Spuren jüdischen Lebens

Spuren jüdischen Lebens

Im evangelischen Religionsunterricht der 5. Klasse hatten die Schüler*innen die Hausaufgabe in ihrem Umfeld auf Spuren von Religion zu achten, diese zu fotografieren und die Fotos im Lernen-Modul des Schulmanagers hochzuladen. Mehrere Schüler*innen stießen hierbei auf Stolpersteine u.a. auch auf den Stolperstein am Alexandrinum, der vor 3 Jahren im Rahmen eines P-Seminars verlegt worden war. Mit Hilfe der vom P-Seminar gesammelten Informationen berichtete die Religionslehrerin, Frau Hager, den Schüler*innen vom Leben Edith Franks und von der Situation der jüdischen Schüler*innen und der Schule allgemein im Nationalsozialismus. Im Gedenken an Edith Frank legten die Schüler*innen einen Strauß Blumen nieder.

Die Welt ist bunt – und das ist auch gut so!

Im Rahmen des Lehrplanthemas „Vielfalt der Kulturen und Lebenswelten – Solidarität im Namen Gottes“ widmeten sich die katholischen Schüler*innen der 6. Jahrgangsstufe einem eigenen kreativen Projekt: Im Laufe von mehreren Unterrichtsstunden (vor Ort in der Schule sowie zuhause während des Homeschoolings) entstand nach und nach eine anschauliche Ausstellung.

Im Zentrum standen in der ersten Arbeitsphase die Länder Peru, Indien, Afghanistan und Deutschland. Die Schüler*innen recherchierten fleißig, brachten eigenes Material mit und sammelten schließlich auch mithilfe unseres Relibuchs viele spannende Informationen zu den einzelnen Ländern und den Lebensumständen der dort lebenden Kinder auf großen bunten Plakaten. Interessiert hörten alle zu, als stolz ihre Plakate präsentiert wurden und wir die Ergebnisse diskutierten.

In diesem Zusammenhang befassten sich die Schüler*innen dann genauer mit der weltweiten Benachteiligung von Kindern. Wir fragten uns, was arm sein überhaupt bedeutet und stellten fest, dass dies je nach Land etwas völlig anderes heißt. In Deutschland ist etwa jedes fünfte Kind armutsgefährdet (Quelle: Bertelsmann Stiftung). In diesem Zusammenhang machten sich die Heranwachsenden bewusst, dass es vielen anderen Kindern bei Weitem nicht so gut geht wie uns. Besonders das Thema „Kinder als Soldaten“ ließ alle aufhorchen. Die Aktion „Rote Hand“, die von vielen Hilfswerken wie missio und UNICEF unterstützt wird, wendet sich gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Die rote Hand setzt dabei ein Zeichen, die „Stopp“ ruft und sich ganz klar gegen Kinder in der Armee ausspricht.

Zum Abschluss des Projektes sollte es konkret werden: Was können wir selbst tun, um die Welt ein klein wenig besser zu machen? Hierzu waren die Ideen vielfältig: bewusst(er) im Supermarkt einkaufen (z.B. Fairtrade-Lebensmittel), sich ein nachhaltig produziertes Smartphone (z.B. von Fairphone oder Shiftphone) zulegen, Obdachlose unterstützen, ordentlich Müll trennen oder am besten erst gar nicht so viel Müll produzieren (um hier nur einige Beispiele zu nennen). Nachdem klar wurde, was der große Begriff Solidarität in der Praxis meint, waren sich alle einig, dass es wichtig ist, mutig und verantwortungsvoll mit gutem Beispiel voranzugehen – vor allem hier und heute.

 

Reli mal anders: Ein eindrucksvoller Einblick in die Hospizarbeit

Im Rahmen des Lehrplanthemas „Leben an der Grenze“ unseres katholischen Religionsunterrichtes lud Frau Beez zum Abschluss des Themas Frau Brüning-Wolter vom Hospizverein Coburg ein.

Am Dienstagnachmittag, dem 29. Juni 2021, trafen wir – die Reliklasse der Zehnten – uns im Raum der Stille. Ein Klassenraum, extra so eingerichtet, dass ein angenehmes Ambiente herrscht. Und dennoch ist die Stimmung leicht bedrückt. Denn es geht um kein anderes Thema als den Tod. Passend dazu erwartete uns im Zimmer Frau Brüning-Wolter aus dem Coburger Hospizverein. Sie stellt sich als hauptamtliche Mitarbeiterin vor. Um genauer zu sein ist sie die Koordinatorin des Vereins. Wie es wohl kaum anders zu erwarten war, bemerkt sie unsere anfängliche Zurückhaltung sofort und sagt zu uns: Über den Tod solle man sprechen. Es gebe nicht Vieles auf der Welt, das sicher wäre, aber der Tod ereile uns schließlich alle. „Aber wir sind doch noch so jung“, würden manche sagen, „da muss man sich keine Gedanken über den Tod machen!“ Aber falsch gedacht, denn auch wenn es nicht so erscheinen mag, die meisten Menschen sammeln ihre ersten Erfahrungen mit dem Tod bereits im Teenageralter. Und noch etwas stellt Frau Brüning-Wolter direkt am Anfang sicher: bei ihnen im Hospiz heißt es nicht „Sterbebegleitung“, sondern „Lebensbegleitung“ – immerhin geht es um die letzten Tage des Lebens. Dann beginnt sie selbstsicher und dennoch einfühlsam von ihrer Arbeit zu berichten: Zunächst geht es um den organisatorischen Teil des Ganzen, dann geht sie langsam über zum emotionaleren Teil.

Die meisten Menschen, die das Hospiz aufsuchen, sind an Krebs erkrankt. Das Durchschnittsalter liegt bei über fünfzig Jahren, auch wenn die Tendenz mittlerweile in jüngere Bereiche geht, und immer mehr Menschen das Angebot wahrnehmen. Was die zu Begleitenden dort dann bekommen, ist laut Frau Brüning-Wolter kein Hexenwerk, sondern wie sie es selbst sagt: „nur Nachbarschaftsdienst“. Etwas, das laut ihr eigentlich jeder kann. Der Zweck der Organisation ist es, die letzten Tage des zu Begleitenden so schön wie nur möglich zu gestalten: ob das nun ein Vorleseabend oder eine Fahrt an die Ostsee ist. Aber nicht nur die Lebensbegleitung spielt im Hospizverein eine Rolle, sondern auch die Trauerbegleitung ist ein zentraler Bestandteil. Es ist oft sehr schwer für die Mitmenschen, mit ihrer Trauer umzugehen, nachdem sie eine geliebte Person verloren haben. Frau Brüning-Wolter gesteht uns, dass das für sie häufig noch anstrengender ist als die Lebensbegleitung. Ob sie nun den Kindern der Sterbenden erklären muss, wie es um ihre Familienmitglieder steht, oder darum, im Nachhinein die Betroffen wieder in den Alltag finden zu lassen.

Vermutlich klingt das für die meisten nicht gerade nach einem Beruf, der besonders leicht ist. Und auch Frau Brüning-Wolter verrät uns, dass es manchmal sehr hart und herausfordernd ist. Nach jedem Sterbefall finden daher auch Gespräche mit den Hospizmitarbeitern statt, um zu sehen, wie stark sie das Erlebte selbst belastet. Auf unsere Frage, wie sie es schafft, da einen passenden Ausgleich im Leben zu finden, meint sie, dass es natürlich auch gute Seiten gebe, und die Menschen ihr viel Dankbarkeit zurückgeben. Außerdem konnte sie so viele schöne Momente miterleben. Aber als Ausgleich in der Freizeit, fügt sie hinzu, dient ihr das Töpfern.

Für mich persönlich war das eine sehr aufschlussreiche Stunde, die viel positiver war als zuvor erwartet. Letzten Endes gebe ich Frau Brüning-Wolter recht, dass über dieses Thema mehr gesprochen werden muss. Denn der eigene Tod ist am Ende nicht so schlimm wie die Trauer der Hinterbliebenen – zu denen auch wir dazugehören können. Und mit dieser Trauer umzugehen…das muss man lernen. Und leider geschieht das nicht dadurch, indem man den Tod aus den eigenen Gedanken verbannt und kein Wort darüber sagt.

Jakub Ročin (10b)

Erkundung des jüdischen Friedhofs

Am Freitag, den 25. Juni 2021, haben wir, die katholische Religionsgruppe der 9. Jahrgangsstufe, im Rahmen unseres Themas Das Judentum, einen kleinen Ausflug zum jüdischen Friedhof hier in Coburg gemacht.

Der jüdische Bereich befindet sich im hintersten Teil des bekannten Friedhofes. Bei der Ankunft sind uns sofort der Zaun mit einem Tor, der nochmal den jüdischen vom restlichen Teil des Friedhofs trennen soll, und ein großes Schild aufgefallen, auf welchem klar gemacht wird, dass dieser Bereich besonders vor Beschädigungen und Beschimpfungen geschützt wird. Ein Gedenkstein mit der Aufschrift Opfer des Faschismus 1941-45 steht direkt hinter dem Eingang. Darauf sind Namen vieler der getöteten Juden in diesem Zeitraum eingemeißelt. Das Besondere an diesem Stein ist der bunte Blumenschmuck, weil dies eigentlich kein Brauch auf jüdischen Friedhöfen ist. Daneben sieht man ein sehr großes Grab von Soldaten, welche im 1. Weltkrieg gefallen sind.

Ein besonderes Merkmal jüdischer Grabsteine sind die darauf liegenden Steinchen, welche von Angehörigen oder Freunden hingelegt wurden. Zudem ist uns aufgefallen, dass so gut wie alle Gräber verwittert und heruntergekommen sind. Grund dafür ist die jüdische Tradition, den Grabstein in seiner Ursprungsform zu lassen, egal wie sehr sich der Zustand verschlechtert. Den Wohlstand der jeweiligen Familien kann man am Material, der Größe und der Verarbeitung des Grabsteines erkennen. Die Gräber stehen sehr eng aneinander und zeigen nach Osten, Richtung Jerusalem. Wir haben gemerkt, dass Besuche am Grab deshalb sehr schwierig sind. Die Aufschriften sind meist auf Hebräisch mit deutscher Übersetzung verfasst. In der Regel liest man überall auf Hebräisch Hier liegt. Im Großen und Ganzen sind zumindest die Grabaufschriften den uns bekannten vergleichbar.

Zu erwähnen sind außerdem die folgenden Symbole:

  • Der Davidstern (repräsentiert die Religion)
  • Hände (zeigen Zugehörigkeit zum Stamm der Ahroniden, einer der zwölf Stämme Israels, und sind meistens auf den Grab eines Priesters zu sehen)
  • Widderhorn (Person war Hornbläser als Beruf)
  • Menora (siebenarmiger Leuchter, Symbol für die Aufgabe, das Licht für Völker der Welt zu sein)

Interessant ist auch, dass diese jüdische Stätte die einzige ist, die in Coburg noch existiert.

Insgesamt haben wir den sehr informativen und teils emotionalen Ausflug genossen. Hiermit wollen wir uns auch bei unserer Religionslehrerin Frau Beez bedanken, welche uns diesen kleinen Ausflug ermöglicht und uns das Judentum damit nähergebracht hat.

Birgit Heilingloh und Leonie Vorsthoven (beide 9b)

 

„Shalom“ – Projekt der Sechstklässler im evangelischen Religionsunterricht

Der geplante Anschlag auf die Synagoge in Halle am jüdischen Feiertag Jom Kippur am 9. Oktober 2019 hat nicht nur unter uns Erwachsenen für Entsetzen gesorgt, sondern auch unsere Schülerinnen und Schüler betroffen gemacht und beispielsweise folgende Fragen aufgeworfen: „Wieso wollte der Attentäter von Halle Menschen töten, nur weil sie Juden sind?“, „Warum wollte er diesen Menschen Gewalt antun, obwohl sie ihm gar nichts getan haben?“ oder schlicht und ergreifend die Frage „Wie kann man Menschen hassen, die man gar nicht kennt?“ Ähnlich wie andere Kollegen auch haben wir als Religionslehrkräfte diesen Fragen Raum gegeben und mit den Kindern das komplexe Thema Antisemitismus in den Blick genommen. Wichtig ist uns dabei immer wieder zu betonen, dass das Judentum nicht nur eine der drei großen Weltreligionen ist, sondern die Wurzel unseres christlichen Glaubens.

Im Lehrplan der 6. Jahrgangsstufe ist die Auseinandersetzung mit der jüdischen Religion fest verankert, da ja Jesus selbst Jude war. Die Schülerinnen und Schüler lassen sich gern auf diese zum Teil fremde Welt ein, vor allem, wenn sie greifbar wird. Beispielsweise wollten mehrere Kinder die Kippa oder die Gebetsriemen, die gläubige Juden bei jüdischen Festen tragen, nicht nur anschauen, sondern auch einmal selbst anlegen. Außerdem war es spannend zu testen, wie lang die kleine Tora-Rolle, auf der in hebräischer Sprache ein Teil der fünf Bücher Mose steht, eigentlich ist, wenn man sie ganz ausrollt. Ein Schüler bastelte zuhause sogar selbst eine kleine Tora-Rolle und brachte sie zur nächsten Religionsstunde mit.

 

Sternenschmuck läutet Adventszeit ein

Die Adventszeit ist eigentlich eine Zeit der Besinnung und Vorbereitung auf Weihnachten.
In der Hektik des Schulalltages geht dies manchmal leider unter.
Deshalb schmückten Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe das Schulhaus mit zahlreichen selbstgebastelten Sternen. Die vielen fleißigen Hände sorgten dafür, dass das Schulhaus nun bereits vorweihnachtliche Gefühle aufkommen lässt!

Schockierender Undercoverfilm rüttelt auf – Filmvorführung und Diskussion für die Mittel- und Oberstufe

Am 27. Juli 2015 hatten die Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe, sowie die Teilnehmer des P-Seminars Religion „Bunt statt Braun“ die besondere Gelegenheit den Dokumentarfilm „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ (gezeigt auf der Berlinale 2012 und ausgezeichnet mit dem Zweiten Preis des Alternativen Medienpreises 2012) des Autors und Regisseurs Peter Ohlendorf zu sehen und anschließend mit diesem über die Inhalte zu diskutieren.

Der Film zeigt den Journalisten Thomas Kuban, der unter hohem Risiko die Rechtsrock-Szene mit versteckter Kamera ausspäht.  Er ermöglicht so Einblicke in eine Jugendszene, in die sich sonst keiner hineinwagt. Es wird deutlich, wie Rechtsextremisten über kostenlose Rockkonzerte Jugendliche für ihre Ideologie gewinnen wollen, auch weit über die Grenzen Deutschlands hinweg. Dabei beleuchtet der Film auch das Verhalten der staatlichen Behörden kritisch.

Nach der 90-minütigen Filmvorführung, die Schüler wie Lehrkräfte tief bewegt hat, wurden Fragen und Anmerkungen in einer anregenden einstündigen Diskussion von Peter Ohlendorf aufgegriffen.

Vielen Dank für diese nachhaltige Vorführung, auch an die Initiatoren vom Netzwerk für Menschenrechte und Demokratie „Wir sind bunt: Coburg Stadt und Land“.