Exkursion des P-Seminars "Forscherklasse" zur Uni Würzburg

Wie sieht eine Universität eigentlich von innen aus? Wo arbeiten die Physikerinnen und Physik von heute? Und was gibt´s mittags in der Mensa? Um diese und viele andere Fragen zu beantworten, machte sich das P-Seminar „Forscherklasse“ in der Woche vor den Weihnachtsferien auf den weiten Weg nach Würzburg.

Dort angekommen, besuchte die Gruppe zunächst die Touch Science Ausstellung. Hier steht das Ausprobieren im Mittelpunkt: So kann mit dem Einsteinrad und einem Bildschirm anschaulich erkundet werden, wie sich Längen verändern, wenn man mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durch die Fußgängerzone radeln würde. An anderer Stelle findet sich das Modell eines Teilchenbeschleunigers. Um ein fiktives Teilchen über mehrere Runden hinweg zu beschleunigen, ist Übung gefragt, bis es zwei Schülern dann noch gelingt, die Spulen zum richtigen Zeitpunkt ein- und auszuschalten. Teamleistung erfordert auch der Energiemanager: Zusammen muss entschieden werden, welche Kraftwerke an- und ausgeschaltet werden, um den Energiebedarf einer simulierten Stadt optimal zu decken. Außerdem spannend: Wer gewinnt beim Mindball? Hier wird die Gehirnaktivität über Elektroden am Kopf gemessen. Je größer die Gehirnaktivität, desto weiter bewegt sich ein Ball in die entsprechende Richtung. Ziel ist es, den Ball im gegnerischen Loch zu versenken – und zwar durch maximale Entspannung!

Mehr oder weniger entspannt stand dann schon die Mittagspause in der Mensa an. Am Nachmittag erwartete die Gruppe eine Laborführung: Wir erfuhren dank der Erklärungen des zuständigen Professors, wie die Arbeit für Masteranden, Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einem Lehrstuhl aussieht. Konkret durften wir dann in zwei Labore schauen und lernten unter anderem die Forschung an Perowskit- Solarzellen kennen. Im Vergleich zu den gewöhnlichen Silizium-Solarzellen sind diese wesentlich flexibler, könnten also auf einer Vielzahl zusätzlicher Oberflächen angebracht werden, und überzeugen durch einen höheren Wirkungsgrad.

Der letzte Programmpunkt stellt dann direkten Bezug zum Projekt des Seminars her: Dr. Markus Elsholz erarbeitete mit den Seminarteilnehmerinnen und Teilnehmern eine Vielzahl möglicher Fragestellungen, die an ein zunächst simpel erscheinendes Experiment gestellt werden können: Stülpt man ein Glas über eine brennende Kerze, so erlischt die Flamme. Die Erklärung scheint so offensichtlich wie einfach: Ist die Luft im Glas „verbraucht“, so erlischt die Flamme. Bei genauerer Betrachtung ergeben sich aber viele weitere Fragen und messtechnische Herausforderungen: Wann gilt die Flamme als erloschen? Warum nimmt die Brenndauer mit der Zeit ab? Wie kann der Zusammenhang zwischen Glasvolumen und Brenndauer mathematisch beschrieben werden? Offensichtlich bietet das Experiment mehr Forschungsaufträge als gedacht! Der Dozent ermuntert die Schülerinnen und Schüler daher auch, am Forschertag mit offenen Experimentieraufträgen zu arbeiten und die Forscherkinder selbst Fragen an die Versuche stellen zu lassen.

Nach einem langen Tag mit vielen spannenden Einblicken und neuen Eindrücken stand dann nur noch ein Ziel an: Den Zug rechtzeitig zu erreichen!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Mitarbeitenden der Fakultät Physik an der Universität Würzburg für den spannenden Input und die vielen Einblicke!