschaffen werden. Auf Merit Aljoghamis Nachfrage, ob es schon einen Plan gebe, um diese klimapolitischen Ziele zu erreichen, antwortete Lisa Badum, dass es wichtig sei, möglichst breite Bündnisse in der Gesellschaft einzugehen, um alle mitzunehmen, besonders auch diejenigen, die dem Energiewandel kritisch gegenüberstehen. Auch der CO2-Preis müsse neu verhandelt, die Industrie dazu mehr in die Pflicht genommen und die Bürger im Gegenzug entlastet werden. Marlene Trinkerl stellte abschließend die Frage, wo Lisa Badum sich und ihre Partei in fünf Jahren sehe. Selbstverständlich seien wir dann noch weit davon entfernt, alle grünen Klimaziele erreicht zu haben, meinte diese, aber wir hätten das Ruder rumgerissen auf einen 1,5-Grad-Pfad, um der nächsten Generation nicht nur offene Rechnungen zu hinterlassen.

Die gesamte Lerngruppe 10a/c einschließlich StRin Flach danken MdB Badum für dieses Interview. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unsere Fragen so offen und ehrlich zu beantworten.

StRin Yvonne Flach, Kristina Marsollier (10a)

„Fakten versus Fakes“ 8d besucht Schülermedientage

Am Freitag, dem 7. Mai 2021, fand der Schülermedientag zum Thema „Fakten versus Fakes“ auf der Homepage der Schülermedientage Bayern statt.

Die #SMT2021 sind eine gemeinsame Veranstaltung der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, der MEDIASCHOOL BAYERN, des Bayerischen Rundfunks und vielen weiteren Partnern. An diesen Tagen werden die Schüler in Medienkompetenz unterrichtet und mit Journalismus vertraut gemacht. Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildung fördert auf überparteilicher Grundlage das Gedankengut der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Sie informiert über Demokratie, Werte und politische Herausforderungen und diskutiert mit anderen Personen über interessante Themen, wie zum Beispiel „Medien & Politik“. Während der digitalen Schülermedientage stellen sich Journalisten aus ganz Bayern den Fragen der Schüler*innen.

Am Freitag führte der Moderator Christian Volk per Livestream ein Interview mit zwei Journalisten. Die Schüler konnten passende Fragen stellen und sich dadurch ebenfalls beteiligen, obwohl die Veranstaltung nur digital stattfinden konnte. An diesem Tag wurden die beiden Lokaljournalisten Hans Moritz und Marcus Mäckler der Mediengruppe Münchner Merkur/tz interviewt. Marcus Mäckler ist Politikredakteur und hat die speziellen Aufgaben, sich um die internationalen Nachrichten und die gezielte Berichterstattung über die AfD zu kümmern, und Missstände und Vorgänge innerhalb der Partei darzustellen und aufzudecken. Die beiden Männer sprachen über Fake News und beantworteten Fragen wie „Welcher Nachricht kann ich trauen?“, „Was sind eigentlich Fake News?“ und „Was macht eine gute Recherche aus?“.  Zu Beginn erzählten sie, wie ein Lokaljournalist arbeitet, wie sein Tagesablauf aussieht und warum ihnen der Beruf gefällt. Im Verlauf des Interviews gingen sie genauer darauf ein, wie entschieden wird, über was berichtet wird und wie lange die Recherche dauert, bis die Zeitung einen Artikel veröffentlicht. Das Hauptthema waren allerdings Fake News. Marcus Mäckler antwortete auf die Frage, worin denn der Unterschied zwischen Falschinformationen und Fake News bestünde, so: „Eine falsche Information kann unabsichtlich passieren und eine schwerwiegende Falschinformation wird selbstverständlich richtiggestellt. Als Fake News bezeichnet man dagegen den beabsichtigten Versuch, eine falsche Information zu verbreiten, um selbst zu profitieren oder andere Leute zu verunsichern.“ Die beiden Männer erzählten von den Gefahren von Fake News und warum man vor allem in sozialen Netzwerken so leicht auf Fake News stoße. „Auf sozialen Netzwerken ist jeder sein eigener Nachrichtenredakteur. Jeder kann publizieren, was er möchte. Und die Nachricht ist oft nicht überprüft worden“, sagte Hans Moritz. „Außerdem lassen sich Inhalte schnell verbreiten“, fügte Marcus Mäckler hinzu. Die Journalisten berichteten von ihren eigenen Erfahrungen und woher sie wissen, ob Leute ihnen die Wahrheit erzählen. Am Schluss gingen sie noch auf die Grundvoraussetzungen eines Journalisten ein.

Infolgedessen wissen die Schüler nun mehr über die Gefahren der Verbreitung von Fake News, den Beruf des Journalisten und die anstrengende Recherchearbeit in der Zeitung.

Von Leni Blum

Quelle: http://www.schuelermedientage-bayern.de/

Die Veranstaltung zu „Fakten versus Fakes“ kann man – wie alle anderen Beiträge der Schülermedientage – noch hier auf YouTube sehen.

„Viel zu wenig Veränderung“ FRAUEN.MACHT.GESCHICHTE

Die Geschichte der Frauenbewegung und bedeutende starke Frauen oder „Influencerinnen“ waren Thema des P-Seminars FRAUEN.MACHT.GESCHICHTE, für das Schülerinnen der Oberstufe des Alex eine digitale Ausstellung gestaltet haben.

Rechtlich und formal gibt es wohl Gleichstellung, tatsächlich ist es aber noch ein langer Weg bis zu echter Gleichberechtigung. Das war eine der Erkenntnisse der Schülerinnen des P-Seminars. In der digitalen Ausstellung gibt es viel zu entdecken: neben den Biographien bedeutender Frauen der Neuzeit einen berührenden Song zum Thema Rollenerwartungen von Silan Nibu, ein englisches Gedicht, das zu Wertschätzung und Empowerment anregt von Madlin Osso und zwei interessante Videos zu Fragen der Gleichberechtigung von Franziska Landoll und Chanel Gunnesch.

https://www.alexandrinum-coburg.de/frauen-macht-geschichte