Im Rahmen des W-Seminars Chemie 2018.20 „Meilensteine der Naturwissenschaften“ fuhren im April 16 Schüler unserer 11. Jahrgangstufe mit ihrem Seminarleiter nach Heidelberg, um wissenschaftliche Institutionen und Unternehmen in Heidelberg und der näheren Umgebung zu besuchen.

Der erste Exkursionstag stand ganz im Zeichen der Astrophysik und der Raumfahrt. Zunächst wurden das Max-Planck-Institut (MPI) für Astronomie, das Haus der Astronomie und die Landessternwarte auf dem Königstuhl in Heidelberg besucht. Von einer Besichtigung des 120 Jahre alten, immer noch funktionsfähigen Bruce-Teleskops, über kurzen Vorträgen zu aktueller astrophysikalischer Forschung bis hin zu einer Planetariumsvorführung konnte über ein Jahrhundert Astronomiegeschichte erlebt werden.

Ein Highlight der Fahrt folgte mit einer Führung durch das Raumflug-Kontrollzentrums (ESOC) der europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) in Darmstadt. Mitgliedsstaaten der ESA sind fast alle EU-Staaten und Kanada. Die Hauptaufgabe der ESA ist die Steuerung der meisten europäischen Weltraumprojekte durch die 800 Mitarbeiter aus den Mitglieds- und Kooperationsstaaten. Von Darmstadt aus gelang es beispielsweise erstmals, bei der Weltraummission Rosetta mit einer Sonde auf einem Kometen zu landen. Während des Rundgangs konnten die Schülerinnen und Schüler den Mitarbeitern in den Kontrollräumen live über die Schultern schauen und bekamen so ein Musterbeispiel für eine bestens funktionierende europäische und internationale Zusammenarbeit demonstriert.

Der nächste Tag stand im Zeichen der Chemie mit einem Besuch im Stammwerk des weltweit größten Chemie-Konzern BASF im benachbarten Ludwigshafen. Im Rahmen einer Führung durch das Besucherzentrum und einer Rundfahrt über das Werksgelände lernten die Schüler das größte zusammenhängende Chemieareal der Welt kennen (über 2000 Gebäude und eine Fläche von mehr als 10 Quadratkilometer). Neben geschichtlichen Aspekten gab es auch viele Information zu Ausbildungsberufen und Möglichkeiten des dualen Studiums bei dem Unternehmen.

Auf der Rückfahrt von Ludwigshafen nach Heidelberg wurde ein Zwischenstopp in Mannheim eingelegt, der ehemaligen Residenzstadt der Kurpfalz mit der nach Versailles größten barocken Schlossanlage Europas. Ein Kuriosum der Innenstadt Mannheims ist die geometrische Anordnung der Häuserblöcke in Quadrate, die von Kurfürst Friedrich IV im Jahre 1606 entworfen wurde. Straßennamen der schnurgeraden Straßen gibt es nicht – sie sind von A1 bis U7 „durchnummeriert“.
Zum Abschluss der Fahrt wurde am letzten Vormittag das MPI für medizinische Forschung besucht. In einem Vortrag bekamen die Schüler einen Überblick über die aktuellen Forschungsschwerpunkte des Instituts und einen Einblick in aktuelle biomedizinische Forschung.