„Legal – illegal – alles egal?“ lautete der Titel eines Vortrags, den Kriminaloberkommissar Matthias Lange für interessierte Eltern des Gymnasium Alexandrinum Coburg hielt. Dieser Vortrag fand im Rahmen des in derselben Woche stattfindenden Drogenpräventions-Programmes für die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufen statt.

Herr KOK Lange, der auf rund 17 Jahre Berufserfahrung speziell im Bereich Jugend- und Rauschgiftkriminalität zurückblicken kann, ging zuerst der Frage nach, warum man überhaupt süchtig werde. Hier wären die genetischen Anlagen, die Mitschüler, die Freunde und die Medien zu nennen. Aber auch die Eltern spielten als Vorbilder eine wichtige Rolle, denn nach der Meinung von KOK Lange seien Alkohol und Tabak die wirklichen Einstiegsdrogen, und nicht nur Cannabis. Langeweile, Probleme, Neugier oder Gruppenzwang würden die Kinder und Jugendlichen dann verleiten, das erste Mal Drogen zu probieren. Käme man hier an die „falsche“ Droge, wie zum Beispiel Crystal Meth, könne man direkt nach dem ersten Probieren abhängig werden. Aufgrund der geografischen Nähe zu Tschechien würde in Oberfranken das aufputschende und leistungssteigernde Metamphetamin Crystal Meth in großen Mengen konsumiert, aber auch Heroin und Schmerzmittel seien nach wie vor aktuell. Hinzu kämen die so genannten „Legal Highs“, das seien Kräutermischungen, welche für ihre berauschende Wirkung mit chemischen Substanzen versetzt werden würden. Sie seien bereits seit 2016 nicht mehr legal und würden regelmäßig bei Hausdurchsuchungen sichergestellt.
Apropos Hausdurchsuchungen: Im Jahr 2018 habe es 4919 Drogendelikte in Oberfranken gegeben, dabei seien unter anderem ca. 73 kg Cannabis, 717 Hanfpflanzen und 2,6 kg Crystal Meth sichergestellt worden. Dies stelle natürlich nur einen Bruchteil der im Umlauf befindlichen Drogen dar. Die anwesenden Eltern konnten sich einige der sichergestellten Proben (siehe Bild) ansehen.

Nach vielen weiteren interessanten Informationen kam Herr KOK Lange am Ende seines Vortrages auf die Symptome zu sprechen, an denen man Drogenkonsum bei Menschen erkennen könne, um rechtzeitig helfen zu können. Stark erweiterte/verengte Pupillen, Konzentrationsschwächen, ein blasses und ungesundes Aussehen, schulischer Leistungsabfall, plötzliche Geldknappheit oder die Aufgabe von Hobbies zusammen mit Appetitlosigkeit oder Fressattacken könnten darauf hinweisen, dass ein Drogenproblem vorliege, und dann sei es für die Eltern empfehlenswert, sich bei einer Beratungsstelle zu Hilfe zu holen.

Am Ende seines Vortrags wurde Lange noch von Eltern mit Fragen belagert, die er bereitwillig und kompetent beantwortete.

Insgesamt empfanden alle Zuhörer den Abend als sehr gewinnbringend, was das Alexandrinum dazu veranlasste, die Bitte anzubringen, im nächsten Jahr den Vortrag wieder anzubieten. Herr KOK Lange gab gerne seine Zusage.